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Vermeintliches Siegtor. Alexander Frei trifft zum 2:3.
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Vermeintliches Siegtor. Alexander Frei trifft zum 2:3.

Episch krumme Karrieren

Streller und Frei führen Basel zu einem 3:3 gegen ManU

Von Martin Henkel

. Gegen Manchester United, kann man vieles falsch machen, und das meiste davon nicht verhindern. Das liegt an der Klasse des zweifachen Champions-League-Siegers. Aber eines sollte man tunlichst vermeiden: Gegen United eine Führung halten wollen und Stammpersonal vom Platz nehmen.

Thorsten Fink, weiß das, der Trainer des United-Gegners FC Basel am Dienstagabend in der Champions League, war dabei, als die Bayern 1999 im Champions-League-Finale gegen Manchester 1:0 führten, ehe Lothar Matthäus kurz vor Schluss vom Feld marschierte, muskelmüde und siegessicher, und United binnen zwei Minuten in der Nachspielzeit das Spiel drehte. Trotzdem sah Fink seinen Stürmer Alexander Frei über den Rasen des Old Trafford schleichen, muskelmüde und, vielleicht auch siegessicher, schließlich hatten die Schweizer den 80-Sekunden-Doppel-Rückschlag durch Danny Welbeck in ein 3:2 verwandelt (1:2 Fabian Frei, 2:2 und 2:3 Alexander Frei). der Baseler Coach erlag der Versuchung, rief den zweifachen Torschützen 13 Minuten vor Ende der Partie herunter – und schenkte so den Sieg her.

Die Basler waren sich später nicht sicher, wie sie das Letzte-Minute-Remis, erzielt durch Ahsley Young, bewerten sollten. Aber wer Schweizer ist, schaut ungetrübt auf die Welt, und so erblickten sie in dem spät erlittenen 3:3 den Beinahe-Sieg – und der reicht angesiedelt im Umfeld des 2:0 der Grasshoppers Zürich gegen Real Madrid (1978) und des 3:3 der Basler gegen Liverpool (2002) allemal für die Annalen des Schweizer Fußballs. Basels Kapitän Marco Streller jedenfalls will vom heroischen 3:3 in Uniteds Theater der Träume später seinem Sohn erzählen.

Viele Profis hoffen auf solche Nächte vergebens. Auch Frei und Streller schienen bis Dienstagabend im Theatre of Dreams auf dem besten Weg, ihre etwas krummen Karrieren in absehbarer Zeit ohne episches Spiel zu beenden. Frei war mal in Basel, Thun, Genf, in Rennes, auch in Dortmund und seit 2009 wieder in Basel; das ist keine Laufbahn zum Erinnern. Und auch Streller hat aus viel Talent nicht viel gemacht, spielte in Basel, Thun, Stuttgart, Köln und ist seit 2009 zurück beim FCB. Er ist jetzt 31, sein früherer Nationalmannschaftskollege Frei 33. Beide haben sich vergangenen Sommer aus der Nati verabschiedet.

Aber Thorsten Fink steht auf die zwei. Seit 2009 ist der Deutsche Basels Trainer, er holte Frei für immerhin 4,75 Millionen Euro aus Dortmund, fand Streller schon im Kader, mörtelte mit deren Hilfe eine siegfähige Elf zusammen und steht jetzt da als Baumeister der jüngeren Basler Erfolgsgeschichte: auf Anhieb zweimal Schweizer Meister, einmal Cup-Sieger und zwei Champions-League-Teilnahmen, die zweite vergangenes Jahr in einer Gruppe mit dem AS Rom, CFR Cluj und den Bayern.

Finger weg vom Personal

Nach der Gruppenphase musste Basel als Dritter in die Europa League, in Moskau gegen Spartak war auch da Schluss. Aber das sieht in diesem Jahr schon besser aus, Basel ist mit vier Punkten Tabellenführer, zumal der alte Defensivmann Fink als Übungsleiter Gefallen an der geordneten Attacke hat. Das Achtelfinale ist also drin – so lange Thorsten Fink in den wichtigen Momenten die Finger vom Personal lässt, das der frühere Grasshoppers-Spieler Roger Wehrli am Morgen danach in den heimischen Medien zu Heroen des Schweizer Fußball erklärte. Streller und Frei, so Wehrli, seien „die besten Stürmer, die die Schweiz je hatte“. So schnell kann das gehen.

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