Doping

Showdown in Lausanne

Nun könnte auch das Motorsport-Milliardengeschäft die Nachwirkungen des russischen Dopingskandals zu spüren bekommen.

Wenn die Formel-1-Piloten durch den ehemaligen Olympia-Park Sotschis rasen, haben Lewis Hamilton, Sebastian Vettel und Co. das Vermächtnis der Winterspiele 2014 immer im Blick. Doch nun könnte womöglich auch das Motorsport-Milliardengeschäft die Nachwirkungen des russischen Dopingskandals zu spüren bekommen – ausgerechnet in der Stadt, in der die Manipulationen mit dem nächtlichen Austausch von Dopingproben ihren traurigen Höhepunkt erlebten.

Doch die Verwirrung vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung der Welt-Antidopingagentur (Wada) über Sanktionen gegen Russlands am Montag ist mindestens ebenso groß wie die Anspannung. Die Sportwelt blickt gebannt nach Lausanne, doch welche Folgen die Entscheidung hat, ist selbst unter Experten umstritten. Neben einer Vierjahressperre, die unter anderem Olympia, Paralympics und Weltmeisterschaften beträfe, entscheidet die Wada auch darüber, ob Russland in dem Zeitraum bestimmte Großereignisse ausrichten darf.

Fährt die Formel 1 also zumindest vorübergehend nicht in Russland? Was passiert mit dem russischen Frauen-Team bei der derzeit laufenden Handball-WM? Treten die deutschen Basketballer bei der Olympiaquali nicht gegen Russland, sondern „neutrale Athleten“ an. Oder haben sie sogar einen Gegner weniger?

Das Internationale Olympische Komitee wird sich an die bevorstehenden Entscheidungen der Wada über Sanktionen gegen Russland halten. „Sie sind verbindlich“, sagte Präsident Thomas Bach am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Lausanne. Die möglicherweise betroffenen Verbände halten sich zurück. Der Automobilweltverband Fia äußerte sich mit dem Verweis auf den kommenden Montag nicht. Das Thema soll aber bereits in den zuständigen Gremien diskutiert worden sein. Denn auch die Fia hat sich den Wada-Richtlinien unterworfen und den Code der internationalen Dopingjäger unterzeichnet, die Formel-1-Rennen gelten als WM..

Bei der Handball-WM eilt das russische Team derzeit von Sieg zu Sieg. Die Hauptrundenteilnahme ist sicher, das zweite Spiel der zweiten Turnierphase ist für den 10. Dezember angesetzt – rund 24 Stunden nach der Wada-Entscheidung. Auch der Handball-Weltverband IHF will mit einer Stellungnahme abwarten.

Ein erzwungener Ausschluss des russischen Teams dürfte aber unwahrscheinlich sein. Die möglichen Konsequenzen für Russland sollen erst in Kraft treten, wenn die Entscheidung über einen Ausschluss der russischen Antidopingagentur Rusada „final“ ist. (sid)

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