Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.
+
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

50+1-Regelung

Weg damit!

RB Leipzig ist einer von mehreren Klubs, die die "50+1-Regelung" mithilfe von schlauen Winkeladvokaten ausgehebelt haben. Um Wettbewerbsgleichheit wieder herzustellen, muss die 1998 erfundene Regel wieder abgeschafft werden. Ein Kommentar.

Von Jan Christian Müller

Hans-Joachim Watzke hat dieser Tage über den Ligakonkurrenten aus Leipzig Folgendes gesagt: „Bei Rasenballsport haben wir das erste Mal – auch im Gegenteil zu Hoffenheim oder Wolfsburg – den Fall, dass da nichts, aber auch gar nichts historisch gewachsen ist. Da wird Fußball gespielt, um eine Getränkedose zu performen.“ Der Satz hat für Schlagzeilen gesorgt, er wurde emotional aufgeladen, was den alten Fahrensmann Watzke nicht überraschen konnte.

Interessant sind jedoch weniger die erwartbaren Reaktionen aus Leipzig als vielmehr die Schlüsse, die Watzke mit seiner richtigen Analyse über den erfolgreichen Retortenklub verknüpft. Er findet nämlich, die 50-plus-eins-Regel müsse beibehalten werden.

Diese Regel, die der DFB 1998 erfunden hat, erlaubt es deutschen Lizenzvereinen nicht, mehr als 49,9 Prozent ihrer Anteile an einen oder mehrere Investoren zu veräußern. Ausnahmen: Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und die TSG Hoffenheim. Und RB Leipzig.

Jedem Verein muss es selbst überlassen sein

Der Klub hat die Regel mit Hilfe schlauer Winkeladvokaten ausgehebelt. Die Firmen Bayer, VW und Red Bull sowie der Mäzen Dietmar Hopp haben als Mehrheitseigentümer viel mehr Geld in den Fußball gepumpt, als das bei der Konkurrenz der Fall war, die sich nicht komplett verkaufen durfte.

Es ist deshalb überfällig, dass Wettbewerbsgleichheit hergestellt wird. Und zwar indem alle Bundesligavereine sich genauso komplett für Geldgeber öffnen dürfen, wie das an den vier beschriebenen Standorten der Fall ist. Watzke hat vollkommen recht, wenn er auf die Gefahren hinweist, dass nämlich fußballferne Investoren geneigt sein könnten, die Fans auszubeuten, etwa indem Steh- in Sitzplätze umgewandelt werden, um höchstmögliche Renditen zu erzielen.

Andererseits schützt der BVB-Geschäftsführer mit seiner Argumentation auch den Status quo und somit die vielzitierte Zementierung der Bundesliga. Denn einst große Klubs wie Eintracht Frankfurt oder Werder Bremen sind über die Jahre immer mehr geschrumpft. Teils sicher wegen hausgemachter Probleme, vor allem aber deshalb, weil sie finanziell von Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim, Leipzig abgehängt wurden.

Um stabil wieder auf Augenhöhe zu gelangen, ist eine Öffnung für den Finanzmarkt wahrscheinlich unabdingbar. Jedem Verein muss es dann selbst überlassen sein, welchen Partner er sich aussucht und ob er von diesem geschröpft oder unterstützt wird. Und ob die Fans die Ehe akzeptieren (wie in Leipzig) oder sich angewidert abwenden. Das wäre dann die 50-plus-eins-Regel des echten Lebens.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare