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Roger Federer.
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Roger Federer.

Federer in Wimbeldon ausgeschieden

Ende einer Ära

  • Barbara Klimke
    VonBarbara Klimke
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Roger Federer hat im Viertelfinale von Wimbledon überraschend eine Niederlage kassiert und verpasst damit erstmals seit 2003 das Endspiel dort. Vom Glück geküsst sind andere an diesem Tag. Von Barbara Klimke

Mitunter endet Spiele, die eine Ära beenden, völlig unspektakulär: ohne Drama, ohne Tiebreak, mit einem trockenen, aber keineswegs traumhaften Passierschlag zum Schluss und einem schnellen Abgang der Akteure. Roger Federer, der Magier am Ball, der das Tennispublikum ein Jahrzehnt lang verzaubert hatte, nahm sich kaum noch Zeit, in die Runde zu winken. Er verließ den Centre Court, auf dem er sechsmal triumphiert hatte, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007 und 2009, wie jeder andere geschlagene Spieler: gereizt, frustriert und deprimiert.

Fast alle Experten hätten den 28-jährigen Federer am Sonntag erneut im Finale erwartet, die Bühne war schon präpariert. Ein weiterer Endspielsieg, und er wäre in die Phalanx der Besten der Clubgeschichte aufgestiegen, die seit 1877 den Wimbledon-Titel sieben Mal gewannen, wie William Renshaw im 19. Jahrhundert und der US-Amerikaner Pete Sampras mehr als hundert Jahre später. Stattdessen scheiterte Federer am Mittwoch im Viertelfinale, er unterlag dem mutigen Tschechen Tomas Berdych in vier Sätzen 4:6, 6:3, 1:6 und 6:4.

Viertelfinale ist "ein ordentliches Resultat", versuchte Federer später zu erklären. "Viele Leute würden alles geben, um in einem Grand Slam so weit zu kommen." Aber Federer war nie wie andere Leute auf dem Platz: Er hat sechzehn Grand-Slam-Turniere gewonnen, so viel wie niemand vor ihm; die einzige Niederlage in Wimbledon seit 2003 hat ihm vor zwei Jahren der Zweitbeste der Zunft, Rafael Nadal, zugefügt, und der benötigte dafür fünf epische Sätze und das längste Endspiel der Geschichte. Und so gab er es auch schnell auf, seine Niederlage schönzureden. "Ich bin es nicht gewohnt, im Viertelfinale auszuscheiden", merkte er an, "so was ist mir zuletzt vor sechs Jahren passiert."

Er hätte das Match gegen 24-jährigen Tomas Berdych, der in diesem Jahr bei den French Open im Halbfinale stand, vielleicht noch umdrehen können. Im vierten Satz führte er 3:2 und 40:0 bei Berdychs Aufschlag. Doch er vergab drei Breakbälle, beim letzten wurde er mit einem Volley ausgespielt. Berdych nutze seine Möglichkeiten und trieb den Gegner in die Enge. Was Federer an diesem Tag fehlte, war die gewohnte Fähigkeit, sich mit leichtem Schritt und göttergleichen Schlägen über alles Irdische zu erheben.

Er sah es selbst genauso: Berdych war "ein bisschen konstanter" als im April, als er schon einmal gegen ihn verloren hatte, räumte er ein. "Aber aus meiner Sicht bin ich unzufrieden mit der Art, wie ich gespielt habe." Er entschuldigte das mit Rückenschmerzen und Beschwerden im rechten Bein, die ihm "nicht erlaubten, so zu spielen, wie ich wollte". Berdych war erstaunt, dass Federer, den er verehrt, seine Leistung nicht honorierte. "An solchen Schmerzen leiden wir alle", sagte er, ehe er dem Unterlegenen gute Besserung wünschte.

"Es war brutal für mich"

Aber der Schweizer Ausnahmespieler hat in seiner Karriere wohl zu selten verloren, um in den Minuten der Enttäuschung großherzig zu sein; er wischte sich in der Pressekonferenz, zu der er mit einer tief ins Gesicht gezogenen Schirmmütze erschien, auffällig häufig über die Augen.

Dem Mann, der ein derartiges Vertrauen in seine Siege hat, dass er sich die Zahl der Wimbledon-Titel auf die Schuhe nähen lässt, fiel es sichtbar schwer, die eigenen Fehler zu verkraften. "Immer wenn er eine Chance hatte, hat er sie verwandelt", sagte er über Berdych: "Es war brutal für mich." Auf die Frage einer englischen Journalistin nach den Chancen Andy Murrays antwortete er mit ungewohnter, beißender Ironie: "Rafa spielt schlecht in letzter Zeit, Djorkovic kann auch kein Tennis mehr spielen." Sie solle ihre Hausaufgaben machen.

Im Grunde aber setzte sich die auffällige Formschwäche Federers aus den beiden Auftaktmatches fort. Schon gegen den Kolumbianer Alejandro Falla und den Serben Ilja Bozoljac hatte Federer fünf beziehungsweise vier Sätze benötigt, um weiterzukommen. Im Halbfinale am Freitag wird Tomas Berdych nun auf den Serben Novak Djorkovic treffen, der gegen den Taiwanesen Lu Yen-Hsun gewann.

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