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Kann es mit allen Schlägern: TV-Star Ingo Lenßen.

TV-Anwalt über seine Liebe zum Eishockey

Ein Fall für Ingo Lenßen

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Der TV-Rechtsanwalt Ingo Lenßen hat nun ein DEL-Amt und spricht über seine Liebe zum Eishockey.

Das Gesicht erkennt jeder – schon wegen des markanten Barts. Und es soll keiner sagen, er sei diesem Gesicht noch nie im Fernsehen begegnet. Ingo Lenßen hatte auf Sat 1 sechs Jahre eine eigene Serie („Lenßen und Partner“) und tritt in diversen Shows auf, in denen es um das Thema Recht geht. Der 58-Jährige ist Rechtsanwalt, Schauspieler, Buchautor – und seit neustem hat er ein Amt in der Deutschen Eishockey-Liga, sitzt im Schiedsgericht.

Herr Lenßen, was muss man im Schiedsgericht der DEL denn tun?
Die Aufgaben sind, dass wir die Entscheidungen der Spielleiter, gegen die die Vereine vorgehen, zu überprüfen haben. Was jeder kennt: Es geht um Sperren, die nach Spieldauerdisziplinarstrafen ausgesprochen werden. Wir hören die Argumente der Vereine. Insgesamt ist Eishockey aber ziemlich fair geworden. Ich glaube, es ist jetzt ein Ansinnen der DEL, etwa die Checks gegen den Kopf stärker zu ahnden. Die Geschwindigkeit des Spiels bringt irre Verletzungsgefahr mit sich.

Der Job erfordert Fachkenntnis.
Die Erfahrung eines ehemaligen Spielers und Trainers kann einen Input geben. Ich habe ewig lange gespielt, mit 38 mein letztes Spiel gemacht, ich habe den Nachwuchs des Krefelder EV durchlaufen, habe Trainerlizenzen gemacht und Mannschaften in Deutschland und der Schweiz trainiert.

Sprechen wir über Ihren Werdegang im Eishockey. Krefelder EV, einer der großen Klubs, mit eine der Wiegen des deutschen Eishockeys ...
... so empfinden die Krefelder sich auch.

Meister in den 50er Jahren ...
... und, wenn ich das einfügen darf, 2003 auch noch.

Der Titel, an dem die Krefelder wegen der Prämien, die sie zahlen mussten, fast zugrunde gegangen wären.
Richtig.

Die Junioren-Bundesliga gab es damals noch nicht. Wie war zu Ihrer Zeit der Spielbetrieb im Nachwuchs organisiert?
Ähnlich. Man musste sich für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren. Die bayerischen Klubs hatten sechs Plätze, zwei gab es für den Rest Deutschlands. Also, die Wiege stand eher in Füssen, Rosenheim Peiting, Miesbach, Tölz, Landshut. Dazu kamen in der Endrunde Krefeld und Köln oder Krefeld und Düsseldorf. Mannheim hat sich, solange ich spielte, nie qualifiziert. Ich habe jedes Jahr um die Deutsche Meisterschaft gespielt. Ich muss aber gestehen: Wir haben keine entscheidende Rolle gespielt, sind Sechster, Siebter oder Achter geworden. In Kaufbeuren hat Didi Hegen gespielt, in Landshut Klaus Gotsch – das waren so die Namen, auf die man traf.

Wie ging es für Sie später weiter?
Mit einer schweren Knieverletzung und der Bundeswehrzeit, ich war eineinhalb Jahre weg vom Eishockey. Gespielt habe ich wieder in Konstanz, wo ich studierte. Als ich Torschützenkönig der Baden-Württemberg-Liga wurde, bekam ich ein Angebot, für Geld zu spielen. Das habe ich aber abgelehnt, weil ich mein Studium zu Ende bringen wollte.

Gab’s in Konstanz Geld?
Nichts. Wir waren froh, dass wir spielen konnten. Zuschauerschnitt 400, Geldgeber war keiner da. Konstanz hat die Eigentümlichkeit, dass das Eisstadion auf der Schweizer Seite liegt, in Kreuzlingen. Viele potenzielle Fans hatten eine Hemmschwelle, rüber zu gehen.

Was macht den Zauber des Eishockeys aus?
Die Schnelligkeit. Und die Robustheit. Wobei ich jemand war, der vor Körperkontakt zurückgescheut ist. Wir hatten keinen Gesichtsschutz und ich hatte relativ früh fünf Nasenbeinbrüche. Mit meiner Grundangst, dass was passiert, hatte ich nicht den Biss, um es zum Profi zu schaffen.

Ihr schönstes Erlebnis?
Ich habe in Vancouver den 49. Karriere-Hattrick von Wayne Gretzky erlebt. Er war Kapitän der New York Rangers. 18 000 Leute des gegnerischen Publikums stehen auf und erteilen Standing Ovations. Dieses Erlebnis des fairen Aktes und eines Spielers, der keinen Körperkontakt brauchte und unglaublich beschlagen war, haben mir imponiert.

Hatten Sie damals schon Ihren markanten Bart?
Ja. Mit 21, 22 in Konstanz ließ ich ihn wachsen. Ich habe Honore de Balzac gelesen, war ein Fan von Mantel- und Degenfilmen, d’Artagnan trug auch so einen Bart.

War er ein Markenzeichen des Eishockey-Haudegens Lenßen?
Das kriegt man selber nicht mit. Wenn wir gespielt haben, war der Bart zerzauselt. Und im Winter waren Eiszapfen dran. Praktisch fürs Eishockey war er nicht.

Interview: Günter Klein

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