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Deutsche vor Tour de Ski zurückhaltend

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Skilanglauf-Bundestrainer Jochen Behle
Skilanglauf-Bundestrainer Jochen Behle © ddp

Die vierte Auflage der Langlauf-Etappentour durch Deutschland, Tschechien und Italien verspricht sechs Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver zu einem echten Gradmesser zu werden.

Von Gerald Fritsche, dpa

Oberhof. Hart, härter, Tour de Ski: Die vierte Auflage der Langlauf-Etappentour durch Deutschland, Tschechien und Italien verspricht sechs Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Vancouver zu einem echten Gradmesser zu werden.

Acht Etappen erwarten die Starter, happig wird die zweite Hälfte. "Die diesjährige Tour entscheidet sich definitiv erst in Italien", sagt Bundestrainer Jochen Behle. Seine Schützlinge zählen diesmal nicht zu den Top- Favoriten.

"Fakt ist: Olympia hat absoluten Vorrang. Insofern hoffe ich, dass alle gesund und in Form die Tour überstehen", erklärt Behle und gibt damit zu verstehen, dass nicht um jeden Preis vordere Platzierungen angestrebt werden. "Wenn jemand kränkelt, ist er definitiv draußen. Ich will keinerlei Risiko eingehen", betont der Bundestrainer.

Die Männer müssen 104,9 Kilometer in zehn Tagen zurücklegen. Und Behle schielt auch auf Podestplätze. "Wenn es möglich ist, wollen wir schon unsere Tradition fortsetzen, bei den Männern einen auf dem Siegertreppchen am Ende der Tour zu haben", sagt der Coach.

Kandidaten dafür sind am ehesten Axel Teichmann (Bad Lobenstein) und René Sommerfeldt (Oberwiesenthal). Beide sollen nach Möglichkeit ebenso wie Jens Filbrich (Frankenhain) und Tom Reichelt (Oberwiesenthal) durchlaufen. Bei Premieren-Tour-Sieger Tobias Angerer (Vachendorf) entscheidet sich das Programm nach der Form und den Platzierungen.

Top-Favorit auf den Tour-Sieg sollte der Norweger Petter Northug sein. "Mal sehen, ob er das so durchziehen kann. Bislang scheint er unschlagbar. Aber auch die Russen um Alexander Legkow sind zu beachten. Was Lukas Bauer aus Tschechien oder Vorjahressieger Dario Cologna aus der Schweiz draufhaben, wird man sehen. Es wird jedenfalls spannend, da sich auf der Etappe von Cortina nach Toblach durch den Handicap-Start alles noch mal zusammenschieben sollte und es auf die Entscheidung am Berg hinausläuft", erklärt der Bundestrainer.

Ohne Erwartungen ist das deutsche Team bei den Frauen. "Hier geht es wirklich nur um gute Platzierungen und die Erfüllung der Olympia- Norm", sagt Behle. Am ehesten traut er Steffi Böhler (Ibach) noch einen Platz unter den besten Zehn im Gesamtklassement zu. "Unsere vier arrivierten Läuferinnen, Böhler, Claudia Nystad, Evi Sachenbacher- Stehle und Katrin Zeller sollen durchlaufen. Biathletin Miriam Gössner wird nur den Prolog in Oberhof laufen und sollte dort einen Leistungsnachweis ihrer Stärke abliefern", meint Behle.

Da die Norwegerin Marit Björgen sowie die Schwedinnen Charlotte Kalla und Anna Haag nicht starten, ist Justyna Kowalczyk aus Polen erste Kandidatin auf den Tour-Sieg - weniger die zweimalige Gewinnerin Virpi Kuitunen aus Finnland. Insgesamt müssen die Frauen 64,7 Kilometer zurücklegen.

Nach drei Etappen in Oberhof und einem Sprint in Prag wird die Tour traditionell in Italien entschieden. Neu im Programm ist Toblach mit zwei Zielankünften, wobei es am 6. Januar mit dem Abschnitt Cortina dAmpezzo nach Toblach erstmals eine Ort-zu-Ort-Etappe in der Tour-Geschichte geben wird.

Den Abschluss bildet Val di Fiemme mit zwei Etappen. Höhepunkt ist wieder der gefürchtete Anstieg zum Alpe Cermis. Danach steht auch die Verteilung der insgesamt 708 222 Euro Preisgelder fest, die der Ski-Weltverband FIS bei dieser Veranstaltung ausschüttet. Die beiden Gesamtsieger bekommen rund 100 000 Euro und 400 Weltcup-Punkte. (dpa)

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