Eishockey

„Entscheidung muss jetzt fallen“

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Löwen-Chef Krämer über den Hallenbau und die DEL-Reife der Frankfurter Eishockeyprofis.

Stefan Krämer, viele Eishockeyfans der Löwen Frankfurt beobachten gespannt, was in Krefeld passiert. Sie auch? Dort droht einem DEL-Klub das Aus, was den Löwen die Tür nach oben früher als geplant öffnen könnte.
Im Moment zeichnet sich ab, dass es im Krefelder Gesellschafterstreit eine Lösung gibt, und das ist auch gut so, denn Eishockey-Deutschland braucht mit Sicherheit keine erneute Insolvenz eines Klubs. Aber natürlich sind wir bereit, wenn es darauf ankommt. Ansonsten fokussieren wir uns auf die Aufstiegssaison 2020/21.

Was müssten die Löwen leisten, um im Fall der Fälle als Nachrücker schon zur nächsten Saison in die erste Liga zu kommen?
Wir haben uns nun drei Jahre in Folge bei der DEL um eine Aufnahme beworben, jeweils das komplette DEL-Lizenzierungsverfahren durchlaufen und immer erfolgreich bestanden. Wir kennen die Prozesse.

Wären die Löwen jetzt schon reif für die DEL?
Eine komplexe Frage. Grundsätzlich antworte ich mit Ja. Wir planen heute mit 4,5 Millionen Euro, in der DEL wollen wir im ersten Step in Richtung sieben Millionen gehen. Aber mit der Eissporthalle ist das nur schwer möglich.

Und perspektivisch?
Wollen wir in der DEL nachhaltig erfolgreich sein, brauchen wir eine Multifunktionsarena, und zwar so schnell es geht. Sicher können wir aufgrund unseres Eigenkapitals von knapp einer Millionen Euro und unserer Potenziale eine kurze Zeit überbrücken, das war’s dann aber auch. Die Zeit drängt und eine Entscheidung seitens der Stadt bezüglich der Arena muss jetzt fallen.

Wie sieht es personell aus?
Unser Sportdirektor Franz-David Fritzmeier macht einen überragenden Job und hat meine volle Rückendeckung. Wir haben sehr gute deutsche Spieler. Sie sollen unser Grundgerüst für die DEL und den nötigen Aufstieg dorthin sein. Wir haben vier hervorragend ausgebildete und hoch motivierte Trainer, die unsere Spieler anleiten. Das ist bereits DEL-Niveau und in der DEL 2 so sicher an keinem anderen Standort zu finden. Dass Matti Tiilikainen nun ins Trainerteam der deutschen Nationalmannschaft berufen wurde, ist sicher kein Zufall.

Sie haben den Bedarf nach einer neuen Halle angesprochen. Mit dem Vorstoß am Flughafen ist wieder Bewegung in dieses Thema gekommen.
Wir haben uns sehr intensiv mit beiden Standorten und Projekten auseinandergesetzt und stehen nach unserer Prüfung ohne Zweifel hinter dem Dome-Projekt am Flughafen. Die Öffentlichkeit unterliegt dem Irrglauben, dass am Kaiserlei bald gebaut werden könnte. Nach all den Gesprächen die ich geführt habe, weiß ich, dass dem bei weitem nicht so ist. Sehr viele Fragen sind am Kaiserlei unbeantwortet.

Um was geht es dabei?
Grundstücke stehen nicht komplett zur Verfügung und die Verkehrsfrage am Kaiserlei ist ungeklärt, um zwei Aspekte zu nennen. Dass Offenbach keine Arena will, ist sicher kein Geheimnis.

Und die Halle am Flughafen?
Das Projekt am Flughafen ist viel weiter. Die Fraport unterstützt es in großem Maße. Verkehr und auch die Überbauung der B43 sind laut meinem Kenntnisstand längst kein Hindernis mehr. Mit Hochdruck wird von allen Seiten an diesem Projekt gearbeitet.

Rechnen Sie mit einer baldigen Entscheidung?
Ich fordere die zuständigen Dezernate der Stadt Frankfurt nachdrücklich auf, sich nun endlich hinsichtlich des Ausschreibungsverfahrens am Kaiserlei zu entscheiden. Wenn es dort nicht weitergeht, muss das Verfahren umgehend geschlossen werden.

Wie sieht die aktuelle Bilanz aus, da nun fast ein Drittel der langen Hauptrunde gespielt ist?
Die Liga ist eng geworden. Unsere Mannschaft ist gefordert, und wenn sie hart arbeitet, werden wir am Ende weit vorne stehen.

Wie wichtig ist sportlicher Erfolg in dieser Runde überhaupt?
Wir nehmen die Saison als Vorbereitung auf die kommende Spielzeit durchaus ernst. Unser Fokus liegt aber sicher auf der Entwicklung der Spieler. Wir wollen nächstes Jahr bereit sein.

Schon jetzt haben einige Klubs aufgerüstet. Hat der wieder eingeführte Aufstieg der DEL 2 einen Schub gegeben?
Es ist sehr spannend, was die anderen Klubs da veranstalten. Wir werden sehen, wohin das führt. Für uns kann ich nur sagen: Wir haben einen Plan.

Interview: Michael Löffler und Markus Katzenbach

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