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Wimbledon-Siegerin vermisst

Peng Shuai grüßt im Video – WTA-Chef zweifelt an Echtheit

  • Melanie Gottschalk
    VonMelanie Gottschalk
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Ist Peng Shuai wieder aufgetaucht? Mehrere Videos aus China sollen zeigen, dass es der Tennisspielerin gut geht. Doch WTA-Chef Simon zweifelt an der Echtheit.

  • Tennisspielerin nach Vergewaltigungsvorwurf gegen ehemaligen Vizepremier von China verschwunden
  • Videos sollen zeigen, dass es ihr gut geht – doch WTA-Chef Steve Simon zweifelt
  • Verschwinden von Peng Shuai für chinesische Regierung „Desaster“ so kurz vor Olympischen Winterspielen 2022

+++ 11.40 Uhr: Im Fall der Tennisspielerin Peng Shuai hat die Sportlervereinigung Global Athlete das IOC und dessen Präsidenten Thomas Bach hart attackiert. Die Mitteilung des Internationalen Olympischen Komitees über eine Video-Schalte Bachs mit der Chinesin mache „das IOC mitschuldig an der bösartigen Propaganda der chinesischen Behörden und deren mangelndem Interesse an grundlegenden Menschenrechten und Gerechtigkeit“, teilte die Athleten-Union am Montag (22.11.2021) mit. Das IOC hatte am Sonntag mitgeteilt, Bach habe ein Videotelefonat mit der Tennisspielerin geführt. Diese habe erklärt, sie sei in Sicherheit.

Global Athlete indes betonte, dass eine Videoschalte keineswegs garantiere, dass Peng Shuai sicher und wohlauf sei. In der Stellungnahme des IOC werde nicht erwähnt, dass die 35-Jährige Vorwürfe wegen sexuellen Missbrauchs erhoben habe und zwei Wochen verschwunden gewesen sei. Mit seiner Einladung zum Abendessen an Peng Shuai habe Bach die „todernste Situation verspottet, die leider zu vielen weiblichen Athleten sehr vertraut ist“.

Sportlervereinigung fordert sichere Ausreise von Peng Shuai aus China

Die Sportlervereinigung erneuerte ihre Forderung, Chinas Olympisches Komitee zu suspendieren, bis Peng Shuai eine sichere Ausreise aus China ermöglicht werde und ihre Vorwürfe Gegenstand einer Untersuchung würden. Mit seiner Haltung in der Sache habe das IOC erneut bewiesen, dass es „Athleten im Stich lässt, an der Seite von gewaltsamen autoritären Regimen steht und Menschenrechte ignoriert“, hieß es in der Stellungnahme von Global Athlete. Für das IOC hat der Fall zusätzliche Brisanz, da Chinas Hauptstadt Peking im Februar Gastgeber der Olympischen Winterspiele ist.

Update vom Montag, 22.11.2021, 10.09 Uhr: Rund zwei Wochen lang galt die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai als vermisst, jetzt soll sie offenbar wieder aufgetaucht sein. Mehrere kurze Videos, die auf Twitter hochgeladen wurden, sollen die 35-Jährige wohlbehalten zeigen. Doch es gibt Zweifel.

Wie die New York Times berichtet, wurden die Videos von Hu Xijin, dem Editor der staatlichen Zeitung The Global Times, hochgeladen. Doch laut der NY-Times erscheinen die Konversationen unnatürlich, das Restaurant und die Zeit der Aufzeichnung sind ebenfalls nicht bekannt. Es stellt sich deshalb weiterhin die Frage, ob Peng Shuai sicher ist und ob sie freiwillig in diesen Videos auftaucht. Rund zehn Stunden nach den ersten beiden Videos tauchte dann ein drittes Video auf, das die 35 Jahre alte Tennisspielerin bei dem Finale eines Jugend-Tennis-Turniers in Peking zeigt.

Videos von Tennisspielerin Peng Shuai aufgetaucht – WTA-Chef weiterhin skeptisch

Peng Shuai hatte Anfang November den ehemaligen Vizepremier von China, Zhang Gaoli, beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben. Anschließend wurde ihr Name und Verweise darauf von China komplett zensiert, Shuai verschwand von der Bildfläche. Am Mittwochabend (17.11.2021) präsentierte Chinas englischsprachiger Propagandasender CGTN dann eine E-Mail, die angeblich von der 35-Jährigen stammen soll. Die Mail ist angeblich an WTA-Chef Steve Simon direkt adressiert, doch der bezweifelt die Echtheit des Dokuments.

Auch nach dem Auftauchen des Videos äußerte Simon Bedenken: „Auch wenn es positiv ist, sie zu sehen, ist es weiterhin unklar, ob sie frei und in der Lage ist, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Das Video allein ist unzureichend“, wird Simon in der New York Times zitiert. Wie Simon berichtet, versuche er bereits seit über einer Woche persönlich Kontakt zu Peng Shuai aufzunehmen, bisher jedoch ohne Erfolg.

