+
Alberto Contador kann noch immer lächeln - trotz aller Dopingvorwürfe.

Ärger um Toursieger

Contador verlässt Trainingslager

Der spanische Toursieger Alberto Contador hat sich aus dem Trainingslager seines Rennstalls auf Mallorca verabschiedet und ist nach Madrid zurückgekehrt. Dort muss sich der positiv getestete Contador mit seinen Anwälten beraten.

Wütend und enttäuscht packte Alberto Contador am Wochenende seine Koffer und verabschiedete sich aus dem Saxo-Bank-Trainingslager auf Mallorca. Der dreimalige Toursieger kehrte nach Madrid zurück, wo es in den nächsten Tagen viel Gesprächsbedarf mit seinen Anwälten gibt. Justizmarathon statt Rennen heißt es wohl in Zukunft, nachdem der spanische Radsport-Verband RFEC mitgeteilt hat, den Profi im Zuge seiner positiven Dopingprobe auf Clenbuterol für ein Jahr sperren zu wollen.

In Spanien bröckelt der Rückhalt für Contador. So musste er sich ausgerechnet von seinem früheren Teamkollegen und Landsmann David Etxebarria harsche Kritik gefallen lassen. „Weine nicht, wenn du vorher geschwiegen hast“, teilte Etxebarria via Twitter dem Madrilenen mit. „Du sagst, dass du nicht an das Antidopingsystem glaubst, obwohl du dadurch eine Tour gewonnen hast“, ergänzte der zweimalige Tour-Etappensieger mit Blick auf Contadors ersten Titel bei der Frankreich-Rundfahrt 2007, als der Däne Michael Rasmussen vier Tage vor dem Ende in Führung liegend aus dem Rennen genommen worden war. Rasmussen hatte in der Vorbereitung mehrfach falsche Angaben über seine Aufenthaltsorte gemacht.

Etxebarria kann den Aufschrei Contadors nicht verstehen. Schließlich habe Contador auch geschwiegen, als seine Teamkollegen im Zuge der Operacion Puerto vor viereinhalb Jahren am Pranger gestanden hatte. Etxebarria, der ebenfalls auf der Kundenliste von Dopingarzt Eufemiano Fuentes aufgeführt war, beendete danach seine Karriere. Beide waren 2006 für das Liberty-Seguros-Team gefahren.

Auch der Name Contadors mit den Initialen AC hatte damals auf der Fuentes-Liste gestanden, ehe er nachträglich gelöscht worden war. Contador kam so schadlos aus der Affäre heraus und gewann anschließend dreimal die Tour. Der Sieg 2010 dürfte ihm aber aberkannt werden, sollte die Sperre verhängt werden. Der 28-Jährige war am zweiten Ruhetag der Tour positiv auf Clenbuterol getestet worden. Contador hatte dies mit dem Verzehr von kontaminiertem Fleisch zu erklären versucht.

Der Madrilene will die Sperre auf keinen Fall akzeptieren. In Kürze wollen die Spanier ihr Urteil verkünden. Dann haben der Fahrer, der Weltverband UCI und die Welt-Antidopingagentur Wada zehn Tage Zeit für die Einreichung einer Berufung beim internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne. Dass dies ein langwieriger Prozess ist und womöglich in einer Erhöhung der Strafe von einem auf zwei Jahre endet, ist Contador egal. „Es geht um meine Ehre“, sagte Contador. (sid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion