+
Endlich hat sie den Rekord: Elisabeth Seitz.

Elisabeth Seitz

Die Rekordfrau

Turnerin Elisabeth Seitz sichert sich ihren 22. nationalen Titel am Stufenbarren. Zwei Monate vor der Heim-WM ist noch Luft nach oben.

Elisabeth Seitz konnte nach ihrer fast perfekten Übung am Stufenbarren schon wieder strahlen und freute sich über den geglückten Coup. Mit dem Sieg an ihrem Paradegerät bei der Turn-DM in Berlin ließ die Stuttgarterin die Enttäuschung vom Vortag vergessen und knackte einen Uralt-Rekord.

Die beste deutsche Kunstturnerin verwies Sophie Scheder (Chemnitz) und Emelie Petz (Backnang) auf die Plätze zwei und drei und egalisierte mit ihrem 22. nationalen Titel die 56 Jahre alte Bestmarke von Ingrid Föst. Die mittlerweile 84 Jahre alte Potsdamerin wurde zwischen 1953 und 1963 22-mal DDR-Meisterin. „Nun kann mir keiner mehr meinen Rekord streitig machen. 22 Titel – das ist cool und einfach sagenhaft“, sagte Seitz nach ihrem historischen Sieg in der Übung mit hohem Schwierigkeitsgrad. „Außerdem habe ich erstmals an einem Wochenende meine Übung mit einem 6,4er-Ausgangswert durchgeturnt. Das gibt mir Kraft und Selbstvertrauen für die kommende Zeit.“

Am Tag zuvor war es nicht so gut gelaufen. Im Mehrkampf musste Seitz dreimal vom Schwebebalken absteigen. Der Sieg war futsch, am Ende landete die WM-Dritte (Stufenbarren) nur auf Rang fünf. Es gewann Sarah Voss (Köln) vor Kim Bui (Stuttgart) und Sophie Scheder (Chemnitz). Im Einzelfinale am Boden wurde Seitz am Sonntag hinter Bui Zweite.

„Am Ende bin auch ein Mensch. Man kennt mich zwar als Wettkampfsau, die immer alles durchturnt, doch ich hatte jetzt fünf Wochen Probleme mit meinem Fuß. Ich war einfach nicht sicher“, sagte Seitz nach dem wenig erfreulichen Auftritt am ersten Tag der Meisterschaften. Bundestrainerin Ulla Koch sammelte in Berlin letztendlich wenig Erkenntnisse für den Saisonhöhepunkt in zwei Monaten. „Dafür ist es jetzt einfach noch zu früh“, meinte die Bundestrainern über den etwas unglücklichen Termin der nationalen Titelkämpfe. Auch deshalb war die DM für die Frauen keine WM-Qualifikation.

Toba ist überglücklich

„Der Termin ist nicht optimal. Deshalb muss man genau abwägen, ob man an diesen Finals in Berlin mit der großen Aufmerksamkeit teilnimmt“, sagte auch Männer-Bundestrainer Andreas Hirsch, der angesichts der Leistungen seiner Schützlinge auch nicht gerade in Euphorie verfiel.

Im Mehrkampf sicherte sich Andreas Toba (Hannover) den Sieg vor Titelverteidiger Marcel Nguyen (Unterhaching) und Karim Rida (Berlin). Hirsch räumte lediglich den beiden Erstplatzierten im Anschluss gute Chancen auf ein WM-Ticket ein. „Ich wüsste jetzt nicht, wieso Andreas und Marcel in Stuttgart nicht antreten sollten“, so Hirsch.

Toba war total happy. „Das ist eine Bestätigung für die viele Arbeit. Wir haben extrem hart trainiert. Vielen Dank an meinen Trainer, der viel Geduld mit mir hatte“, sagte der neue Titelträger. „Meine Vorstellungen waren mittelmäßig. Ich hatte keine großen Fehler, aber viele kleine Patzer drin“, meinte Nguyen.

Andreas Toba hatte bei den Olympischen Spielen in Rio vor drei Jahren für Aufsehen gesorgt, als er im Mannschaftswettbewerb am Boden einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitten hatte und trotz der schweren Verletzung seine Übung am Pauschenpferd turnte. Im gleichen Jahr wurde Toba zum ersten Mal deutscher Meister im Mehrkampf. (sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion