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Überragendee Scorer der NHL-Saison: Nikita Kucherov (Tampa Bay).

Eishockey

Eine WM mit Stars und Sternchen

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Das Turnier ist ungewöhnlich prominent besetzt – was auch mit den NHL-Playoffs zu tun hat.

Puckeinwurf am 10. Mai – so spät begann eine Eishockey-WM noch nie. Wir erinnern uns an wilde Freinächte (30. April auf 1. Mai) in den nordeuropäischen Ländern, die früher ins Turnier fielen, und an die Russen, deren Trainer bei Spielen am 8. und 9. Mai stets das rote Schleifchen am Revers trugen, um ans Ende des Zweiten Weltkriegs zu erinnern.

Man könnte meinen, dass vom 10. bis 26. Mai kaum noch jemand mit Eishockey zu tun haben will, für den die nationale Saison längst beendet ist – doch das Gegenteil ist der Fall: Die WM wird von Stars nahezu überrannt.

Von den fünf besten Scorern der NHL-Saison fehlt lediglich Leon Draisaitls kongenialer Partner in Edmonton, Connor McDavid, der 2018 bei der WM in Dänemark noch für Kanada angetreten war. Heuer freuen sich Russland, USA und Deutschland darüber, ihre Besten im Kader zu haben. Die Russen können Nikita Kucherov (Tampa Bay), den überragenden Scorer der NHL-Saison, und Alexander Ovechkin (Washington, früh gescheiterter Stanley-Cup-Sieger von 2018) aufbieten. In den Playoffs der NHL hat es in der ersten Runde die stärksten Teams der „regular season“ zerlegt, das schwemmte viele Könner auf den Markt der Nationalmannschaften. Russland hat im Sbornaja-WM-Kader sieben Stürmer mit mehr als 70 NHL-Scorerpunkten, dazu seinen besten Torwart, Andrej Vasilevsky (Tampa Bay).

Schweden hat überwiegend Spieler aus der NHL nominiert – und setzt damit den Kontrapunkt zu seinem Nachbarn Finnland, der sein diesjähriges Nationalteam bis auf eine Position mit Akteuren besetzt, die nicht in Nordamerika spielen. Suomi ist letzter deutscher Gegner in der Gruppe, Schweden hat 2017 und 18 den WM-Titel gewonnen und den großen Rückhalt von damals, Torhüter Henrik Lundqvist (New York Rangers), wieder gewinnen können. Dem russischen Offensivrausch wird Schweden eine elitär besetzte Defensive entgegensetzen. Die Prunkstücke: Mattias Ekholm (Nashville) und Oliver Ekman Larsson (Arizona).

Große Erwartungen hegt man in Tschechien. Es ist nicht weit von Prag nach Brastislava, die tschechische Fanbase wird für Heimspielatmosphäre sorgen. Leitfigur der Mannschaft ist Jakub Voracek, Stürmer der Philadelphia Flyers.

Bei Kanada ist John Tavares (Toronto) der prominenteste Name, das Eishockey-Mutterland wird diesmal nicht als Topfavorit genannt. In Fachkreises blickt man auf Keeper Carter Hart. Der 20-Jährige hat seine erste NHL-Saison (Philadelphia) hinter sich und gilt als weltweit größtes Goalie-Talent.

Leicht übersehen wird die Schweiz. Dabei war auch sie ein Silberteam 2018 – als Zweiter bei der WM. Sie tritt 2019 mit Erfolgstrainer Patrick Fischer, vier NHL-Verstärkungen und ihrem fabelhaften Torhüter Leonardo Genoni (EV Zug) an.

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