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Führt die deutschen Handball-Frauen künftig als Kapitänin auf das Feld: Kim Naidzinavicius.

Einwerfen für die EURO

DHB-Frauen im Doppel-Test gegen Russland

Mit dem Doppel-Länderspiel gegen Olympiasieger Russland beginnt für die DHB-Frauen die EM-Vorbereitung. Bundestrainer Groener begrüßt dabei zwei Rückkehrerinnen und vier Neulinge.

Die WM-Tränen sind längst getrocknet, der Blick geht voraus: Nach langer Leidenszeit kehrt Kim Naidzinavicius als neue Anführerin der deutschen Handball-Frauen bei den Länderspielen gegen Olympiasieger Russland auf das internationale Parkett zurück.

„Es ist eine große Ehre, die Mannschaft zukünftig als Kapitänin auf das Feld führen zu dürfen. Ich freue mich sehr über das Vertrauen von Henk Groener und der Mannschaft“, sagte Naidzinavicius.

Zwei Monate vor der Europameisterschaft wird der Doppel-Test am Samstag in Dessau und Sonntag in Nordhausen zur ersten Standortbestimmung für die DHB-Frauen. „Die ersten Monate unter Henk haben die Mädels tolle Leistungen gezeigt und sich sehr gut entwickelt. Diese Entwicklung wollen wir mit Blick auf die EURO in Frankreich weiter fortführen“, sagte Naidzinavicius. „Ich freue mich darauf, diesen Weg in meiner neuen Rolle mitzugestalten.“

Der Bundestrainer ist überzeugt davon, dass die Rückraumspielerin von der SG BBM Bietigheim nach der dramatischen Verletzung im WM-Eröffnungsspiel gegen Kamerun zu alter Stärke zurückfindet und die junge Mannschaft führt. „Sie hat trotz ihrer erst 27 Jahre eine Menge Erfahrung, die sie an jüngere Spielerinnen weitergeben kann“, sagte Groener.

Die Länderspiele an diesem Wochenende werden darüber Aufschluss bringen. „Russland ist ein richtig starker Gegner, der uns alles abverlangen wird. Da werden wir sicherlich sehen, wo wir gerade stehen“, erklärte der 57-Jährige.

Dabei kann der seit Jahresbeginn im Amt befindliche Niederländer neben Naidzinavicius auch wieder auf Anne Hubinger zurückgreifen, die im Oktober des Vorjahres im Training einen Mittelfußbruch sowie mehrere Bänderrisse erlitten hatte. „Bei den beiden fehlt natürlich noch ein bisschen zu 100 Prozent, aber auch sie sind gut drauf“, berichtete Groener.

Klingt gut, denn nach der verpatzten Heim-WM mit dem enttäuschenden Aus im Achtelfinale und dem anschließenden Rücktritt von neun Nationalspielerinnen stehen die DHB-Frauen bei der EURO vom 30. November bis 16. Dezember in Frankreich vor einer schwierigen Mission. Schon in der Vorrunde bekommt es die junge Groener-Truppe mit Titelverteidiger Norwegen, dem EM-Fünften Rumänien und dem WM-Viertelfinalisten Tschechien zu tun. „Das sind drei dicke Brocken“, befand Groener schon nach der Auslosung.

Er bastelt daher seit Monaten an der Zusammensetzung einer schlagkräftigen Mannschaft, die dieser Herausforderung gewachsen ist. Dabei werden am Wochenende auch junge Kräfte wie die Neulinge Amelie Berger, Mia Zschocke, Anna Seidel und Torfrau Lea Rühter getestet. „Gegen Russland haben wir keinen großen Leistungsdruck, es geht nicht um Punkte für eine WM- oder EM-Qualifikation. Da haben die jungen Spielerinnen eine gute Gelegenheit, sich zu empfehlen“, sagte Groener.

(Von Eric Dobias, dpa)

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