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Maximilian Schachmann, Neuzugang im Bora-hansgrohe-Team.

Maximilian Schachmann

„Ein Etappensieg wäre grandios“

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Der Deutsche Meister Maximilian Schachmann tritt erstmals bei der Tour an – mit viel Vorfreude und ein wenig Furcht.

Herr Schachmann, Sie werden im Trikot des Deutschen Meisters bei dieser Tour starten. Spornt Sie das zusätzlich an?
Klar. Das ist eine riesige Motivation, keine Frage. Für mich ist das eine große Ehre, da erfüllt sich ein Kindheitstraum.

Es ist ja Ihre erste Frankreich-Rundfahrt. Nicht umsonst spricht man bei diesem Rennen von der Tour der Leiden. Hat man da als Debütant nicht gemischte Gefühle?
Natürlich habe ich Respekt. Man hat auch viel gehört über die Tour. Aber ich bin schon viele harte Rennen gefahren, war letztes Jahr beim Giro d’Italia dabei. Ich gehe in die Tour vor allem mit Freude rein – und nicht mit so viel Furcht.

Die 106. Tour gilt ja als besonders hart. Die letzten drei Etappen führen durch die Alpen. Sie gelten noch nicht als der ganz große Bergspezialist. Was trauen Sie sich da zu?
Es ist ein Unterschied, ob man ums Klassement fährt, oder ob man einfach versucht, über die Berge zu kommen. So gesehen kann ich gut genug in den Bergen fahren. Doch es stimmt schon: Die letzten Etappen sind sehr, sehr schwer. Ich hoffe nur, dass ich in guter Verfassung an den Alpen ankomme. Wenn man da krank oder angeschlagen ist, dann wird das wirklich ein Leiden.

Sie haben ja bislang eine großartige Saison gefahren. Ist dadurch ein zusätzlicher Erwartungsdruck für Sie entstanden?
Nein, das sehe ich nicht so. Ich bin ja nicht der Kapitän. Ich habe mehr Helferaufgaben. Aber wenn ich mich super fühlen würde, gibt es vielleicht bei einer Überführungsetappe die Möglichkeit, in einer Ausreißergruppe vom Feld wegzukommen und um den Etappensieg zu fahren. Das wäre natürlich grandios. Vorrangig geht es aber darum, dass ich meine Arbeit als Helfer leiste.

Es könnte sich die Situation ergeben, dass sich Ihre Interessen mit denen Ihres Teamkollegen Peter Sagan kreuzen. Sie haben Ihre Stärken auf einem Terrain, das auch Sagan liegt. Gibt es eine interne Hierarchie?
Für Peter geht es um das Grüne Trikot. Er scheint wieder in sehr gute Form gekommen zu sein. Da werden wir natürlich immer vorrangig für ihn fahren. Aber ich kenne ihn, und wenn er sich an einem Tag schwächer einschätzt, dann wird er mir sicher das Zepter in die Hand geben.

Der Rennstall Bora-hansgrohe hat ein fulminantes erstes Halbjahr hingelegt. Entsteht da eine zusätzliche Eigendynamik?
Klar, von Sieg zu Sieg zu fahren, das gibt schon einen Flow.

Interview: Armin Gibis

Zur Person

Maximilian Schachmann, 25 Jahre alt, Neuzugang im Bora-hansgrohe-Team, hatte in dieser Saison schon viele große Momente, gewann drei Etappen bei der Baskenland-Rundfahrt, wurde Dritter beim Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich, zuletzt gewann er den deutschen Meistertitel. Nun steht er vor einer ganz besonderen Prüfung: Erstmals startet der Berliner bei der Tour de France.

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