Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Weltrekord-Sprung: Markus Rehm bei den Paralympics in London.
+
Weltrekord-Sprung: Markus Rehm bei den Paralympics in London.

Doppelsieg für Rehm und Czyz

Deutscher Weltrekord bei Paralympics

Deutschlands Weitspringer haben bei den Paralympics einen Doppelerfolg gefeiert. Schütze Josef Neumaier holt Bronze.

Der Leverkusener Markus Rehm ließ der Konkurrenz am Freitagabend dank einer Weltrekordweite von 7,35 Meter beim Weitsprung keine Chance. Der unterschenkelamputierte Rehm ist 24 Jahre alt - mit seinem Sprung hat er in eine in seiner Klasse nie dargebotene Weite erreicht. Es ist sein erster Sieg bei den Paralympics.Nach seinem Triumph fiel der überglückliche Rehm seiner Trainerin Steffi Nerius in die Arme.

Vor 80.000 Zuschauern bei den Leichtathletik-Wettbewerben der Paralympics im Olympiastadion von London sprang Wojtek Czyz aus Kaiserslautern zu Silber - trotz seiner persönlichen Bestweite. Czyz hatte 2004 und 2008 Gold geholt. Die Bronzemedaille ging an Daniel Jörgensen aus Dänemark. Der linksseitig beinamputierte Popow verpasste mit 6,07 m (954) knapp die Medaillenränge. Weil in dem Wettbewerb mehrere Klassen miteinander konkurrierten, wurden die Weiten in Punkte umgerechnet, um die Chancengleichheit zu wahren. Damit haben die Athleten der Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) an den ersten beiden Wettkampftagen elf Medaillen gewonnen.

Bronze für Schütze Neumaier

In einem wahren Krimi hatte sich Sportschütze Josef Neumaier die Bronzemedaille mit dem Luftgewehr gesichert. „Da muss man einfach die Ruhe bewahren und sich konzentrieren bis zum letzten Schuss“, gab sich Neumaier nach seiner vierten paralympischen Medaille betont cool. Zuvor hatte der 54-Jährige erst in der dritten Runde des Shoot-offs dem Südkoreaner Lee Seung-Chul den Zahn gezogen. „Ich war während des Finals herzinfarktgefährdet und bin jetzt überglücklich“, sagte Bundestrainer Uwe Knapp.

Nach der Finalserie hatten Neumaier, 1996 in Atlanta Sieger im Kleinkaliber-Dreistellungskampf, und der Südkoreaner mit 693,4 Ringen gleichauf gelegen. Die Goldmedaille ging an Dong Chao (China/699,5), der Jonas Jakobsson (Schweden/696,5) auf den Silberrang verwies.

Deutlicher war die Angelegenheit im mit 6000 Zuschauern gefüllten Velodrome. Der linksseitig oberschenkelamputierte Freiburger Graf verlor im Finale der Einer-Verfolgung über 3000 m klar gegen den Chinesen Liang Guihua, durfte sich aber über Silber und nach Bronze über 1000 m im Einzelzeitfahren über seine zweite Medaille bei den größten Paralympics der Geschichte freuen. „Wenn man seinen Lauf verliert, ist das immer enttäuschend. Dennoch fühlt es sich so an, als ob ich Silber gewonnen habe“, sagte der 28-Jährige.

Der dreimalige Paralympics-Champion Michael Teuber (44) verpasste in der Einer-Verfolgung über 3000 m auch im zweiten Anlauf eine Medaille. Der inkomplett querschnittsgelähmte Münchner unterlag im kleinen Finale klar gegen den Argentinier Rodrigo Fernando Lopez. Unter ohrenbetäubendem Lärm ließ Lokalmatador Mark Lee Colbourne im Finale dem Chinesen Li Zhang Yu keine Chance. Teuber hatte am Vortag im Einzelzeitfahren über 1000 m den 19. Rang belegt. Der linksseitig armamputierte Wolfgang Sacher (45) hat sich mit einem elften Platz im Zeitfahren über den Kilometer für seine weiteren Rennen eingerollt. „Für mich war es eine Möglichkeit, sich auf den Wettkampf morgen vorzubereiten.“ Sacher, der vor vier Jahren in Peking Gold im Zeitfahren auf der Straße gewonnen hatte, tritt am Samstag in der Einer-Verfolgung über 4000 m an.

Die Goldmedaille ging an den Spanier Alfonso Cabello. Der Brite Jon-Allan Butterworth sicherte sich dank eines furiosen Endspurts vor dem Chinesen Liu Xinyang den Silberrang. Die größte Aufmerksamkeit sicherte sich aber der zweimalige Paralympics-Champion Jody Cundy aus Großbritannien. Der Topfavorit kam nach dem Start nicht in den Tritt und brach das Rennen ab. Da die Jury aber auf einen Fehler des Athleten und keinen Materialfehler erkannte, durfte Cundy nicht noch einmal antreten und kam nicht in die Wertung - was folgte war ein Wutausbruch des Brite in den Katakomben. „Ich war in der Form meines Lebens. Es ist zwar nur ein Bahnrennen, aber es war das wichtigste in meinem Leben“, sagte der 33-Jährige. Mit einer Ippon-Wertung setzte sich der sehbehinderte Judoka Krieger (28) in der Klasse bis 81 kg im Kampf um Bronze gegen Anatoli Schewtschenko durch. „Die Zuschauer waren einfach unglaublich, das war ein Traum“, sagte Krieger, der von zahlreichen deutschen Fans angefeuert wurde und durch die Medaille die Stimmung im deutschen Lager aufhellte. Denn das Kämpferherz von Sebastian Junk ist nicht belohnt worden. Der Mannheimer hatte sich sechs Wochen vor den Spielen in London einen Kreuzbandriss zugezogen. In Absprache mit dem Arzt nahm er trotz der Verletzung teil und verschob den Operations-Termin auf nach die Spiele. Doch gleich im ersten Kampf gegen den Türken Ibrahim Halil Onel fiel der 28-Jährige auf das komplett getapte Knie und verdrehte es. Durch die Wertung schied der sehbehinderte Junk aus dem Wettbewerb aus, er hätte jedoch ohnehin nicht weiterkämpfen können. Die blinde deutsche Fahnenträgerin Daniela Schulte (Berlin) hat bei ihrem ersten von sechs Starts bei den paralympischen Schwimmwettbewerben beim Sieg der Italienerin Cecilia Camellini als Sechste die Podestplätze klar verfehlt. (dpa/sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare