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"Dann raucht es im Gebälk"

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Timo Glock fährt derzeit nur hinterher.
Timo Glock fährt derzeit nur hinterher. © Foto: dpa

Timo Glock kommt derzeit nicht mal bis zur Zielflagge - zwei mal bereits versagte die Technik seines Wagens.

Sepang. Sein Chef will gut betuchte Touristen in den Weltraum schießen, aber am Boden bringt das neue Formel-1-Team von Milliardär Richard Branson bislang noch keine zwei Boliden richtig zum Laufen. Timo Glock sah nach zwei technisch bedingten Ausfällen noch nicht einmal die Zielflagge.

Dennoch bittet Glock aber um Verständnis für den bescheidenen Start. "Natürlich lief es nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben", sagte der Rennfahrer aus Wersau im Interview der Nachrichtenagentur dpa auf dem Sepang International Circuit. "Mir war und ist klar, dass wir Probleme haben; aber dass es im Endeffekt so viele unerwartete kleinere sind, die Zielankünfte dann nicht zugelassen haben, ist schon schade."

Für den Großen Preis von Malaysia hat Glock nur ein Ziel: "Ankommen." Der von Technik-Direktor Nick Wirth zu klein konstruierte Tank sei dafür kein Hindernis. Der 28 Jahre alte Hesse und sein brasilianischer Teamkollege Lucas di Grassi müssen wegen der zu geringen Benzinmenge mehrere Runden mit einem magereren Gemisch fahren, weshalb die Geschwindigkeit nachlässt. Glock kommentierte die dadurch noch geringere Konkurrenzfähigkeit gelassen. "Es geht erst einmal darum, dass wir ankommen. Ob ich dann 17., 18. oder 19. bin, macht keinen Unterschied."

Grenzenlos ist Glocks Geduld indes nicht. "Wenn wir allerdings bis Mitte der Saison noch immer kein Rennen beendet haben sollten, dann raucht es im Gebälk", sagte er. Schließlich will der "Entwicklungshelfer" entscheidend dazu beitragen, den Neueinsteiger Schritt für Schritt ans Mittelfeld heranzuführen. "Wir möchten uns an die vor uns liegenden Teams herankämpfen, zum Beispiel Toro Rosso und Sauber."

Der Schweizer Rennstall und Renault wären für Glock nach dem Rückzug von Toyota mögliche Optionen gewesen. Aber er versichert, dass er seinen frühe Entscheidung pro Virgin, das damals noch ManorGP hieß, nicht bedauert: "Nein. Ich schaue nicht zurück. Es bringt mir nichts, wenn ich jetzt sage, es wäre besser gewesen, zu Renault zu gehen." Ein Cockpit bei einem Top-Team würde ihn allerdings - wie alle Grand-Prix-Piloten - reizen: "Mercedes wäre natürlich ein Traum; für Ferrari zu fahren wäre auch super toll. Aber die Optionen sind im Moment weit weg."

Glock traut Rückkehrer Michael Schumacher zu, nach "ein bisschen Eingewöhnungszeit" wieder zu seiner einstigen Stärke zurückzufinden. "Ich glaube nicht, dass er etwas von seinen Qualitäten wegen seines Alters verloren hat. Ich bin mir sicher, dass er bis spätestens Saisonmitte wieder voll da ist." Zu den WM-Favoriten zählt er den siebenmaligen Champion aber nicht. "Red Bull und Ferrari liegen derzeit noch einen Schritt vor Mercedes. Für mich ist Fernando Alonso momentan der Top-Kandidat", sagte Glock über den zweimaligen Weltmeister aus Spanien. "Aber auch Sebastian Vettel ist ein Thema, obwohl er schon viele Punkte verloren hat. Die Saison ist noch lang und mit dem neuen Punktesystem kann man schnell einen Rückstand aufholen." (dpa)

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