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Isabell Werth kehrt zurück.

Reiten

Diesmal für Langschläfer

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Isabell Werth reitet wieder beim Frankfurter Festhallenturnier.

Im vergangenen Jahr hatte Isabell Werth ihre Teilnahme beim Frankfurter Festhallenturnier kurzfristig abgesagt. Die Anfangszeiten des Frühtrainings, so ließ die am Main eigentlich als Dauergast geltende sechsfache Olympiasiegerin damals über die Medien ausrichten, seien „unzumutbar“. 

Bereits um 4.30 Uhr hätten die Dressurspezialisten in den Sattel steigen müssen, um ihre Pferde vor der Prüfung schon einmal durch das weihnachtlich geschmückte Viereck zu bewegen. Die Reaktion der Veranstalter um die Fachkräfte Ann Kathrin Linsenhoff und Paul Schockemöhle, stets auf eine Bestbesetzung bedacht, kam schnell. In diesem Jahr, so erklärt Bundestrainerin Monica Theodorescu, „können wir quasi ausschlafen“. Denn durch den Wegfall einer Amateurtour wurde das Programm des vom 14. bis 17. Dezember ausgetragenen Turniers gekürzt, die Paare mit dem schwierigsten Tanz aus Piaffen und Passagen brauchen deshalb erst um 6 Uhr zur ersten Übungseinheit anzutreten. 

So wird Werth, derzeit sowieso kaum schlagbar in ihrem Metier, sich diesmal also wieder mit der Konkurrenz messen, in die Theodorescu aus dem Championatskader auch noch die Team-Europameisterinnen Dorothee Schneider und Helen Langehanenberg sowie Fabienne Lütkemeier und Hubertus Schmidt entsendet. Der Bad Homburger Sönke Rothenberger befindet sich mit seinem Olympiapferd Cosmo in der Winterpause; die restlichen Vierbeiner unter seinem Sattel sind laut Theodorescu noch zu jung, um schon in die riesigen Fußstapfen des Stallgefährten zu treten.

Doch die Dressurtrainerin muss sich neun Monate vor der Olympiaqualifikation bei den Weltmeisterschaften in den USA sowieso kaum Sorgen machen, womöglich kein schlagkräftiges Team in Tryon an den Start schicken zu können. Anders sieht dies bei Springkollege Otto Becker aus. Mit den horrenden Summen, die mittlerweile aus dem Ausland für gutes Pferdematerial gezahlt werden, könnten und wollten die Mäzene hierzulande nicht mithalten. Und auch die Reiter selbst müssten oft zuschlagen, wenn für eines ihrer Tiere ein entsprechender Betrag lockt.

Trotz steigender Siegprämien „gewinnt nur eine Hand voll Reiter so viel mit einem Pferd, dass sie davon ihre eigene Anlage unterhalten können“, sagt Becker. So musste er schon zuletzt bei der EM auf junge Paare setzen, da seinen etablierten Reitern derzeit die passenden Partner fehlen. Selbst Dauerbrenner wie Marcus Ehning tun sich ungewohnt schwer. Der dreimalige Weltcup-Sieger konnte in der aktuellen Hallenserie noch keinen Punkt sammeln und will dies nun im Dezember in London nachholen. Das parallel ausgetragene Turnier in Frankfurt hat der Borkener deshalb abgesagt.

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