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Die Eishockey-Nationalmannschaft.

Mannschaft des Jahres

Die Entfesselten

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Die Eishockey-Nationalmannschaft schießt sich mit Silber in Pyeongchang in eine neue Umlaufbahn.

Lediglich 55,5 Sekunden hatten gefehlt. Dann wäre dieses olympische Eishockey-Finale in Pyeongchang erst gar nicht in die Verlängerung gegangen. 3:2 stand es für die deutsche Nationalmannschaft gegen den Überfavoriten – die Olympischen Athleten aus Russland. In Abwesenheit der Superstars aus der nordamerikanischen Hockeyliga (NHL) waren die russischen Kufencracks aus der KHL die bekanntesten Spieler in Südkorea. Jonas Müller hatte Deutschland 3:16 Minuten vor der Schlusssirene in Führung gebracht, die Goldmedaille war in greifbarer Nähe. Doch Nikita Gussew erzielte 55,5 Sekunden vor Schluss den Ausgleich. In der Verlängerung traf Kirill Kaprisow nach 9:41 Minuten – als Patrick Reimer auf der Strafbank saß.

„Wir waren so knapp davor, Gold zu gewinnen, deswegen war es natürlich im ersten Augenblick extrem schmerzhaft, das mitzuerleben“, sagte Yannic Seidenberg: „Aber als die Medaillen rauskamen, war ich einfach nur unglaublich stolz, dabei gewesen zu sein und sie in der Hand zu haben.“ Es war das beste Olympiaergebnis. 1932 und 1976 hatte Deutschland jeweils Bronze gewonnen. 42 Jahre später gab es Silber im Gangneung Hockey Centre.

Das Team von Trainer Marco Sturm hatte die perfekte Mischung aus erfahrenen Spielern wie Kapitän Marcel Goc, Christian Ehrhoff und Seidenberg, die die Systeme bereits von der WM 2017 in Köln kannten. Während es in der Vorrunde gegen Finnland und Schweden Niederlagen setzte, quälte sich das Team zu einem Sieg in der Verlängerung gegen Norwegen und erreichte gerade so die Viertelfinalqualifikation. Danach begann ein Drama in vier Akten: Einem knappen Sieg gegen die Schweiz (2:1) folgten sensationelle Siege (jeweils 4:3) gegen Weltmeister Schweden und Rekord-Olympiasieger Kanada. Nur gegen Russland sollte es nicht reichen.

Einziger Wermutstropfen für den Deutschen Eishockey-Bund (DEB): Den Verjüngungsprozess im Team muss nach dem Rücktritt von Marco Sturm ein anderer übernehmen. Der Erfolgstrainer wechselte als Co-Trainer in die NHL zu den Los Angeles Kings. 

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