Die Corona-Sorgen waren zu groß: Vorerst wird es keine Ligaspiele von Frankfurt Universe geben. Hübner
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Die Corona-Sorgen waren zu groß: Vorerst wird es keine Ligaspiele von Frankfurt Universe geben. 

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Corona-Sorgen: Footballer von Frankfurt Universe ziehen die Bremse

  • vonKatja Sturm
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Die Frankfurter Footballer sagen ihren Liga-Start ab. Die Gründe sind vielfältig.

Es hatte sich schon länger angekündigt, doch seit Freitag ist es offiziell: Die American Footballer von Frankfurt Universe werden nicht an einer möglichen, coronabedingt modifizierten Saison in der German Football League (GFL) teilnehmen. Einer Mitteilung nach einigten sich die Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH darauf mit den Verantwortlichen des Stammvereins. Rivale Marburg Mercenaries will dagegen im Herbst in der obersten Spielklasse antreten, sollte überhaupt eine Spielzeit stattfinden. Denn bis Freitagmittag sagten bereits mehr als die Hälfte der eigentlich 16 Mannschaften ihren Start ab.

Laut Universe-Chef Alexander Korosek führten verschiedene Gründe zu dem Verzicht: So stehe die Gesundheit des Teams, aber auch der Zuschauer im Vordergrund, und diese könne man angesichts einer „weiterhin hochdynamischen Lage“ nicht sicherstellen. Zudem habe die Pandemie die Vorbereitung wesentlich beeinflusst. Die Sportler konnten sich bislang nicht wie nötig auf einen Einsatz vorbereiten, das föderalistische System und die verschiedenen Verordnungen in den einzelnen Ländern führten zudem zu ganz unterschiedlichen Voraussetzungen für die Teams und damit einer Wettbewerbsverzerrung.

In der Szene rumort es

Für den Vorjahreshalbfinalisten, der nach einer Insolvenz vor zwei Jahren erst 2019 einen Neuanfang wagte, waren laut Korosek auch wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend für den sogenannten Exit. Der Luftfahrtunternehmer fürchtet, dass selbst bei einer kompletten Nutzung des Stadions im Herbst nur wenige Zuschauer zu den Spielen kommen würden. Demgegenüber stünden erhöhte Aufwendungen für die erforderlichen Hygienemaßnahmen und das zusätzliche Sicherheitspersonal.

Die Entscheidung sei „alternativlos“ gewesen. „Unsere Bereitschaft zu spielen war jederzeit da“, betont Korosek. Seit Oktober habe das Universe-Team mit Hochdruck an der Saison 2020 gearbeitet und nach der problemlos verlaufenen ersten Spielzeit nach der Insolvenz Vertrauen bei neuen Partnern gewonnen. „Wir waren bereit, alles dafür zu geben, um im German Bowl vor heimischer Kulisse zu stehen“, so der Geschäftsführer. Dieses Finale in der Fußballarena im Stadtwald wurde aufgrund der Corona-Krise auf den 10. Oktober verschoben, die verkürzte Saison soll im September beginnen.

Bis Freitag mussten die Vereine ihre Teilnahme an der GFL bestätigen oder sich abmelden. Liga-Sprecher Carsten Dalkowski, der auch Präsident der spielbereiten Mercenaries ist, hatte vor einigen Tagen eingeräumt, man werde gegebenenfalls auch noch das Wochenende über Zeit zum Überlegen geben. An den meisten Standorten ist man sich jedoch offensichtlich schon einig geworden.

Zuletzt hatte es in der Szene kräftig rumort. Allen voran Korosek kritisierte die Verantwortlichen im American Football Verband (AFVD) dafür, dass sie mit den Vereinen getroffene Absprachen nicht einhalten würden. AFVD-Präsident Robert Huber widersprach dieser Darstellung am Donnerstag und erklärte, dass die Sanktion eines Vereins für die Nicht-Teilnahme am Spielbetrieb nur fällig werden würde, sollte er aus anderen Gründen als wegen der Covid-19-Pandemie nicht antreten. Mit der Rückgabe der Lizenz, die nun auch für Universe ansteht, werde nicht „die Spielberechtigung in der Liga für die Zukunft abgegeben“.

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