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Eine Legende im Tennis: Roger Federer.

Tennis

Wie ein epochales Endspiel

Roger Federer gegen Rafael Nadal: Heute steigt das Duell der Giganten.

Es gibt keinen Grund für Roger Federer, sich Sorgen zu machen. Nein. Er hat einen Lauf, seit Herbst 2015 ist seine Bilanz gegen Rafael Nadal makellos: fünf Duelle, fünf Siege. Der Schweizer verspürt außerdem keinen Druck, versichert er, denn: Mit dem Erreichen des Halbfinals bei den French Open in Roland Garros, wo er, so der Wettergott dies zulässt, am Freitag zum 39. Mal auf seinen spanischen Rivalen trifft, „habe ich meine Erwartungen bereits übertroffen“.

Es gibt freilich auch für Nadal keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Nein. Er hat einen Lauf. Auf roter Asche verlor er gegen Federer zuletzt 2011 in Madrid, und seine Bilanz gegen ihn in Roland Garros ist makellos: fünf Duelle, fünf Siege. Erst 2005 im Halbfinale, danach 2006, 2007, 2008 und 2011 jeweils im Finale. „Ich bin happy, gegen Rafa zu spielen“, betont Federer dennoch: „Wenn du auf Sand etwas erreichen willst, dann ist es unvermeidlich, dass du an irgendeinem Punkt an ihm vorbei musst.“

Die Frage ist nur: Wie will Federer (37) an Nadal (33) vorbeikommen? „Es gibt immer eine Chance“, sagt der Grand-Slam-Rekordsieger (20), jedes Match muss erst gespielt werden, bevor es entschieden ist.“ Mit dieser Einstellung werde er dieses Match angehen. Jeder wisse, „dass es hart werden wird“ gegen Nadal, „aber man weiß ja nie“. Nadal könnte ja ein Problem haben. Wie 2009, als der Spanier in Paris im Achtelfinale an Robin Söderling scheiterte – und Federer später gegen Söderling den Titel gewann.

Unter normalen Umständen dürfte Federer in diesem Klassiker wenig bis keine Chancen haben: Nadal hat von 15 Begegnungen gegen Federer auf der roten Asche 13 gewonnen, das kommt nicht von ungefähr. „Diese Siege“, sagt der Spanier, mit elf Titeln ohnehin der König von Roland Garros, „bedeuten schon etwas“. Federer kennt die Statistiken, aber er sagt auch: „Wenn ich Rafa aus dem Weg hätte gehen wollen, hätte ich gar nicht hier spielen sollen.“ Nun stehe er im Halbfinale.

Federer liegt zurück

Insgesamt liegt Federer in den Duellen 15:23 zurück, nein, scherzte er vor dem 39. Treffen, diesen Rückstand werde er in diesem Leben wohl nicht mehr aufholen können. Zumal beide ohnehin nicht so oft gegeneinander gespielt haben seit 2004. Gegen Novak Djokovic etwa trat Nadal seit 2006 schon 54-mal an. Gerade die Tatsache, dass Federer und Nadal sich dann doch eher selten auf dem Platz begegneten, macht das Match am Freitag erst recht besonders – wer weiß, wie oft es noch dazu kommt, gerade auf Sand.

Das Halbfinale von Roland Garros zwischen den beiden Grand-Slam-Größen fühlt sich jedenfalls an wie ein epochales Endspiel, wie eines der letzten Kapitel einer großartigen Geschichte. Das spürt auch Nadal. „Es waren immer besondere Matches, aber diesmal wird es in der Tat noch spezieller, noch einzigartiger, noch wichtiger sein“, betont er, „wir haben die wichtigsten Momente unserer Karrieren miteinander auf dem Platz geteilt. Dies wird eine weitere Episode sein.“ Aber womöglich eine der letzten. sid

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