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Carlos Alcaraz: Spaniens neuer Rafael Nadal – Die Geschichte des Tennis-Wunderkinds

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Von: Andreas Apetz

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Carlos Alcaraz während der French Open 2022 bei seinem Match gegen Alexander Zverev
Carlos Alcaraz während der French Open 2022 bei seinem Match gegen Alexander Zverev. (Archivfoto) © NurPhoto/Imago Images

Carlos Alcaraz gilt als die Zukunft der Tenniswelt. Bereits mit 19 Jahren bezwang er die besten Spieler der Welt. Was man über den Spanier wissen muss.

El Palmar – Schon im jungen Alter zählt der Spanier Carlos Alcaraz zur Elite des Tennissports. Für seine Erfolge wurde er mit dem Award des ATP-Newcomers des Jahres ausgezeichnet und folgt damit den Spuren von Weltstars wie Alexander Zverev oder Rafael Nadal. Auf der großen Bühne wusste er schon zu überzeugen und gewann bereits zwei Turniere ATP Masters Turniere. Der Traum vom Grand-Slam-Titel blieb ihm bisher verwehrt.

Carlos Alcaraz: Das Wunderkind aus Spanien

Carlos Alcaraz wurde am 5. Mai 2003 geboren. Seine Leidenschaft für den Tennissport wurde ihm von seinem Vater in die Wiege gelegt, welcher selbst in seinen jungen Jahren zu den 40 besten Tennisspielern Spanien gehörte. Die Mutter Virginia brachte neben Carlos noch seine drei weiteren Brüder Alvaro, Sergio und Jamie zur Welt. Mit vier Jahren stand der junge Alcaraz auf dem Tennisplatz. „Es war schon im Alter von fünf, sechs Jahren klar, dass er besondere Fähigkeiten hat“, sollte Vater später sagen.

NameCarlos Alcaraz
Geburtstag5. Mai 2003 in El Palmar, Spanien
Größe und Gewicht185 cm, 72 kg
SpielhandRechts, zweihändige Rückhand
Karrierebilanz, Einzel (Stand: Mai 2022)65:22

Carlos Alcaraz stach in jungen Jahren mit seinem Talent hervor. 2018 gewann er die U16-Europameisterschaft und schlug nur kurze Zeit später mit Pedro Martinez den 140. der Weltrangliste. Damit ist Alcaraz der fünfte Tennisspieler, der bereits im Alter von 15 Jahren ein Match gegen einen Top-200-Spieler gewinnen konnte. Im September 2018 verhalf er entscheidend zum Titelgewinn des spanischen Junioren-Davis-Cup-Teams. Sein größter Erfolg im Junioren-Bereich war das Erreichen des Viertelfinales von Wimbledon 2019.

Carlos Alcaraz: Erste Grand-Slam-Turniere

Aufgrund seines spektakulären Spielstils galt Alcaraz schnell als Wunderkind des Tennissports. Nach mehreren Future-Finals spielte er Anfang 2020 sein erstes ATP-Tour-Event in Rio. Ende des Jahres hatte er insgesamt vier Challenger-Finals erreicht, von denen er drei gewinnen konnte. Damit katapultierte sich der 17-jährige Spanier vom 492. auf den 136. Weltranglistenplatz. Für sein erfolgreiches Jahr wurde er mit dem ATP-Newcomer-of-the-Year-Award geehrt.

Nachdem Alcaraz im Januar 2021 das Qualifikationsturnier der Australian Open überstanden hatte, stand er erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. Damit wurde er der jüngste Australian-Open-Teilnehmer seit Novak Djokovic bei den Australian Open 2005. Beim Turnier in Melbourne feierte Alcaraz seinen ersten Sieg in einem Grand-Slam-Match ehe er in der zweiten Runde ausschied.

Bei den French Open desselben Jahres erreichte er bereits die dritte Runde. Alcaraz gehörte zu diesem Zeitpunkt bereits zu den 100 besten Spielern der Welt. In Wimbledon startete er mit einer Wildcard und schied in der zweiten Runde gegen den Weltranglistenzweiten Daniil Medwedew aus. Bei seinem Einzug ins Viertelfinale der US Open 2021 schlug er unter anderen den Weltranglistendritten Stefanos Tsitsipas. Seinen Jahresabschluss krönte er mit dem Turniersieg bei den Next Gen ATP Finals in Mailand und dem 32. Weltranglistenplatz.

