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Die Füchse Berlin verloren am Sonntag gegen THW Kiel knapp mit 32:33 (17:17). Der Berliner Iker Romero Fernandez wird am Wurf gehindert.
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Die Füchse Berlin verloren am Sonntag gegen THW Kiel knapp mit 32:33 (17:17). Der Berliner Iker Romero Fernandez wird am Wurf gehindert.

Füchse Berlin gegen THW Kiel

Einbahnstraße ins Glück

Die Füchse unterliegen Kiel, weil ihre Abwehr schwächelt.

Von Tino Scholz

Ein größeres Lob hätte Alfred Gislason den Füchsen Berlin gar nicht machen können. „Mittlerweile“, sagte der Trainer des THW Kiel, „musst du alles aufbieten, um in Berlin gewinnen zu können.“ Einige Minuten vorher hatte das Gislason selbst eindrucksvoll demonstriert. Sein T-Shirt, das mal hellblau gewesen war, hatte sich dunkelblau gefärbt. Gislason war völlig verschwitzt gewesen, er hatte an der Seitenlinie geschrien, gezuckt, mal hatte er seine Hände zu Fäusten geballt, oft war er zusammengesackt. Gislason musste leiden, doch am Ende hatte der THW die zwei Punkte sicher. Mehr glücklich, denn souverän. Gislasons verschmitztes Lächeln verriet: Mir doch egal.

Verschmitzt schaut Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson selten. Gislasons isländischer Landsmann blickt eher zuverlässig mürrisch, besonders nach knappen Niederlagen wie der gestrigen. 32:33 (17:17) hatten seine Berliner gegen den weiterhin verlustpunktfreien THW Kiel verloren, doch ein Punkt, der war in den letzten Sekunden möglich gewesen. Dass die Berliner diesen nicht mehr ergattern konnten, war vielleicht für die Mehrzahl der 9?000 Zuschauer in der Schmelinghalle enttäuschend, dem Spielverlauf nach ging der Kieler Sieg aber absolut in Ordnung.

Schlange vor dem Tor

Insgesamt 40 Minuten lang hatten die Gäste den Gastgeber dominiert. In dieser Phase führte der THW die Füchse in der Abwehr teilweise vor, da müssen sich die Norddeutschen wie auf einer Einbahnstraße ins Glück gefühlt haben, so oft standen sie ohne Gegenwehr der Berliner Abwehr vor dem Tor von Silvio Heinevetter. Vor allem der mit neun Tore beste Werfer des Spiels, Kiels Rückraumspieler Daniel Narcisse, düpierte mit seinen schlangenartigen Bewegungen immer wieder die Füchse-Defensive.

Doch pro Hälfte hingen die Kieler in den letzten zehn Minuten durch. „Da wurden sie inkonsequent“, sagte Füchse-Kapitän Torsten Laen: „Da haben sie nicht unbedingt Fehler gemacht, aber schlecht abgeschlossen.“ Kiels Nationalspieler Dominik Klein erklärte, warum: „Wir spielen sehr schnell, sehr intensiv. Unsere Kraft reicht nur für diese 40, 45 Minuten , wir wollen das jetzt aber immer weiter ausbauen.“

Da die Kieler ihr Kräfte zehrendes Spiel noch nicht perfektioniert haben, machten sie es sich gestern Abend selbst schwer – und sorgten dafür, dass die Berliner noch mal aufholen konnten. In der 20. Minute etwa führte der THW 14:10, zur Halbzeit stand es plötzlich 17:17. Vor allem steigerten sich in dieser Phase die Berliner Abwehr und Heinevetter, der sich zu seiner, mit Abstrichen, besten Saisonleistung in der Max-Schmeling-Halle aufschwang.

Wiedersehen im Pokal

Konservieren konnten die Berliner diese Leistung aber nicht. Der THW wechselte sein Ensemble munter durch, wieder konnte er sich bis auf 30:25 (48.) absetzen. Dass er erneut nachließ, ermöglichte es den Füchsen Tor um Tor aufzuholen. Sieben Sekunden vor dem Ende waren sie beim 32:33 sogar noch einmal in Ballbesitz. Zählbares ergab sich allerdings nicht mehr.

Füchse-Trainer Sigurdsson räumte dann auch ein, dass „wir zu Beginn der zweiten Hälfte das Spiel verloren haben. Die fünf Tore waren zu viel.“ Zudem sah er sich durch den überragenden Narcisse dazu gezwungen, schon früh die Abwehr umzustellen. „Damit hatten wir unsere Probleme“, gab er zu.

Überhaupt ist die Defensive im Moment ein wenig die Sorge im Berliner Spiel. War sie in der vergangenen Saison der Garant für viele große Siege, ist sie über weite Strecken dieser Saison noch nicht die unbedingt benötigte Stütze.

„Trotzdem“, sagte Kapitän Laen, „haben wir bewiesen, dass wir den THW bezwingen können.“ Ob dem wirklich so ist, können die Berliner schon in etwas weniger als zwei Monaten zeigen. Mitte Dezember kommen die Kieler erneut nach Berlin, dann zum DHB-Pokal-Achtelfinale. Das ergab die gestrige Auslosung.

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