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Thomas Röhler wollte vom einem Fehlstart ins WM-Jahr nichts wissen.

Leichtathletik

Erste Speer-Kraftprobe

Andreas Hofmann hat das erste Kräftemessen der Speerwurf-Stars für sich entschieden, Olympiasieger Thomas Röhler lag in Shanghai klar zurück.

Andreas Hofmann fiel nach dem Auftakt nach Maß ein dicker Stein vom Herzen, Thomas Röhler wollte vom einem Fehlstart ins WM-Jahr nichts wissen: Das erste große Kräftemessen der deutschen Speerwurf-Stars im stürmischen Shanghai fand zwar in Hofmann einen klaren Gewinner, doch auch Olympiasieger Röhler nahm für den weiten Weg in Richtung WM einige Zuversicht mit.

„Es ist schon eine gewisse Erleichterung, gleich im ersten Wettkampf eine gute Weite erreicht zu haben. Für den Saisoneinstand bin ich echt zufrieden“, sagte Hofmann dem SID, nachdem er im Shanghai Stadium mit starken 87,55 m triumphiert hatte. Die Siegesweite, Jahresweltbestleistung obendrein, erzielte er mit dem Auftaktversuch.

„Ich war froh, gleich den ersten Wurf erwischt zu haben – danach hat es der Wind schon schwierig gemacht“, sagte der Mannheimer, Diamond-League-Gewinner des Vorjahres, mit Blick auf einen Wettkampf, der danach kaum noch weite Würfe erlebte. Hofmann siegte somit vor dem Taiwaner Cheng Chao-Sun (87,12) und dem Polen Marcin Krukowski (84,51).

Europameister Röhler, vom Wurfsystem ohnehin eher windanfällig, musste sich mit Platz vier und 82,95 m begnügen. „Es war ein solider Beginn. Alles gut, ich bin entspannt“, sagte der 27-Jährige dem SID: „Ab der zweiten Runde konnte man nicht mehr weit werfen, weil der Wind extrem ungünstig war.“ Bereits am Dienstag hat Röhler in Nanjing (ebenfalls China) die Chance zur Revanche.

Weltmeister Johannes Vetter, der ebenfalls in Shanghai in die Saison starten wollte, hatte seine Teilnahme wegen einer Entzündung im Fuß abgesagt, um im Hinblick auf die ungewohnt späte WM in Doha (27. September bis 6. Oktober) kein Risiko einzugehen. Sein deutscher Rekord (94,44) geriet in China ebenso wenig in Gefahr wie Röhlers persönliche Bestmarke (93,90). Hofmann hatte sich im Vorjahr auf 92,06 gesteigert.

Für Speer-Europameisterin Christin Hussong sprang beim Blitztrip nach China immerhin ein dritter Platz heraus. Die 25-Jährige, die erst am Wettkampfmorgen in Shanghai gelandet war, musste sich am Samstag mit 64,10 m nur der chinesischen WM-Dritten Lyu Huihui (66,89) sowie der Lettin Lina Muze (64,87) geschlagen geben – schon am Sonntag ging es wieder zurück.

Im Hochsprung musste sich Europameister Mateusz Przybylko, der wie Hussong die Reise nach China zum Wochenend-Trip machte, nach im dritten Versuch übersprungenen 2,22 m mit Platz neun begnügen. „Es gibt immer Höhen und Tiefen, damit muss man leben. Aber die Saison ist ja sehr, sehr lang“, sagte der Leverkusener.

Hochklassig zum frühen Saisonzeitpunkt waren die 47,27 Sekunden des Katarers Abderrahman Samba über 400 m Hürden. Über 100 m setzte sich US-Sprinter Noah Lyles ebenfalls in Jahresweltbestleistung von 9,86 Sekunden vor seinem zeitgleichen Landsmann Christian Coleman durch. (sid)

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