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Leon Draisaitl (re.) möchte sich nicht mit Anderen vergleichen.

NHL

Draisaitl auf dem Weg zum Superstar

Leon Draisaitl hat sich in seinem fünften Jahr in der NHL in einen elitären Kreis gespielt.

Er trifft und trifft und trifft: Leon Draisaitl hat sich in der NHL ganz weit nach vorne geschossen und ist auf dem Weg zum Eishockey-Superstar. Sein Traum, in Nordamerika Dirk Nowitzki nachzueifern und zum deutschen Gesicht seiner Sportart zu werden, nimmt langsam Gestalt an – zumindest auf dem Spielfeld.

Der aktuell zweitbeste Torjäger der Liga hinter dem Russen Alexander Owetschkin und achtbeste Scorer nur knapp hinter Kanadas Ausnahmestürmer Sidney Crosby steuert auf 50 Treffer und 100 Punkte zu – eine Doppel-Marke, die zuletzt vor sieben Jahren von Jewgeni Malkin erreicht wurde. „Zur Zeit geht alles rein. Ich klopfe auf Holz, dass es so weitergeht“, sagte Draisaitl, der erst der achte Spieler seit der Jahrtausendwende wäre, der in diese Regionen vorstößt.

In Edmonton, wo er den kriselnden Oilers mitunter im Alleingang noch die vage Hoffnung auf die Play-offs gibt, gilt der 23-Jährige längst als Superstar. In seiner Heimat Deutschland dagegen wird der beste deutsche Eishockeyspieler in der NHL-Geschichte kaum als solcher wahrgenommen.

Das liegt auch daran, dass er sich selbst noch nicht dafür hält. „Wir hatten als Deutsche schon einige gute NHL-Spieler“, sagt der Kölner im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID): „Ich möchte mich nicht wegen irgendwelcher Statistiken mit Leuten wie Marco Sturm vergleichen.“

Sturm, der als Bundestrainer die Nationalmannschaft vor einem Jahr sensationell zu Olympia-Silber führte, hat so lange wie kein anderer Deutscher in der NHL gespielt – 1006-mal. Doch 41 Tore oder 83 Scorerpunkte wie Draisaitl bereits nach 66 Spielen hat er nie in einer Saison erreicht.

Schon 16 Partien vor Ende seiner fünften Spielzeit hat Draisaitl deutlich mehr als die Hälfte der Punkte gesammelt, die Sturm in 14 Jahren verbuchte. Und in Edmonton wäre er der erste 50-Tore-Schütze seit 1987, als ein gewisser Wayne Gretzky 62 Treffer erzielte.

In welche Führungsrolle Draisaitl in der NHL mittlerweile geschlüpft ist, zeigte sich, als Edmontons Kapitän Connor McDavid, Crosbys legitimer Nachfolger als Kanadas Nummer eins im Eishockey, drei Spiele ausfiel. Mit zwei Toren und drei Vorlagen führte er die Oilers zu vier von sechs möglichen Punkten. „Er hat sein Spiel auf ein anderes Niveau gehoben“, lobte Trainer Ken Hitchcock: „Er ist ein Teufelskerl.“

Mit Basketball-Superstar Nowitzki will sich Draisaitl (noch) nicht vergleichen. Er habe immer angestrebt, „so zu sein wie er und so einen Status zu haben wie er“, sagte er, das zu schaffen, werde aber „nicht ganz möglich“ sein. Nowitzki sei „eine absolute Legende im deutschen Sport“.

Um mehr ins Licht der deutschen Öffentlichkeit zu rücken, könnte Draisaitl an der WM in der Slowakei (10. bis 26. Mai) teilnehmen. Doch darüber hat er noch nicht entschieden. „Es ist noch ein bisschen zu früh. Der Fokus liegt in den nächsten Wochen ganz klar darauf, die Play-offs doch noch irgendwie zu schaffen“, sagte er. Derzeit haben die Oilers noch Rückstand – aber vielleicht einen Eishockey-Nowitzki in ihren Reihen. (sid)

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