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Jonas Dobler (vorn) und Lucas Bögl: Zuletzt haben die deutschen Langläufer ihre bescheidenen Tour-de-Ski-Ziele zumeist erreicht.

Suche nach Beständigkeit

Deutsche Langläufer wollen Tour de Ski nutzen

Zuletzt haben die deutschen Langläufer ihre (bescheidenen) Tour-de-Ski-Ziele zumeist erreicht. Diesmal steht die WM-Vorbereitung im Fokus. Dabei können sie nach dem Neustart durchaus schon auf guten Grundlagen aufbauen.

Das zarte Pflänzchen im deutschen Skilanglauf soll bei der Tour de Ski weiter wachsen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger erwarten die Verantwortlichen im Deutschen Skiverband (DSV) von den acht Frauen und zehn Männern, die bei der 13. Auflage in Toblach an den Start gehen werden.

Vordere Platzierungen in der Gesamtwertung sind illusorisch und auch nicht das Ziel. Vielmehr geht es um die Verbesserung der Technik, die Steigerung der Wettkampfhärte und um das Teamwork in allen Bereichen.

„Normalerweise ist die Tour für uns immer der zweite Jahreshöhepunkt neben der WM oder Olympia. Nach unserem Neustart im Sommer ist sie diesmal ein weiterer Schritt in Richtung Weltmeisterschaften in Seefeld im Februar. Wir wollen Schwung holen, aber auch Athleten sehen und fordern, die bislang auf Continentalcup-Ebene unterwegs waren“, sagt der Sportliche Leiter Andreas Schlütter.

Unter dem neuen Bundestrainer Andreas Schlickenrieder ist besonders im männlichen Bereich ein Fortschritt erkennbar. Nicht nur, dass der ehemalige Junioren-Weltmeister Janusch Brugger beim Weltcup in Lillehammer als Tagesschnellster in einem Verfolgungsrennen praktisch einen Weltcup-Sieg verbuchen konnte. Auch Lucas Bögl, Jonas Dobler und Thomas Bing können für die WM planen.

Die Frauen suchen ohne die langzeitverletzten Routiniers Nicole Fessel und Steffi Böhler, die erstmals bei einem Tour-Start fehlen wird, nach einer neuen Linie. Ein Leader fehlt noch. „Das ist aber eine Riesenchance, um noch enger zusammenzuwachsen. Und das passiert momentan auch. Es ist toll zu sehen, wie die Mädels gemeinsam arbeiten, sich pushen“, sagt Schlütter. Platzierungen unter den Top-20 sind eine generelle Zielstellung.

Schlickenrieder ist für sein erstes Großereignis als Bundestrainer motiviert. „Bei der Tour möchten wir einen Schritt nach vorn machen, man soll eine Leistungssteigerung erkennen. Außerdem möchten wir die eine oder andere WM-Quali knacken. Die Sprinter haben zu Beginn der Tour die Chance zu punkten, die Distanzläufer sollten zum Heimweltcup in Oberstdorf ihre persönlichen Saison-Bestleistungen erzielen“, sagt der Coach.

Angesichts der Tatsache, dass einige Top-Leute wie die Norwegerin Therese Johaug (zwei Tour-Gesamtsiege), Charlotte Kalla (ein Tour-Gesamtsieg) oder Ebba Andersson (beide Schweden) für die WM-Vorbereitung auf eine Tour-Teilnahme verzichten, warnt man im DSV vor einem Bedeutungsverlust der Tour de Ski. „Sie ist nicht mehr so groß und bedeutsam wie früher, höchstens noch medial. Man muss sich Gedanken über neue, exklusive Formate machen, vielleicht aber auch um den Zeitpunkt. Was die Unterbringung des Trosses zwischen Weihnachten und Drei-Königs-Tag anbelangt, ist man zumindest in Deutschland und der Schweiz an Grenzen angelangt“, sagt Schlütter.

Die 13. und 14. Tour, bei der dann auch die 100. Etappe gelaufen werden wird, finden in jedem Fall statt. Die Favoriten auf die Gesamtsiege und die jeweils 400 Weltcuppunkte und 49 000 Euro Preisgeld sind schwer vorauszusagen. Die Norwegerin Ingvild Flugstad Oestberg hat wie Stina Nilsson aus Schweden gute Chancen. Der Schweizer Dario Cologna wird bei seiner Jagd nach dem fünften Tour-Sieg Konkurrenz aus Norwegen, aber auch Russland bekommen.

(Von Uta Büttner, dpa)

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