NFL

Extrem viel ist lange nicht genug

NFL-Stars streiken vor Saisonstart, weil sie unbedingt mehr Geld wollen.

Ezekiel Elliott und Antonio Brown sind nicht wie andere Menschen, wahrscheinlich nicht einmal wie andere Football-Spieler. Star-Runningback Elliott wird bereits seit Jahren als „Generationentalent“ gehandelt, während Berufsexzentriker Brown in den Augen vieler Experten als der beste Passempfänger des Planten gilt. Klar, dass solche Spieler im glamourösen US-Sport einen Sonderstatus besitzen. Wie viel Macht sie aber tatsächlich haben, wurde vor dem Start der neuen NFL-Saison in dieser Woche deutlich.

Elliott, der für die traditionsreichen Dallas Cowboys spielt, streikt – und das schon seit Beginn der Saisonvorbereitung. Sein Ziel: Der bestbezahlte Spieler auf seiner Position zu werden. Das ist Todd Gurley (14 Millionen US-Dollar jährlich) von den LA Rams, was Elliott (knapp vier Millionen in dieser und neun in der kommenden Saison) so sehr stinkt, dass der dem Training der Cowboys fernbleiben will, bis ein neuer Vertrag aufgesetzt ist. Problematisch ist das für Dallas vor allem, weil am Sonntag (22.25 Uhr) gegen die New York Giants die Saison beginnt. 

„Ich gehe so vor, als würde er sicher Spiele der regulären Saison verpassen“, sagte Cowboys-Besitzer Jerry Jones: „Ich gehe mit der Erwartung an unsere Mannschaftsvorbereitung, dass er weiter fernbleibt. Ich akzeptiere das.“ Das gesamte vergangene Wochenende sollen Elliotts Berater mit den Cowboys verhandelt haben, das Ziel des Vereins soll sein, Elliott am Mittwoch beim Mannschaftstraining auf dem Rasen zu haben. Die Anstrengungen, die Dallas im Fall Elliott übernimmt, legen eine gehörige Abhängigkeit vom Starspieler nahe. „Wir werden Zeke brauchen“, sagte sogar Jones und versprach, ihm keine Deadline geben zu wollen. 

Aktuell versucht sich auch Elliotts Runningback-Kollege Melvin Gordon bei den Los Angeles Chargers noch bessere Konditionen erwirken. Das Paradebeispiel dafür lieferte im Vorjahr Le‘Veon Bell. Er, einer der besten Runningbacks im American Football, bestreikte seinen Arbeitgeber Pittsburgh Steelers, der ihm lediglich einen Einjahresvertrag über 14,5 Millionen Dollar geben wollte. Bell zog den Streik eisern durch, machte für die Steelers kein Spiel und wechselte zur neuen Spielzeit für vier Jahre zu den New York Jets, wo er insgesamt 52,5 Millionen kassiert. 

Wie so ein Streit auch ausgehen kann, zeigten kürzlich Antonio Brown und die Oakland Raiders. Der 31 Jährige wollte unbedingt mit seinem alten Kopfschutz spielen, der nach den neuen Regeln nicht mehr sicher ist. Nach mehrwöchigem Streik tanzte Brown Mitte August dennoch beim Team an. Weder NFL noch die Raiders gaben nach. Nach seiner Rückkehr gab sich Brown beschwichtigend: „Ich bin einfach froh, wieder hier zu sein.“ (sid)

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