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Porträt

Erfolg mit harter Hand

  • Jürgen Ahäuser
    VonJürgen Ahäuser
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Der Mann ist nicht gerade für leise Töne bekannt. Doch wie viele andere auch ist der Trainer von Schwimm-Weltmeister Paul Biedermann von der Erfolgswelle überrascht. Von Jürgen Ahäuser

Der Mann ist nicht gerade für leise Töne bekannt. Gestern aber war Frank Embacher, 45, auffallend zurückhaltend. Kein lockerer Spruch, keine Kampfansage an Michael Phelps. Wie viele andere auch schien der Trainer von Schwimm-Weltmeister und -Weltrekordler Paul Biedermann von der Erfolgswelle, die im Foro Italico am Sonntagabend über ihn und das gesamte deutsche Team geschwappt war, noch ziemlich überrascht. "Erst war es für mich unheimlich stressig, dann überwältigend", sagt Embacher.

Noch ist die Mission Rom 2009 für den Coach aus Halle nicht beendet. Paul Biedermann tritt heute zum Showdown gegen den US-amerikanischen Helden Michael Phelps an. In Daniela Schreiber hat Embacher eine weitere Athletin bis in die Weltspitze geführt. Er wird sich daran gewöhnen müssen, dass seine Bekanntheit mit der seiner Sportler steigt.

Embacher, 1964 in Leipzig geboren, hat auf den ersten Blick die klassische Karriere eines ostdeutschen Athleten und Trainers hinter sich. Aber eben nur auf den ersten Blick. Seine Erfolge als Schwimmer sind übersichtlich. Vor 26 Jahren holte der Wahl-Berliner just in Rom seine beste Platzierung: EM-Sechster über 200 Meter Rücken. Mit dem einzigen zusätzlichen Eintrag, Zweiter bei den nationalen Meisterschaften im Arbeiter- und Bauernstaat, endet schon seine Karriere in einer Zeit, als die DDR-Athleten der Welt davonschwammen. Erfolgreicher war 1983 in Rom seine Frau. Cornelia Polit gewann EM-Gold.

Der 20 Jahre alte Sohn Toni, vom Vater mit "der gelegentlich gleichen harten Hand" bis in die deutsche Spitze geführt, vervollständigt die schwimmverrückte Familie Embacher. Es gibt nicht immer gute Laune beim frühmorgendlichen Training, sagt der Trainer. Wenn verbale Motivation nicht hilft, darf es auch schon mal "ein Tritt in den Allerwertesten sein", sagt er.

Nach dem Examen an der Leipziger Hochschule für Körperkultur 1992 begann Embacher seine Trainerlaufbahn. Seit 1994 ist er Stützpunkttrainer in Halle und auch zuständig für die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Es hat ein wenig gedauert, bis Embacher den "Kulturschock" des Umzugs von Berlin in die sachsen-anhaltinische Chemie-Stadt verdaut hatte. Heute ist er ein Saalestädter - und kämpft seit Jahren für den Bau einer neuen Schwimmhalle. Die Trainingssituation sei prekär, sagt er. So eine Goldmedaille aber wie die von Biedermann kann seiner Forderung Nachdruck verleihen. Die Startblöcke, von denen Biedermann bis hinein in die Weltspitze gesprungen ist, sind mindestens 40 Jahre alt. Da wäre es Zeit für eine neue Wende, sagt der Trainer.

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