Carlos Alcaraz: Sprung in die Top Ten

Die Australian Open 2022 waren für Alcaraz in der dritten Runde gegen den späteren Halbfinalisten Matteo Berrettini vorbei. Einen Monat später revanchierte sich Alcaraz beim Italiener für seine Niederlage und warf diesen beim ATP-Turnier von Rio aus dem Wettbewerb. Der mittlerweile 18-jährige Spanier konnte das Finale in Rio für sich entscheiden und gewann somit als jüngster Spieler aller Zeiten ein Turnier der ATP Tour 500. Seinen ersten Masters-Titel gewann Alcaraz kurz darauf in Miami. Damit ist er nach Michael Chang und Rafael Nadal der insgesamt drittjüngste Sieger eines Masters-Turniers.

Einen Tag nach seinem 19. Geburtstag besiegte er bei den Madrid Open Nadal im Viertelfinale und war damit der erste Teenager, der ihn auf Sand besiegte. Das Halbfinale gegen Djokovic entschied Alcaraz ebenfalls für sich und im Finale bezwang er schließlich Titelverteidiger Zverev. Damit besiegte er drei Top-4-Spieler nacheinander und verbesserte seine eigene Position auf Weltranglistenplatz 6. Bei den French Open 2022 schied er im Viertelfinale gegen Zverev aus.

Carlos Alcaraz: Trainer und Spielstil

Carlos Alcaraz wird von Ex-Profi Juan Carlos Ferrero trainiert. „Juan Carlos ist eine sehr wichtige Person für mich. Er ist nicht nur Coach, sondern auch ein Freund – also kann ich mit ihm über alles reden“, spricht der junge Spanier über seinen Trainer. Alcaraz ist für seine harten Schläge von der Grundlinie bekannt. Neben seiner starken Schlagkraft kann Alcaraz auch technisch seine Gegner aus der Reserve locken, häufig mit ansatzlosen Stoppbällen. Bei seinen Matches geht er stets hohes Risiko ein und wird dafür häufig belohnt.

Häufig wird er mit den Big Three verglichen: Nadal, Roger Federer und Djokovic. Er selbst möchte aber keinen Spielstil kopieren: „Ehrlich, ich kopiere keinen Stil von Spielern, sondern spiele mein Spiel, Aber wenn ich einen Spieler nennen müsste, der ähnlich wie ich spielt, denke ich, dass es Roger Federer wäre. Auch er versucht, die gesamte Zeit aggressiv zu sein“, beschreibt sich Alcaraz selbst.

Carlos Alcaraz: Alle Titel und Erfolge (Stand: 6. April 2022)

Grand-Slam-Bilanz (Einzel):0 Titel
Australian Open (0 Siege)-
French Open (0 Sieg)-
Wimbledon Championships (0 Siege)-
US Open (0 Siege)-
ATP-Tour-Bilanz (Einzel):5 Titel
ATP Masters 10002 Titel
ATP Tour 5002 Titel
ATP Tour 2501 Titel
Gesamt-Bilanz:5 gewonnene Titel

Carlos Alcaraz: Privates und Persönliches

Viele Details über das Privatleben von Carlos Alcaraz sind nicht bekannt. In Sachen Familie und Beziehung hält sich der 19-Jährige zurück und gibt wenig preis. Daraus, dass sein Landsmann Nadal auch sein sportliches Vorbild ist, macht er kein Geheimnis: „Ich habe immer zu Rafa aufgeschaut, ich habe immer seine großen Momente und Spiele gesehen und viel daraus gelernt“, sagte Alcaraz nach seinem Turniersieg in Miami.

Trotz seiner noch jungen Karriere hat Alcaraz bereits ein ordentliches Vermögen erspielt. Sein bisher gewonnenes Preisgeld wird auf rund 5,2 Millionen Euro geschätzt. (Andreas Apetz)

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