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Sitzt dem Dominator Martin Fourcade im Nacken: Simon Schempp.

Biathlon

Entspannt ins Saisondebüt

Biathlet Simon Schempp will seinen ersten Einzel-WM-Titel bei den Olympischen Spielen vergolden.

Vor dem Start in den Olympiawinter ist Simon Schempp so entspannt wie lange nicht. „Der WM-Titel nimmt mir ein bisschen den Druck“, sagt Deutschlands bester Biathlet. Nach vielen gescheiterten Anläufen geht der 29-Jährige aus Uhingen erstmals in seiner Karriere als Einzel-Weltmeister in eine Saison. Auf dem Weg zu den Winterspielen in Pyeongchang im Februar 2018  soll das zum einen Sicherheit geben, aber auch als Ansporn für einen weiteren großen Erfolg gegen Dominator Martin Fourcade dienen.

„Ich werde endlich nicht mehr darauf angesprochen, dass ich bei einem Highlight noch nie eine Einzelmedaille gewonnen habe“, sagte Schempp. „Aber trotzdem möchte ich bei Olympia natürlich erfolgreich sein.“ Bei der WM in Hochfilzen hatte er im Februar Gold im Massenstart geholt und damit eine lange Durststrecke beendet, die ihn selbst am meisten genervt hatte. Zuvor war der Schwabe zwar schon dreimal Weltmeister, doch alle seine Titel hatte er nur mit der Staffel (2015) oder Mixedstaffel (2010, 2017) gewonnen.

Und was ist in diesem Winter drin? „Ich will sehr konstant starten. Ich bin besser in Form als noch 2016“, sagte Schempp vor dem schweren Einzel am Donnerstag (17.15 Uhr/ZDF und Eurosport) in Östersund. Die Mixedrennen am Wochenende hatte er noch ausgelassen, den ersten Formtest gibt es deswegen gleich im härtesten und längsten aller Rennen über 20 Kilometer. Ein gutes Omen: In den mittelschwedischen Wäldern war er zum Auftakt 2015 auf Platz zwei gelaufen.

Zwar wisse aktuell niemand wirklich, wo er steht, sagte Schempp, doch eines scheint sicher: Siege gehen auch in dieser Saison nur über Martin Fourcade. Nach sechs Gesamtweltcupsiegen in Serie – das schaffte zuvor noch niemand – ist der Franzose erneut bei jedem Start der große Favorit. Fourcade und der zwölfmalige Weltcupsieger Schempp duellierten sich in der Vergangenheit immer wieder spektakulär. „Im Moment spricht nichts dagegen, dass Simon ein guter, starker Kontrahent für Martin Fourcade sein könnte“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

Das Team als treibende Kraft

„Ich bin in den letzten Jahren nie ohne Ausfall durchgekommen. Wenn das gelingt, kann es auch im Gesamtweltcup weit nach vorne reichen“, sagte Schempp, der mit einem Platz unter den Top Drei liebäugelt. Bisher ist ein vierter Gesamtrang sein bestes Resultat. Doch über allem steht Olympia. In Sotschi hatte er mit der Staffel 2014  Silber gewonnen – nun soll es für den Sprung nach ganz oben reichen: „Olympiagold mit der Staffel wäre toll, das ist unser Ziel.“

Aus dem homogenen deutschen Team, zu dem auch die Weltmeister Erik Lesser, Arnd Peiffer und Benedikt Doll gehören, ragt Schempp heraus. „Es ist von Vorteil, wenn man in so einem Team trainieren kann. Keiner mag als Letzter ankommen, wir ziehen uns aneinander hoch und entwickeln uns so weiter“, sagte Schempp.

Im Sommer 2016 hatte er lange an einer neuen Waffe getüftelt, den Schießrhythmus geändert und sich durch akribische Arbeit noch einmal verbessert. In den vergangenen Monaten seien jedoch keine großen Umstellungen nötig gewesen, „nur Kleinigkeiten, weil alles sehr gut funktioniert hat“, sagte Schempp. Auch deswegen ist er so entspannt.   (dpa)

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