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Depressionen im Sport in der Diskussion - Auslöser Deisler und Simak

Profis sind Ausnahmen - Im Normalfall Behandlung durch Lichttherapie und Bewegung empfohlen

Die Fälle der beiden prominenten Fußball-Profis Jan Simak von Hannover 96 und Sebastian Deisler vom Deutschen Meister FC Bayer München haben eine öffentliche Debatte im Sport um seelische Krankheiten ausgelöst. Während es sich bei Deisler um eine klassische Depression handelt, wurde bei Simak von dem behandelnden Psychologen Hans-Dieter Hermann aus Heidelberg ein Erschöpfungssyndrom diagnostiziert.

Depressionen existieren wahrscheinlich schon so lange, wie es Menschen gibt. Gerade jetzt, im Herbst und im Winter, sind sie weit verbreitet und führen manchmal sogar dazu, dass sich jemand nicht einmal aus dem Bett erheben, geschweige denn, sich dem Alltag stellen kann.

Aber über psychische Erkrankungen wird im Gegensatz zu körperlichen Gebrechen meist ein Mantel des Schweigens gebreitet, vielfach sind sie ein Tabu-Thema. Aus der Sicht des Sportpsychologen Hermann ist es neu, dass die Depressionen öffentlich bekannt wurden. Er will den Tschechen Simak mit seiner Behandlung wieder befähigen, weiter Fußball zu spielen.

Von Experten wird auch deutlich gemacht, dass es kein Makel ist, eine Depression zu haben. Etwas widersinnig erscheint zunächst, dass gerade zwei Sportler an diesem psychischen Zustand der Trübsinnigkeit erkranken, denn es ist unumstritten, dass körperliche Bewegung bei solchen Erkrankungen wie einer Depression oder einem Erschöpfungssyndrom hilft. Aber bei Deisler und Simak ging es weniger um den Sport, sondern vielmehr um den öffentlichen Druck, den sie als Leistungsträger verspüren und an dem sie fast zerbrochen sind. Zudem wurden die Krankheitsbilder sehr spät erkannt. "In der Sportmedizin wird in der Regel zu wenig an psychologischen Fragen gearbeitet", meint Hermann. "Deshalb müssen die Symptome schon sehr auffällig sein".

Unter diesem extremen Leistungsdruck leiden natürlich die wenigstens Normalsportler. Aber dennoch gleicht sich die Behandlung, um mit einer Depression umzugehen. In schwereren Fällen empfiehlt sich eine Gesprächs- oder Verhaltenstherapie, dazu bei schweren Symptomen entsprechende Medikamente, wie bei Deisler. Bei leichteren Beschwerden wird von vielen Fachleuten eine Lichttherapie angeraten, die nicht über die Haut, sondern über die Augen wirkt.

Um gewisse hormonelle Prozesse auszulösen, sind 2.000 Lux von Nöten, soviel wie ein Mensch aufnimmt, wenn er an Frühlingstagen aus dem Fenster schaut. Bei einem Sommertag werden 10.000 Lux gemessen.

Empfehlenswert sind eben auch sportliche Aktivitäten. Im Gegensatz zu Medikamenten, deren volle Wirkung sich erst nach einigen Wochen entfaltet, greifen vor allem Ausdauersportarten schon nach der ersten Übungseinheit. Durch einen Lauf im Wald bei Schnee oder am Morgen werden zum einen die trübsinnigen Gedanken verjagt und zum anderen die hormonellen Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin stärker aktiviert, die die Glücksgefühle fördern. Wichtig ist, dass der Puls lange genug erhöht bleibt. Zudem ist die Regelmäßigkeit Pflicht. Psychologen empfehlen drei bis vier Mal die Woche.

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