„Desaster“ für China nur wenige Wochen vor Start von Olympia 2022

Für China könnte das Verschwinden der 35 Jahre alten Tennisspielerin zum Desaster werden, denn am 04. Februar 2022 sollen in Peking die Olympischen Winterspiele 2022 beginnen. Ein Skandal wie den rund um Peng Shuai will das Land unbedingt vermeiden. „Sportfans rund um den Globus sind auf diese Story aufmerksam geworden“, sagte William Nee von der NGO Chinese Human Rights Defenders (CHRD). „Das ist ein riesen Desaster für die chinesische Regierung. Jeden Tag, den wir näher zu den Olympischen Winterspielen kommen, macht das Desaster größer, wenn China es nicht löst“, führte Nee bei CNN weiter aus.

Das kurze Twitter-Video soll Peng Shuai (weißer Pullover) mit Freund:innen in einem Restaurant zeigen.

Tennisspielerin Peng Shuai verschwunden - „Riesen Desaster“ für China

Erstmeldung vom Freitag, 19.11.2021, 9.44 Uhr: Peking - Wo ist Peng Shuai? Das rätselhafte Verschwinden der chinesischen Tennisspielerin beschäftigt mittlerweile nicht mehr nur die Tenniswelt und wirft viele Fragen auf. Am 02. November 2021 hatte die 35-Jährige in einem Online-Post den ehemaligen Vizepremier von China, Zhang Gaoli, der Vergewaltigung beschuldigt, seitdem fehlt jede Spur von Shuai. Die chinesische Regierung hat mittlerweile alle Erwähnungen ihres Namens zensiert, auch der ursprüngliche Post ist verschwunden. Doch damit ist die Sache nicht geklärt, denn das Verschwinden des Tennisstars hat weltweit für Aufsehen und Empörung gesorgt.

Peng Shuai gilt mittlerweile seit mehr als zwei Wochen als verschwunden, die Women‘s Tennis Association (WTA) ist schockiert. Am Mittwochabend (17.11.2021) präsentierte Chinas englischsprachiger Propagandasender CGTN eine E-Mail, die angeblich von der 35-Jährigen stammen soll. Die Mail ist angeblich an WTA-Chef Steve Simon direkt adressiert, doch der bezweifelt die Echtheit des Dokuments.

China veröffentlicht E-Mail Peng Shuai – WTA-Chef Simon glaubt nicht an Echtheit

Die E-Mail beginnt offenbar mit den Worten. „Hallo alle zusammen, das ist Peng Shuai.“ Und weiter: „Ich werde weder vermisst, noch befinde ich mich in Gefahr“, zitiert das Redaktions Netzwerk Deutschland (RND) aus dem Dokument. „Ich habe mich nur Zuhause ausgeruht, alles ist in Ordnung.“ Weiter steht laut RND darin, die Anschuldigungen aus den Nachrichten seien „nicht wahr“.

Steve Simon bezweifelt, dass diese E-Mail tatsächlich von der 35-Jährigen selbst stammt: „Die heute von chinesischen Staatsmedien veröffentlichte Erklärung zu Peng Shuai erhöht nur meine Bedenken hinsichtlich ihrer Sicherheit und ihres Aufenthaltsortes“, sagte der Sportfunktionär.

Wo ist Peng Shuai? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Tenniswelt.

„Es fällt mir schwer zu glauben, dass Peng Shuai die E-Mail, die wir erhalten haben, tatsächlich geschrieben hat, und zu glauben, was ihr zugeschrieben wird.“ Auch die Worte „Zwang und Einschüchterung“ bringt Simon ins Spiel. Er fordert, dass die Tennisspielerin frei sprechen darf. Simon drohte China darüber hinaus, dass sich die WTA aus China zurückziehen könnte – und dass, obwohl Tennis in China ein extrem großes Geschäft ist. Doch laut Simon ist dieser Fall größer als das Business.

Verschwinden von Peng Shuai: Druck auf China wächst

China hält sich in dem Fall weitestgehend bedeckt, die Regierung in Peking hatte wahrscheinlich gehofft, mit der Zensur den Post auch aus den Köpfen löschen zu können. Doch außerhalb Chinas haben sich dutzende Sportstars mit der 35-Jährigen solidarisch gezeigt. Die Vergewaltigungsvorwürfe von Peng Shuai gegen Vizepremier Gaoli ist der erste #MeToo-Fall in China, der sich gegen einen hochrangigen Politiker richtet. Für China kommen die Vorwürfe zu einer extrem ungünstigen Zeit.

Denn in rund drei Monaten, am 4. Februar 2022, werden die Olympischen Winterspiele 2022 in Peking eröffnet, bei denen China ein gutes Bild in der Welt hinterlassen will. Doch der Fall Shuai sorgt derzeit für das Gegenteil. „Sportfans rund um den Globus sind auf diese Story aufmerksam geworden“, sagte William Nee von der NGO Chinese Human Rights Defenders (CHRD). „Das ist ein riesen Desaster für die chinesische Regierung. Jeden Tag, den wir näher zu den Olympischen Winterspielen kommen, macht das Desaster größer, wenn China es nicht löst“, führt Nee bei CNN weiter aus. Der Druck auf China wächst. (msb)

Rubriklistenbild: © Screenshot Twitter-Account Hu Xijin

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