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Berliner Jubel:  Pierre-Michel Lasogga (vorne) und Peter Niemeyer.
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Berliner Jubel: Pierre-Michel Lasogga (vorne) und Peter Niemeyer.

Hertha gegen Wolfsburg

Einer wie der andere

Beim spektakulären 3:2-Sieg in Wolfsburg zeigt sich, dass Hertha BSC einen ausgewogenen Kader besitzt.

Von Michael Jahn

37 Minuten waren gespielt im aufregenden Duell zwischen dem VfL Wolfsburg und Hertha BSC, als Berlins Nummer eins, Thomas Kraft, signalisierte, dass er ausgewechselt werden muss. Dem 23-Jährigen war schwindlig geworden. Schon nach acht Minuten hatte sich Kraft mutig ins Getümmel geworfen und dabei  das Knie des wuchtigen VfL-Angreifers Mario Mandzukic an den Kopf bekommen. Später wurde eine leichte Gehirnerschütterung festgestellt. 

Auf der Ersatzbank   streifte sich derweil Sascha Burchert, der am Sonntag seinen 22. Geburtstag feierte, flugs die Torwart-Handschuhe über. Erst zum vierten Mal kam der gebürtige Berliner in der Ersten Bundesliga zum Einsatz. Burchert war erst ein paar Minuten im äußerst unterhaltsamen Spiel, als Christian Lell einen Schuss unglücklich abfälschte, der Ball trudelte schier unaufhaltsam Richtung Torlinie, ehe ihn Burchert in letzter Sekunde  wegschlagen konnte. Das war eine von Dutzenden spektakulären Aktionen, die die 30.000 Zuschauer in Atem hielten. Es gab drei Pfosten- und Lattentreffer zu sehen, ein wunderbares Tor von Raffael zu bewundern (Kategorie: Kunststoß), dazu einen von Lewan Kobiaschwili verwandelten Foulstrafstoß, ein spätes Freistoßtor durch den Wolfsburger Marcel Schäfer und den Siegtreffer für Hertha zum 3:2 im Gegenzug durch den unermüdlichen Pierre-Michel Lasogga. Das passierte fünf Minuten vor dem Abpfiff.

Zuverlässige Nachrücker

Der unfreiwillige Personalwechsel auf der sensiblen Position des Torhüters führte zu keinerlei Schwächung der engagiert kämpfenden Mannschaft. „Auch Sascha  gibt uns das Gefühl der Sicherheit“, sagte Innenverteidiger Maik Franz,  „er schiebt im Training Extraschichten und hat einen astreinen Charakter.“ Nicht nur auf der Torhüterposition ist Hertha BSC gut  besetzt und besitzt zuverlässige Nachrücker – das gilt auch für andere Mannschaftsteile, wie der  engagierte Auftritt der  Mannschaft  in Wolfsburg zeigte.   Trainer Markus Babbel  hatte vor dem Spiel eine  einschneidende Maßnahme vorgenommen, die in Berlin für Aufsehen gesorgt hatte.  Babbel hatte seine beiden Außenstürmer Patrick Ebert und Änis Ben-Hatira nicht mit nach Wolfsburg genommen und den beiden U21-Europameistern von 2009  eine Denkpause verordnet.  „Sie haben ihr Können zuletzt nicht auf den Platz gebracht“, sagte Babbel, „sie sind im Moment nicht in der Lage, uns zu helfen.“ Vor allem mangelnde taktische Disziplin wirft der Trainer den beiden vor, „die sich nun über das Training neu anbieten können“.  

Lebhafter Konkurrenzkampf

Das Fehlen der beiden Flügelspieler, dazu der Ausfall von Innenverteidiger Roman Hubnik nach Rückenproblemen, beeinträchtigte die Mannschaft überraschend wenig. Maik Franz ersetzte Hubnik souverän , Adrian Ramos und Nikita Rukavytsya besetzten die beiden Außenbahnen und beschäftigten die Wolfsburger Abwehr permanent. Herthas Kader, das bewies das Duell in Wolfsburg, besitzt  enorme Tiefe.  Nur mit der Defensive haderte Babbel. „Da  sind wir schon viel besser gewesen.“

Dort sind Christian Lell und Lewan Kobiaschwili  rechts und  links in der Viererkette gesetzt und die drei Innenverteidiger  Andre Mijatovic, Hubnik und Franz kämpfen um die zwei Plätze. „Wir sind alle drei auf demselben Level“, glaubt jedenfalls Franz.

Bereits beim 3:0-Pokalsieg vorige Woche in  Essen hatte Babbel sein großes Reservoir an annähernd gleich starken Profis ausgeschöpft und sechs neue Akteure eingesetzt, die sich im Training aufgedrängt hatten. „Bei uns ist jeder wichtig“, sagte Babbel nun, „und das ist keine Floskel.“ Wegen der Ausgeglichenheit seines Aufgebots kann er sich auch solch unpopuläre Maßnahmen erlauben wie die vorübergehende Rückstufung  von Ebert und Ben-Hatira.

„Ich bin froh, dass ich solch einen breiten Kader habe“, sagte Babbel, „das erlaubt mir, zu variieren und belebt den Konkurrenzkampf ungemein.“ Maik Franz sagte: „Diejenigen, die bei uns   ins Team rücken, können andere Spieler gleichwertig ersetzen.“ Er sieht sich selbst in dieser Kategorie. „Das ist ein Riesenplus. Das können nicht alle Teams.“ Franz sagte auch:„Wir haben 15, 16 Spieler auf etwa dem gleichen Niveau. Das ist gut für den Trainer.“

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