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Könnte auch als Zlatan-Ibrahimovic-Double sein Geld verdienen: Nihad Djedovic, Korbjäger vom Meister FC Bayern.

Basketball

„Nichts da, jetzt packen wir an“

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Nach dem Meistertitel soll für den FC Bayern international der nächste Schritt folgen.

Derrick Williams mochte sich von der Stätte des Triumphs gar nicht trennen. Noch Stunden nach dem Ende dieses bemerkenswerten dritten Finalspiels hampelte der US-Profi der Basketballer des FC Bayern durch den Innenraum der Münchner Halle, ehe er doch in die Münchner Nacht entschwand. Zur Meistersause mit den Teamkollegen in der Rodman Bar. „Ohne einen Titel“, hatte Williams zuvor noch erklärt, „hätte ich doch nicht nach Hause fahren können.“

Man konnte bei ihm wie auch allen anderen Beteiligten deutlich spüren, dass die Art des Meisterstücks das Erlebnis noch einmal veredelt hatte. Beinahe über das ganze Spiel hinweg waren die Bayern mehr oder weniger deutlichen Rückständen hinterher gelaufen um die Dinge schließlich doch mit einem schwer erklärbaren Kraftakt in der Verlängerung mit 93:88 zu ihren Gunsten zu wenden. In einer Art, die auch Präsident Uli Hoeneß beeindruckte. „Diese Mannshaft hat einen tollen Charakter“, sagte der Bayern-Patron, der den von Kapitän Danilo Barthel aufgedrängten Meisterpokal schnell wieder weiterreichte. Trainer Dejan Radonjic, der nach 15 Monaten in München nun bereits als zweifacher Meister dasteht, schloss sich gerne an: „Gratulation an meine Spieler, das war eine tolle Leistung.“

Klar, die Bayern haben diese Bundesligasaison beherrscht. Doch sie haben es nicht mit dem klinischen Perfektionismus getan, mit dem etwa der frühere Serienchampion vor drei Jahren die Konkurrenz beinahe filetierte. Gerade in der Finalserie waren die Münchner auch angreifbar. In allen drei Partien hatte Alba Berlin zumindest einen Sieg vor Augen. Und so lagen trotz der perfekten 3:0-Serie am Ende, die Verlängerung am Sonntag einmal ausgeklammert, ganze neun Punkte zwischen beiden Teams. Doch außer dem fünften zweiten Platz binnen von zwei Jahren (BBL- und Pokalfinale 2018 und 2019, Eurocup 2019) blieb den Hauptstädtern nicht viel mehr als die Erinnerung an so manches Offensivfeuerwerk und das Lob des Bezwingers. „Alba hat außerordentlich gut gespielt“, sagte Bayerns Geschäftsführer Marko Pesic.

Nihad Djedovic, der erwartungsgemäß zum wertvollsten Spieler der Finalserie gekürt wurde, sah es weniger freundlich. „Am Ende fragt jeder, wer Meister geworden ist“, sagte er, „wer am schönsten gespielt hat, danach fragt keiner.“

Und natürlich haben sich die Bayern nun auch selbst versöhnt für so manche Durststrecke der Vergangenheit. Pesic erinnerte sich im Moment des Triumphes an jene Tage vor zwei Jahren, als er nahe dran gewesen war, die Geschäfte hinzuwerfen. Der zurückgekehrte Präsident Uli Hoeneß habe ihn seinerzeit zum Bleiben überzeugt. „Er hat mir gesagt: ‚Nichts da, wir packen jetzt an‘“, sagte der Münchner Basketballchef, „und jetzt stehen wir wieder als Meister hier.“

Und auch das wird für die Bayern-Macher nicht viel mehr als eine Zwischenstation sein. Spätestens nach der offiziellen Freibier-Meisterparty am Dienstag (17.30 Uhr) am Nockherberg, werden sich die Blicke nach vorne richten. Zumindest Hoeneß ließ schon am Sonntag keinen Zweifel daran, dass im Herbst ein noch besserer FC Bayern ins Rennen gehen soll. Der Blick des Präsidenten richtete sich dabei vor allem nach Europa. „Wir haben ja in diesem Jahr in der Euroleague um die Playoffs mitgespielt“, betonte er, „es muss das Ziel sein, das Viertelfinale in der nächsten Saison anzugreifen.“

Schon in den nächsten Tagen soll Klarheit herrschen, wie der Kader dafür aussieht. Vor allem auf den Ausländerpositionen sind Fragen offen. Vladimir Lucic hat sich durch eine bärenstarke Saison ins Blickfeld europäischer Topklubs gespielt, ihn zu halten, dürfte teuer werden, wie der Serbe am Sonntag durchblicken ließ. „Ich würde gerne bleiben“, sagte er, „aber es liegt am Klub, ob er die Angebote anderer Vereine mitgeht.“

Und dann ist da noch Derrick Williams. Gespräche mit dem Dunking-Künstler aus Übersee laufen ja schon länger, auch Hoeneß hat sich daran schon beteiligt und die Personalie zur Chefsache gemacht. Doch zumindest am Sonntag ließ sich der US-amerikanische Publikumsliebling noch nicht in die Karten schauen. Die Optionen heißen NBA oder FC Bayern, die Chancen liegen derzeit noch bei „50:50“, so Williams.

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