Skispringen / Nordische Kombination

Diese Geigers

Karl und Vinzenz gewinnen ihre Disziplinen.

Als Karl Geiger mit dem Gelben Trikot auf der Brust seinen ersten Saisonsieg feierte, jubelte wenige Meter entfernt auch „Groß-Groß-Groß-Cousin“ Vinzenz Geiger mit. „Der Karl ist richtig gut drauf“, sagte Kombinierer Vinzenz, der zusammen mit Skispringer Karl für einen denkwürdigen Tag im italienischen Val di Fiemme sorgte. Nie zuvor hatte es an einem Weltcup-Schauplatz einen „Geiger-Doppelsieg“ innerhalb weniger Stunden gegeben.

„Das ist schon cool“, sagte auch Karl Geiger, als der „Geiger-Zähler“ am Samstag in nur dreieinhalb Stunden ein zweites Mal ausgeschlagen hatte. Erst bezwang Vinzenz den bislang so überragenden Norweger Jarl Magnus Riiber in einem packenden Foto-Finish, kurz darauf übernahm „Karle“ erstmals in seiner Karriere die Führung im Gesamtweltcup. Weil die beiden Sportarten selten an einem Ort ausgetragen werden, bot sich die seltene Gelegenheit zu einer Familienfeier der beiden Oberstdorfer.

Sogar doppelten Grund zur Party hatte Karl. Der Skisprung-Vizeweltmeister holte den ersten Saisonsieg, auf den er so lange hatte warten müssen. Fünf Tage nach dem Ende der Vierschanzentournee, bei der er dreimal Zweiter geworden war, stand der 26-Jährige endlich ganz oben auf dem Podest. Die erstmalige Führung im Gesamtweltcup war das i-Tüpfelchen. „Mehr geht nicht. Das ist etwas ganz Besonderes. Das Gelbe Trikot werde ich auf jeden Fall behalten, das bekommt einen Spezialplatz“, sagte Geiger, der den Österreicher Stefan Kraft und Tournee-Triumphator Dawid Kubacki (Polen) auf die Plätze verwies. Bundestrainer Stefan Horngacher lobte: „Es war an der Zeit, dass Karl endlich gewinnt.“ Für Geiger war es der dritte Sieg seiner Laufbahn. Mit 719 Punkten überholte Geiger in der Gesamtwertung den Japaner Ryoyu Kobayashi (649 Punkte) und schlüpfte als erster DSV-Adler seit Richard Freitag im Februar 2018 ins Gelbe Trikot.

Kurios: Auch Kombinierer Vinzenz Geiger holte am Samstag den dritten Weltcupsieg seiner Karriere. Erst im Zielsprint setzte er sich gegen Dominator Riiber durch. Für den bislang so überragenden Norweger war es im neunten Saisonrennen erst die zweite „Niederlage“ – und wieder gegen Geiger. „Wir haben Runde für Runde auf ihn aufgeholt. Als wir dran waren, habe ich gedacht: Heute packst du ihn“, sagte Geiger, der tagsdarauf im ersten Teamsprint mit Fabien Rießle auf Rang zwei lief diesmal wieder hinter den Norwegern Riiber und Jörgen Graabak. (sid)

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