Touchdown trotz Pandemie

College Football (USA): „Big Ten“ will wieder starten – Trump brüstet sich auf Twitter

  • Enno Eidens
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In den USA hat das Coronavirus den Spielbetrieb beliebter Sportarten lahmgelegt. Nun kündigt eine der größten College-Football-Ligen die Wiederaufnahme an.

  • Die „Big Ten Conference“ startet die College-Football-Saison Ende Oktover.
  • Bekannte Spieler forderten die Wiederaufnahme des Spielbetriebs.
  • Donald Trump empfindet es als „große Ehre, geholfen zu haben.“

USA – Eine große Liga des US-amerikanischen Hochschulsports hat angekündigt, noch im Oktober die College-Football-Saison zu starten. Bei der „Big Ten Conference“ handelt es sich um eine der ältesten Ligen der USA. Ein Hygienekonzept soll den Spielbetrieb während der Coronavirus-Pandemie sicher gestalten.

Vorher gab es viel Druck vonseiten der Spieler. Noch im August schien es so, als würde alle Ligen den Spielbetrieb verschieben wollen. Nun setzen bereits vier der fünf Top-Ligen ihren Spielbetrieb fort. Damit fehlt auf dem höchsten Niveau des Hochschul-Footballs nur noch eine Liga aus der umgangssprachlich „Power Five“ genannten Spitzenklasse.

Land in Nordamerika:USA
Hauptstadt:Washington, D.C.
Vorwahl:+1
Bevölkerung:328,2 Millionen (2019)
Präsident:Donald Trump
Arbeitslosenrate:14,7% (Apr. 2020)

College Football (USA): Hochschul-Liga „Big Ten“ will nach Abbruch im Oktober wieder starten

Die „Big Ten Conference“ will den Spielbetrieb im College Football im Oktober wieder aufnehmen. Das gab die amerikanische Hochschul-Liga am Mittwoch, 16. September bekannt. 14 Universitäten im Mittleren Westen der USA sind Mitglied bei der Spitzenliga. Im August hatten die „Big Ten“ angekündigt, den Spielbetrieb bis ins Frühjahr 2021 verschieben zu wollen. Nun rudern die Verantwortlichen zurück.

Am Wochenende vom 23. bis 24. Oktober sollen die ersten Spiele im College Football wieder starten, das haben die Verantwortlichen der einzelnen Universitäten einstimmig beschlossen. Zeitgleich veröffentlicht die Liga ein Konzeptpapier, dass die Coronavirus-Regeln für den Spielbetrieb erklärt. US-Präsident Donald Trump begrüßte die Entscheidung der traditionsreichen Liga und gab an, „geholfen zu haben“ – Offizielle der Liga verspotteten die Äußerung des US-Präsidenten.

College Football in der Coronavirus-Pandemie – diese Maßnahmen gelten bei der „Big Ten Conference“

Vier weitere Ligen bilden zusammen mit der „Big Ten Conference“ die sogenannten „Power Five“ – fünf Ligen auf dem höchsten Niveau des US-amerikanischen Hochschulsports. Vor den „Power Five“ haben nun bereits vier Teams den Spielbetrieb in der Coronavirus-Pandemie wieder aufgenommen oder eine Wiederaufnahme angekündigt. Spieler des College Footballs, darunter der hoch gehandelte Quarterback Trevor Lawrence von der Clemson University (South Carolina) und Justin Fields, Quarterback der Ohio State hatten sich für eine Fortsetzung des Spielbetriebs stark gemacht.

Quarterback Justin Fields der „Ohio State Buckeyes“ im Spiel gegen die „Clemson Tigers“ aus South Carolina.

Die Verantwortlichen „Presidents and Chancellors“ – dem höchsten Gremium der „Big Ten“ haben sich auf gesundheitliche Richtlinien für den Spielbetrieb geeinigt. Dazu gehören tägliche Coronavirus-Tests sowie erweiterte Herzuntersuchungen bei positiv getesteten Spielern. Die Coronavirus-Tests müssen täglich und vor jeder Trainingseinheit oder jedem Spiel abgeschlossen werden. Dabei werden zwei Testtypen kombiniert. Ein Kardiologe muss positiv getestete Spieler für den Spielbetrieb wieder freigeben. Nach einem positiven Test müssen Spieler mindestens 21 Tage warten, bis sie wieder spielen oder trainieren dürfen. Zudem wollen die 14 Universitäten der „Big Ten“ mit den gesammelten Herzdaten mehr über die Auswirkung des Coronavirus auf das Herz von Profisportlern herausfinden.

„Power Five conferences“

In Nordamerika sind die Mannschaften im Hochschul- und Profisport in Ligen, sogenannte „Conferences“ eingeteilt. Die Mannschaften der umgangssprachlich „Power Five“ genannten fünf Ligen sind die Spitzenteams auf dem höchsten Level des nordamerikanischen College Football. Zu den fünf Conferences der „Power Five“ gehören die „Atlantic Coast Conference, die „Big Ten Conference“, die „Big 12 Conference“, die „Pac-12 Conference“, and die „Southeastern Conference“. Bis auf „Pac-12“ haben alle den Spielbetrieb wieder aufgenommen oder eine Wiederaufnahme angekündigt.

Donald Trump rühmt sich mit Fortsetzung der Liga – Offizielle verspotten den Präsidenten

Im August wollten die „Big Ten“ und die „PAC-12“ die College-Football-Saison komplett absagen. Damals formierten sich Proteste innerhalb der Spielerschaft. Besonders auffällig waren die Äußerungen des jungen Quarterbacks Trevor Lawrence. Unter dem Hashtag „#WeWantToPlay“ forderte er die Fortsetzung des Spielbetriebs unter verpflichtenden Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen. Lawrence spielt beim Team der Clemson University, den Clemson Tigers.

Der US-Präsident Donald Trump teilte damals den Aufruf von Trevor auf Twitter und sagte, dass die „Hochschulsportler zu hart gearbeitet hätten, als das die Saison abgebrochen werden könnte.“ Lawrence war im Juni mit Positionen aufgefallen, die nicht zu denen Donald Trumps passen. Im Juni sprach Lawrence bei einem „March of Change“, einer Demonstration gegen Rassismus an seiner Universität in South Carolina.

Quarterback Trevor Lawrence von der Clemson University bei einer antirassistischen Kundgebung im Juni.

Nun rühmt sich Donald Trump mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs bei der „Big Ten“. Der US-Präsident bedankte sich kurz nach der Ankündigung der „Big Ten“ am Mittwoch, 16. September bei allen Spielern, Trainern, Altern und Verantwortlichen der Universitäten und wünscht ihnen eine „FANTASTIC SEASON!“ Zudem gibt sich der Präsident bescheiden: „Es ist mir eine große Ehre, geholfen zu haben.“

Am 1. September hatte Donald Trump mit dem Präsidenten der „Big Ten“ gesprochen. Im Gespräch soll er dem „Commissioner“ Kevin Waren der Liga finanzielle Hilfe angeboten haben. Offizielle der Liga geben nun an, keinerlei Hilfe aus Washington bekommen zu haben. Das Statement von Donald Trump hätten sie verspottet, berichtet die New York Times. Auch auf Twitter gibt es Häme für den US-Präsidenten. Der Nutzer John Giovanni Pierni schreibt: „Yeah, sie haben dabei geholfen, zu mehr Todesfällen beizutragen, ihre Exzellenz!“

Rubriklistenbild: © Christian Petersen/GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

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