+
Nicht nur am Kopf gut gepolstert: Petr Cech im Trikot der Guilford Phoenix.

Vom Fußball zum Eishockey

Cech wechselt das Tor

Der ehemalige Fußballprofi Petr Cech wird Goalie im Eishockey. Der 37-Jährige steht vor seinem Debüt bei Guildford Phoenix in der zweiten englischen Eishockeyliga.

Ende August war er Stargast der Uefa bei der Gruppenauslosung der Champions League, er hat sie schließlich mal mit dem FC Chelsea gewonnen, 2012, gegen den FC Bayern. Regelmäßig sieht man Petr Cech im Stadion seines langjährigen Klubs, denn dem dient er nun in neuer Funktion als „Technical and performance advisor“, nachdem er als Spieler aufgehört hat, zuletzt aktiv beim Londoner Stadtrivalen FC Arsenal. Cech war einer der bekanntesten Fußballtorhüter der Welt. Wegen seiner Leistungen, seines griffigen Namens (Cech aus Tschechien), und weil er nach einem Zusammenprall 2006, bei dem er sich den Schädel brach, mit einem Helm spielte, der 80 Gramm schwer war.

„Wunderbare Erfahrung“

Seit einiger Zeit zieht Petr Cech, 37, sich mehr Ausrüstung an als bisher. Er geht wieder ins Tor, allerdings in ein bedeutend kleineres. Er trägt einen großen Helm mit Visier, polstert seinen Körper jetzt von oben bis unten ab, zieht Schlittschuhe an. Er wird Eishockey-Goalie. Bei Guildford Phoenix steht er vor seinem Debüt. „Er arbeitet hart“, sagt Spielertrainer Andy Hemmings, 31. Die Eishockey-Spezifika muss Cech erst erlernen, den Sport kannte er nur als Fan. Tschechien ist ein waschechtes Eishockeyland. „Nach 20 Jahren als Profifußballer wird es eine wunderbare Erfahrung, nun in der Sportart zu spielen, die ich als Kind schon gespielt habe“, sagte Cech.

Guildford, eine 66.000-Einwohner-Stadt im Südwesten Londons, spielt in der National Ice Hockey League 2 in Großbritannien, das ist die vierthöchste Liga, also nicht professionell. 20 Klubs verteilen sich auf drei Divisionen, Topscorer der Liga ist nach vier Spieltagen mit der sagenhaften Bilanz von vier Toren und 15 Assists der slowakische Verteidiger (!) Boris Giba. Ausländer gibt es auf dieser Stufe nur wenige, Guildford beschäftigt einen Deutschen namens Bela Rohmer und einen Schweizer, die aber im Verein großgeworden sind.

Guildford Phoenix ist das Farmteam der Guildford Flames, die in der höchsten Klasse (Elite Ice Hockey League) spielen. Die Flames stehen zwei Plätze unter den Belfast Giants, die gerade in der Champions League Augsburg knapp unterlagen. Der Eishockeyneuling Petr Cech könnte also aufsteigen. Theoretisch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion