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DTU-Opposition wählt Dürow

Entmachteter Triathlon-Präsident bemüht Juristen

Von REINHARD SOGL

Ein halbes Jahr nach der begeisternden Weltmeisterschaft in Hamburg mit dem strahlenden Sieger Daniel Unger und ein halbes Jahr vor Olympia in Peking versinkt die Deutsche Triathlon-Union (DTU) im Chaos. Auf einem außerordentlichen Verbandstag am Sonntag in Frankfurt, dessen Rechtmäßigkeit vom bisherigen Präsidenten Klaus Müller-Ott und seiner Parteigänger bestritten wird, haben die Repräsentanten von 14 der 16 Landesverbände den 62 Jahre alten Rainer Dürow zum neuen DTU-Chef gewählt. Wie Müller-Ott wurden auch dessen drei Vizepräsidenten Arnd Schomburg, Reinhard Wilke und Martin Bentele in Einzelabstimmung ihrer Ämter enthoben.

Das Quartett, das den Verbandstag aus formaljuristischen Gründen am Freitag noch abgesagt hatte, ehe der ambitionierte Gegenspieler Peter Kernbach als weiterer Vizepräsident den Termin für die "irreguläre Veranstaltung" (Bentele) bestätigte, fühlt sich weiter im Amt. "Wir werden die Rechtmäßigkeit der Beschlüsse so schnell wie möglich überprüfen lassen", kündigte der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Bentele an. Einen Nachfolger für seine Position gibt es laut Aussagen von Beobachtern ohnehin noch nicht. Offensichtlich wurde bei dem von Chaos geprägten Meeting die Wahl eines Presseverantwortlichen vergessen. Nicht nur wegen dieses Fauxpas fühlte sich der Frankfurter Ironman-Veranstalter Kurt Denk nach dem siebenstündigen Sitzungsmarathon "verwirrt" und fühlte sich als Sympathisant des erfolgreichen alten Präsidiums bemüßigt, den verdienten Wittener Triathlon-Funktionär Richard Gutt zu korrigieren. Gutt hatte den so genannten Verbandstag als "Karnikelveranstaltung" abqualifiziert. Denk: "Da tut man den Karnikelzüchtern Unrecht."

Die neue Führungsspitze sah das natürlich anders. "Ich bin sicher, dass wir ordnungsgemäß gehandelt haben", erklärte Dürow, der aus Rheinland-Pfalz stammt. Auf die Frage, weshalb die Abwahl von Müller-Ott notwendig gewesen war, verwies die neue Führung auf "massive und flächendeckende Vertrauensverluste." Dem Humanmediziner, seit 2001 im Amt und Verfechter einer rigorosen Antidopingpolitik, werden zum einen falsche Spesenabrechnungen vorgeworfen. Zum anderen hat er sich mit seinem Vorhaben, die Geschäftsstelle von Frankfurt nach Hamburg zu verlegen, viele Feinde gemacht. Seine Begründung, der klamme Verband spare mit dem Umzug viel Geld, wurde von der bisherigen Opposition in Zweifel gezogen. Der Ortswechsel ist mit Müller-Otts Abwahl, sollte sie von den Juristen bestätigt werden, vom Tisch.

Gelitten hat unter der "feindlichen Übernahme" (Bentele) das Ansehen der DTU. Les McDonald, Präsident des Triathlon-Weltverbandes (ITU), hatte am Wochenende in einem Fax schon mitgeteilt, dass ein satzungswidriger Präsidentensturz in der DTU zu Konsequenzen für die deutschen Olympiastartplätze führen könne. Der Kanadier kündigte an, dass die ITU den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anrufen werde, um den Beschluss von Frankfurt überprüfen zu lassen. Kommt es dick, findet Olympia ohne Weltmeister Unger statt. rs/sid/dpa

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