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Zweitschnellste im Training in Garmisch-Partenkirchen: Viktoria Rebensburg.

Skirennläuferin

In die Erfolgsspur finden

Viktoria Rebensburg will den Ärger mit Alpinchef Wolfgang Maier hinter sich lassen

Viktoria Rebensburg moderierte das Thema Wolfgang Maier souverän ab. Nein, behauptete die beste deutsche Skirennläuferin vor dem Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen, der Zwist über Trainings-Umfang und -Intensität mit dem Alpinchef wirke „wirklich nicht“ nach. Und überhaupt wolle sie sich jetzt ausschließlich auf dieses „coole Rennwochenende“ mit der Abfahrt am Samstag (11.30 Uhr/ARD) und dem Super-G am Sonntag (11.15 Uhr) auf der Kandahar konzentrieren.

Dabei war für „GAP“ doch ein klärendes Gespräch zwischen Rebensburg und Maier angesetzt. Doch aus dem Friedensgipfel im Teamhotel Riessersee hoch über der Marktgemeinde wurde nichts. „Wir hatten zwar Kontakt“, sagte Rebensburg am Freitag, „aber es hat zeitlich noch nicht funktioniert. Und das ist keine Sache, die ich zwischen Tür und Angel machen möchte. Wir werden uns treffen, sobald es besser in meinen Rennplan passt.“

Redebedarf scheint es nach wie vor genügend zu geben. Maier hält an seinen Aussagen grundsätzlich fest, und wie er sieht auch Maria Höfl-Riesch bei Rebensburg Nachholbedarf. „Sie fährt insgesamt nicht mit der Entschlossenheit und Konsequenz, wie man es von ihr gewohnt ist“, hat die dreimalige Olympiasiegerin bei ihrer früheren Teamkollegin beobachtet. Gründe dafür könne es viele geben, sagte Höfl-Riesch der „Münchner Abendzeitung“, und nannte neben Problemen bei der Materialabstimmung ebenfalls mangelnden Fleiß.

„Ich kann mich erinnern, dass Vicky auch früher im Training nicht immer die allermeisten Fahrten gemacht hat“, sagte Höfl-Riesch, „sie ist natürlich auch ein Riesentalent mit einem unglaublichen Skigefühl. In den Phasen, in denen sie gut in Form war, hat es auch nicht mehr gebraucht. Aber wenn es nicht so gut läuft, muss man das vielleicht umstellen und die ein oder andere Fahrt mehr machen.“

In Garmisch bekam Rebensburg dazu keine Gelegenheit. Das erste Abfahrtstraining am Donnerstag wurde abgesagt, um die Piste zu schonen. Beim zweiten am Freitag zeigte sie als Zweitschnellste, dass mit ihr nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen wieder zu rechnen ist. Den Wirbel, betonte sie, könne sie ausblenden: „Am Start konzentriere ich mich nur aufs Skifahren.“

Zweimal Dritte (Abfahrt) und einmal Zweite (Super-G) war Rebensburg schon auf der Kandahar. Für den ganz großen Wurf hat sie ein klares Vorbild. „Thomas Dreßen hat letzte Woche vorgelegt und gezeigt, dass es mit am schönsten ist, wenn man vor eigenem Publikum auf dem Podest jubeln kann“, sagte die 30-Jährige aus Kreuth am Tegernsee. Dreßen hatte am Samstag die Männer-Abfahrt gewonnen – nun würde auch Rebensburg gerne wieder für positive Schlagzeilen sorgen. „Ich freue mich brutal auf die Heimrennen“, sagte sie: „Wir waren die letzten Wochen sehr oft weit weg. Daher ist es jetzt schön, mit der Familie und Freunden hier zu sein.“ Und – Wirbel hin, Ärger her: „Der Speed ist da, das ist super zu wissen.“ sid

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