+
Paul Biedermann führt das deutsche Team beim Weltcup in Berlin an.

Weltcup-Finale

Deutsche Schwimm-Stars fehlen in Berlin

80.000 Euro für den Gesamtsieg, 8000 für einen Weltrekord: Mit Geld sind Deutschlands Schwimm-Stars nicht ins Becken in Berlin zu locken.

Berlin. 80.000 Euro für den Gesamtsieg, 8000 für einen Weltrekord und ein Auto für die beste Leistung beim Finale in Berlin: Aber auch mit Geld sind Deutschlands Schwimm-Stars nicht ins Becken zu locken.

Teilnehmer aus 32 Nationen haben für das Weltcup-Finale am Samstag und Sonntag in der Bundeshauptstadt gemeldet. An der Spitze des deutschen Teams stehen Europameister Paul Biedermann und der frühere Europarekordler Helge Meeuw als einzige Top-Schwimmer des Gastgebers. Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen bleibt in ihrer Heimatstadt an Land. Selbst ein Last-Minute-Hilferuf des Verbandes konnte die deutschen Stars nicht zu einem Start beim internationalen Höhepunkt im eigenen Land bewegen. Der Termin passte nicht in die Trainingspläne der Athleten.

Das soll sich nach dem Willen des neuen Sportdirektors Lutz Buschkow ändern. "Im nächsten Jahr wird der Weltcup unter dem Aspekt verstärkter Wettkampf-Härte auf jeden Fall wieder zum Pflichtstart erhoben", stellte er schon mal klar. Der noch bei den Olympischen Spielen in Peking inthronisierte Buschkow hat die Überprüfung des Wettkampfsystems ganz oben auf seiner Liste. Bereits im vergangenen Jahr hatten die deutschen Spitzenschwimmer für Verärgerung gesorgt, weil sie vor Olympia einem Start bei den Europameisterschaften in Eindhoven aus dem Weg gingen. Schon der frühere Cheftrainer und Sportdirektor Örjan Madsen hatte die mangelnde Wettkampfhärte der DSV-Schwimmer beklagt. Für Buschkow steht fest: "Sie müssen sich der Konkurrenz stellen."

Steffen, die am Sonntag 25 Jahre alt wird, will indes "erstmals seit Jahren meinen Geburtstag zu Hause im Kreise meiner Liebsten feiern". In nächster Zeit will sie sich verstärkt auf ihr Ingenieursstudium in Berlin konzentrieren und dieses möglichst 2010 abschließen. Die Qualifikation für die WM 2009 in Rom bleibt dennoch ihr Ziel. Das Weltcup-Finale aber ist kein Thema: "Ich bin erst seit sechs Wochen wieder im Aufbautraining. Mit meinen jetzigen Zeiten würde ein Start keinen Sinn machen", sagte sie.

Zur ersten großen internationalen Herausforderung wird das Weltcup-Finale für den deutschen Perspektiv-Kader für Olympia 2012 in London. Im Blickpunkt wird in Berlin vor allem der 19 Jahre alte Darmstädter Marco Koch stehen, der seinen erst am Dienstag in Stockholm aufgestellten deutschen Rekord über 200 Meter Brust angreifen wird.

Weltklasse garantieren in Berlin der Südafrikaner Cameron van der Burgh, Peter Marshall aus den USA und 100-Meter-Freistil- Olympiasieger Alain Bernard aus Frankreich. Weltrekord-Jäger van der Burgh sind der Gesamtsieg und die 80.000 Euro Prämie kaum noch zu nehmen. Der Weltcup-Zweite kassiert immerhin noch 40.000, der Dritte 24.000 Euro. Bei den Frauen liegt Marieke Guehrer aus Australien souverän vorn. Am Start ist auch Frankreichs Star und Olympiasiegerin Laure Madaudou. Für die beste Leistung im Wasser ist ein Auto im Wert von rund 30.000 Euro ausgelobt. (dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion