Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schmollen darf der Kapitän - aber nicht öffentlich.
+
Schmollen darf der Kapitän - aber nicht öffentlich.

Ballack vs. Löw

Ermahnung für den Aufsässigen

Michael Ballack darf nach seinem Kotau Kapitän der deutschen Nationalmannschaft bleiben.

Michael Ballack ist aus dem Machtkampf mit Bundestrainer Joachim Löw mit einem blauen Auge davongekommen und bleibt Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Löw sah trotz der heftigen Kritik des 32-Jährigen nach einem Friedensgipfel und einer Entschuldigung von Konsequenzen ab. Man habe eine neue Vertrauensbasis für eine weitere Zusammenarbeit gefunden, hieß es von Seiten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Ballack, dem angeblich sogar ein Rauswurf gedroht hatte, bleibt damit zumindest bis zur Weltmeisterschaft 2010 Löws verlängerter Arm auf dem Platz. Der Bundestrainer beließ es nach einem Gespräch "in aller Offenheit" bei einer Ermahnung für den 89-maligen Nationalspieler.

"Michael Ballack bleibt mein Kapitän. Aber auch als Kapitän muss er sich an unsere Regeln halten. Er weiß, dass er jederzeit alle Dinge intern ansprechen kann. Alle sportlichen und personellen Entscheidungen werden aber letztlich von unserem Trainerteam getroffen - und dies habe ich Michael unmissverständlich deutlich gemacht", sagte Löw am Freitag, nachdem es am Donnerstag in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main eine knapp zweistündige Aussprache gegeben hatte.

Ballack gestand nach dem Vier-Augen-Gespräch erneut einen Fehler ein. Er habe eingesehen, "dass es nicht in Ordnung war, an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich bedauere auch, dass der Eindruck entstanden ist, ich wolle Joachim Löw in seiner Position als Bundestrainer kritisieren. Dafür habe ich mich bei Joachim Löw entschuldigt", erklärte Ballack.

Der 32-Jährige betonte zudem, in Zukunft nicht mehr die Autorität von Löw anzweifeln zu wollen: "Er ist der Bundestrainer, er trifft die Entscheidungen und diese haben wir alle zu akzeptieren. Ich habe nach der Aussprache mit Joachim Löw keinerlei Zweifel daran, dass wir in der Nationalmannschaft in einer guten Atmosphäre unsere gemeinsamen Ziele realisieren können." Für Löw ist der Fall damit offensichtlich erledigt. "Ich freue mich, dass damit ein hervorragender Nationalspieler, der in den vergangenen Jahren großen Anteil an unseren Erfolgen hatte, weiter zur Verfügung steht und uns helfen wird, die gesetzten Ziele auf dem Weg zur WM 2010 zu erreichen", erklärte er.

Ballack und Löw hatten sich am Donnerstagabend nach den tagelangen Querelen in der DFB-Zentrale zu der Aussprache getroffen. Am späten Nachmittag war der England-Legionär des FC Chelsea mit Genehmigung seines Klubs aus London nach Frankfurt/Main geflogen, gegen 20.00 Uhr verabschiedete er sich wieder in Richtung England. Erst am späten Freitagnachmittag nach mehr als 20 Stunden wurde dann das Ergebnis der Unterredung durch den DFB öffentlich gemacht. Über detaillierte Abläufe und Inhalte der Aussprache wurde Vertraulichkeit vereinbart.

Löw hatte Ballack nach Deutschland zitiert, nachdem dieser den Bundestrainer in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung scharf angegriffen und unter anderem mehr Respekt und Ehrlichkeit gefordert hatte. Ballack, der sich zurzeit von den Folgen einer Fuß-OP erholt, hatte sich vor dem Treffen am Donnerstag bereits per Pressemitteilung und telefonisch bei Löw entschuldigt. Löw hatte nach Ballacks verbalem Angriff zunächst erklärt, dass er sich von keinem Spieler in die Mannschaftsaufstellung reinreden lassen werde.

Der England-Legionär räumte daraufhin am vergangenen Samstag bereits kleinlaut ein, "dass es ein Fehler war, diesen Weg zu wählen". Zudem hatte er versichert, dass er Löw "persönlich als Mensch und Trainer" sehr schätzen würde. Löw hatte die Stellungnahme Ballacks, der im August 2004 unter dem damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann anstelle von Oliver Kahn zum neuen Kapitän bestimmt worden war, registriert, seine endgültige Entscheidung von dem persönlichen Gespräch abhängig gemacht.

In den vergangenen Tagen war über die möglichen Konsequenzen für den 32-Jährigen in aller Ausführlichkeit spekuliert worden. Es war vor allem vermutet worden, dass Löw Ballack als Kapitän absetzen wird. sid/dpa/fr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare