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Ein gut funktionierender Darm ist "eine der wichtigsten Voraussetzungen für Vitalität und Wohlbefinden".

Der Darm als das "zweite Gehirn"

Größtes Verdauungsorgan spielt zentrale Rolle für Vitalität und Wohlbefinden / Wechselwirkung mit der PsycheEin gut funktionierender Darm ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Vitalität und Wohlbefinden. "Er ist der Dreh- und Angelpunkt für psychische und physische Gesundheit", berichtet die Leiterin des Kompetenzzentrums für Naturheilkunde am Universitätsklinikum Jena, Christine Uhlemann.

Jena (ap). Ein gut funktionierender Darm ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für Vitalität und Wohlbefinden. "Er ist der Dreh- und Angelpunkt für psychische und physische Gesundheit", berichtet die Leiterin des Kompetenzzentrums für Naturheilkunde am Universitätsklinikum Jena, Christine Uhlemann.

Sie nennt das größte Verdauungsorgan das "zweite Gehirn" im Körper: Mit einer Länge von etwa sechs Metern, einer Oberfläche von rund 200 Quadratmetern und einer größeren Ansammlung von Nervenzellen als im Gehirn beeinflusse es unmittelbar die Gesundheit.

Die Zellen der Darmwand haben nach Angaben der Professorin eine enorme immunologische Kraft, so dass der Darm mit dem größten Immunsystem im Körper wesentlich für eine gut funktionierende Abwehr sei. Wenn jedoch das empfindliche Gleichgewicht der Darmflora, die aus etwa 100 Billionen Bakterien bestehe, gestört sei, werde das Wohlbefinden massiv beeinträchtigt.

Es folgten Krankheiten, deren Auslöser zum Teil gar nicht mehr erkennbar seien, wie etwa chronische Schmerzsyndrome. Störungen der Verdauung beeinflussten die Stimmung, umgekehrt könnten auch seelische Störungen das Zusammenspiel der Verdauung massiv beeinträchtigen.

Besonders deutlich wird laut Uhlemann das enge Geflecht an Wechselwirkungen zwischen Psyche und Darm beim so genannten Reizdarm, an dem rund 20 Prozent der Bevölkerung leiden. Das Syndrom gehe oft mit depressiven Verstimmungen und Kopfschmerzen einher. Oft durchlebten die Patienten schwierige Lebenssituationen, sie hätten also im übertragenen Sinne etwas zu verdauen, erklärt die Medizinerin. Sie begründet damit ihr Plädoyer für eine ganzheitliche Betrachtung bei der Therapie des Reizdarmsyndroms.

Das "zweite Gehirn" spiegele aber nicht nur seelische Probleme, sondern beeinflusse auch umgekehrt die Stimmung und die Gesundheit: "Doch wir greifen mit unserer in der Regel ungesunden Ernährung und Lebensweise ständig die Schutzbarriere im Darm an und zerstören diese durch massiven Gebrauch von Genussgiften wie Alkohol, Nikotin oder Koffein", kritisiert Uhlemann. Die Folge seien ein geschwächtes Immunsystem, die Anfälligkeit für Infektionen und andere Erkrankungen sowie Verstimmungen bis hin zu Depressionen.

Die Ärztin ruft daher dazu auf, den Darm zu stärken und zu schützen. Eine Möglichkeit dazu seien Fastenaktionen oder Darmspülungen als Entlastung für das mit Reizstoffen überflutete Organ.

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