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Sander Sagosen.

Handball

Ein Superstar für die Bundesliga

Der THW Kiel startet mit Neuzugang Sagosen in die Vorbereitung auf die Saison.

Die Plackerei geht wieder los, und da gerät selbst ein Ausnahmekönner wie Sander Sagosen natürlich ordentlich ins Schwitzen – doch die Duschen im schicken Trainingszentrum seines neuen Klubs THW Kiel wird der Handball-Superstar erst einmal nicht sehen. Die sind als Teil des Hygiene-Konzepts noch gesperrt, zum Auftakt der Vorbereitung in die neue Saison wurde Sagosen und Co. zudem das Einbahnstraßen-System in den Räumlichkeiten erklärt, alle paar Meter steht ein Desinfektionsmittelspender, jeder Spieler muss jeden Tag ein Corona-Formular ausfüllen. Und natürlich wird immer Fieber gemessen.

„Jetzt kommt es auf die Disziplin eines jeden einzelnen an“, sagte THW-Geschäftsführer Viktor Szilagyi beim Trainingsauftakt zur kommenden Mammutsaison über die neue Normalität beim Deutschen Meister: „Wenig ist so, wie wir es gekannt haben.“ Aber nach der Corona-Zwangspause sei man einfach nur „froh, dass wir wieder trainieren dürfen, sodass wir den Fokus nach turbulenten Wochen und Monaten endlich wieder auf das Sportliche richten können.“

Und sportlich sind die Aussichten in Kiel rosig wie schon lange nicht mehr. Trainer Filip Jicha muss nur zwei Abgänge verkraften, hat mit Sagosen aus Paris aber einen absoluten Weltklasse-Mann bekommen, um den alle Topklubs die Norddeutschen beneiden. Und das Kraftpaket, das „Saggy“ gerufen wird, soll an der Förde den Unterschied machen – wie einst Nikola Karabatic. Mit dem 24-Jährigen, super im eins gegen eins und hungrig auf Erfolge, hofft Kiel auch wieder auf den Triumph in der Champions League. „Ich möchte der Beste sein, das habe ich immer gesagt. Und das ist auch die Mentalität des THW“, sagte Sagosen unlängst: „Sie wollen alles gewinnen.“

Die erste Titelchance bietet sich schon am 26. September im Supercup in Düsseldorf gegen den ewigen Rivalen SG Flensburg-Handewitt, die Partie ist der Startschuss in eine Saison, die noch mehr Strapazen bereithält, als ohnehin schon. In der Bundesliga gibt es wegen Corona keinen Absteiger, es stehen also noch mehr Spiele auf dem Programm. Mitte September geht die Königsklasse los, Ende Dezember wird das Champions-League-Finale der Vorsaison nachgeholt.

Für die Nationalspieler stehen zudem die WM in Ägypten, das Quali-Turnier für die Olympischen Spiele in Tokio, die Qualifikationspartien für die EM 2022 und vermutlich zum Abschluss Olympia auf dem Plan.

Doch Corona könnte natürlich allen Planungen noch einen Strich durch die Rechnung machen. „Wir werden in der Vorbereitung sehr flexibel sein müssen“, sagte Jicha, der für Dienstag die obligatorischen Leistungstests abgesetzt hatte. Ein Trainingslager oder Testspiele stehen noch nicht fest. Aber mit Sagosen ist auch so der Erfolg in Kiel ein Stück wahrscheinlicher geworden. (sid)

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