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Die Trophäe steht ihr gut: Wiktoria Asarenka.
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Die Trophäe steht ihr gut: Wiktoria Asarenka.

Australian Open

Oma sei Dank

Wiktoria Asarenka gewinnt nach einem erstaunlich einseitigen Finale gegen Maria Scharapowa ihr erstes Grand-Slam-Turnier, obwohl sie vor einem Jahr schon mit dem Sport aufhören wollte.

Von Doris Henkel

Die Nacht war kurz und heiß. Nach nur drei Stunden Schlaf stolzierte Wiktoria Asarenka aber erstaunlich sicher auf Plateausohlen über den Holzsteg des Ruderclubs der Universität. In dieser Aufmachung fiel der Blick auf ihre endlos langen Beine.

Es gab Perspektiven, bei denen sie selbst die Hochhäuser überragte, aber das gehörte nur zum bunten Programm. Viel mehr kam es darauf an, dass sie am Tag zuvor die noch fünf Zentimeter größere Maria Scharapowa überragt hatte, und dass sie mit einer eindrucksvollen Demonstration der Stärke den ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte. Ab diesem Montag ist sie zudem die neue Nummer eins des Frauentennis.

Lehrstunde für Scharapowa

In weniger als anderthalb Stunden fertigte Asarenka die erfahrene, große Konkurrentin ab (6:0, 6:3). Am Ende sah es nach einer Lehrstunde für Scharapowa aus. Die Russin hatte ihre besten Momente an diesem Tag in der kleinen, wohlformulierten Rede bei der Zeremonie, als sie sagte: „Es ist eine Ehre, gegen Wiktoria zu spielen, die hart für diesen Titel gearbeitet hat. Sie war heute auf so vielen Ebenen besser als ich.“

Nach dem entschlossenen Auftritt im Finale konnte man sich kaum erklären, dass Asarenka lange mit dem Ruf gelebt hatte, eine leicht zu verwirrende Kandidatin zu sein. „Ja, stimmt“, sagte Asarenka dazu neulich, sie habe früher auf dem Platz oft die Fassung verloren, das könne sich ja jeder im Internet bei YouTube ansehen.

Die größte Inspiration

„Ich weiß, dass ihr dachtet, ich wäre ein Fall für den Psychologen. Aber ich war nur jung und emotional“, hatte sie den Leuten nach dem nicht minder eindrucksvollen Halbfinalsieg gegen Titelverteidigerin Kim Clijsters auf dem Platz zugerufen. „Ich habe mich als Spielerin und als Mensch entwickelt, und ich versuche, aus meinen Fehlern zu lernen.“

Nach diesen Spielen kam es einem erst recht merkwürdig vor, dass sie vor weniger als einem Jahr fast soweit gewesen wäre, das Tennisspielen aufzugeben, weil sie das Gefühl hatte, ihre harte Arbeit führe nicht zum erhofften Ergebnis. Martina Navratilova beschrieb es vor ein paar Tagen so: „Als sie sich selbst leidtat, sich ausgebrannt fühlte und darüber jammerte, wie schwer das Leben sei, hatte sie offenbar eine Art Aha-Moment. Ihre Großmutter sagte zu ihr: Hör zu, Liebling, ich hatte drei Jobs früher zur gleichen Zeit. Irgendwie fielen ihr danach die unterschiedlichen Perspektiven auf, und seither ist sie eine andere Person.“

Gleich nach dem Spiel versuchte Asarenka, inzwischen reife 22 Jahre alt, Kontakt zu besagter Großmutter herzustellen, aber die Verbindung kam nicht zustande. Doch sie bedankte sich noch auf dem Podium bei ihrer Babuschka und sagte, die sei die größte Inspiration ihres Lebens.

Inspirationen sind das eine, Unterstützung und ein gutes Konzept das andere. Asarenka war 14, als sie in ihrer Heimatstadt Minsk NHL-Torwart Nikolai Chabibulin und dessen Familie kennenlernte. Die Chabibulins haben eine Tochter, die damals auch Tennis spielte, und als sie nach Arizona zogen, boten sie Wiktoria an, bei ihnen zu leben und zu trainieren; sie kümmerten sich jahrelang um deren finanzielles Fundament.

Die richtige Wahl

Der Mann mit dem Konzept ist der Franzose Samuel Sumyk, seit zwei Jahren Asarenkas Coach. Die beiden brauchten eine Weile, um zueinander zu finden, aber mittlerweile sind sie davon überzeugt, die richtige Wahl getroffen zu haben. Sie sagt: „Inzwischen sind wir kein Team mehr, sondern eher eine Familie. Die Verbindung ist eng und pur.“

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