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Spielunterbrechung wegen Pyrotechnik beim Spiel HSV gegen Darmstadt 98.
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Spielunterbrechung wegen Pyrotechnik beim Spiel HSV gegen Darmstadt 98.

DFB-Sanktionen

Falsches Gesetz

  • Jan Christian Müller
    VonJan Christian Müller
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Es hat unzählige Sanktionen gegeben, knüppelharte und samtweiche, vom Sportgericht, von Klubs, von der Polizei, von DFB und DFL, von Städten und Gemeinden, aber es gibt keine einfachen Lösungen. Ein Kommentar.

In Dortmund werden Gästefans aus Leipzig extrem bösartig attackiert, in Würzburg zünden Ultras von Hannover 96 unter der Überschrift „Macht Samstag zum Kampftag“ ein dreiminütiges Feuerwerk, nachdem sie die notwendigen Utensilien schon Tage zuvor im Stadion deponiert hatten und sich zur Tarnung mehrfach umzogen. Das baden-württembergische Derby VfB Stuttgart gegen den Karlsruher SC muss unterbrochen werden, weil KSC-Anhänger ein ganzes Arsenal von Böllern und Leuchtraketen abfeuern, nachdem Leute aus ihren Reihen zuvor Zugabteile verwüstet haben. In Bremen wird der HSV-Bus von einem Schwarzen Block aus kürzester Distanz mit Farbbeuteln, Bierbechern und Flaschen beworfen. In Köln halten Menschen unter anderem ein Plakat mit den Worten „Mutter: Hure – Vater: Nazi“ hoch und meinen damit den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp. In Hamburg verzögert sich die Partie gegen Darmstadt 98 um mehrere Minuten, weil in den Rauchschwaden nichts zu sehen ist, in Frankfurt steht der ganze Nachmittag der Partie gegen den FC Augsburg unter der Überschrift „Ehre der Gruppe Stadionverbot“, irgendwann wird ein Banner ausgerollt mit dem orthografisch nicht ganz sauber formulierten Hinweis: „Für jedes Stadionverbot ... Bulle tod.“ Die Liste ließe sich problemlos verlängern. Dass gleichzeitig Ultras Geld für ein Kinderhospiz und weitere gute Zwecke sammeln, dass in Fanszenen vorbildliche Arbeit für Integration und gegen Radikalismus geleistet wird, dass dort Menschen Geborgenheit finden, die ihnen anderswo niemand bieten kann, all das geht derzeit leider unter, weil diejenigen, welche selbst die einfachsten Regeln eines gedeihlichen Miteinanders aufs Gröbste verletzten, die öffentliche und rechtsstaatliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mit beispielloser Konsequenz hat der Karlsruher SC reagiert: keine Supporter-Ticketpakete, verschärfte Allgemeine Geschäftsbedingungen, wonach auch Vermummung und das Mitführen von Gegenständen, die sich dafür eignen, als Verbotstatbestände aufgenommen werden, zudem Verbot der Nutzung eines Containers für Ultras auf dem KSC-Gelände bis Saisonende. Es ist wohl nur ein purer Akt der Verzweiflung. Es hat unzählige Sanktionen gegeben, knüppelharte und samtweiche, vom Sportgericht, von Klubs wie dem KSC, von der Polizei, von DFB und DFL, von Städten und Gemeinden, aber es gibt keine einfachen Lösungen. Das Gesetz des Stärkeren gilt in Deutschlands Fußballstadien nicht nur auf dem Rasen. Leider. Wer weiß einen Ausweg?

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