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Als Neu-Deutscher spielte John Bryant groß auf.

46ers-Center stark

Bundesliga-Star Bryant glänzt als Deutscher

Der derzeit beste Bundesliga-Center, John Bryant, erhält die deutsche Staatsangehörigkeit und liebäugelt mit einem Sprung ins Nationalteam. Der Bundestrainer äußert sich aber zurückhaltend.

Seiner ersten Glanzleistung als Deutscher ließ John Bryant auch eine Bewerbung für das deutsche Nationalteam folgen.

„Wenn sie mich wollen, bin ich da. Sie können mich gerne kontaktieren“, sagte der Top-Center der Bundesliga auf Englisch nach dem 90:95 seiner Gießen 46ers gegen medi Bayreuth. „Ich wäre froh, für Deutschland zu spielen, es ist eine große Möglichkeit. Aber es gibt viele andere große Jungs in Deutschland gerade.“ Zuvor hatte der Amerikaner die Urkunde mit der Staatsangehörigkeit bekommen.

Seine Ausnahmestellung untermauerte Bryant mit 29 Punkten und zwölf Rebounds, die der 31-Jährige bei der Niederlage erzielte. Beides sind Werte, die zuvor in dieser Saison kein anderer deutscher Profi in der Bundesliga aufgelegt hat. Dass der 2,11 Meter große Bryant aber wirklich das deutsche Trikot überstreift, ist unwahrscheinlich. Bundestrainer Henrik Rödl schloss einen Einsatz nicht kategorisch aus, verwies aber deutlich auf die starke deutsche Center-Riege.

„John spielt eine sehr gute Saison. Er ist ein besonderer Spieler. Prinzipiell kommen alle Spieler mit deutschem Pass für die Nationalmannschaft in Frage“, sagte Rödl am Wochenende der Deutschen Presse-Agentur. „Auf dieser Position sind wir allerdings sehr gut besetzt. Zurzeit gibt es keine Veranlassung dazu mehr zu sagen.“ Mit Blick auf die WM 2019 in China kommen als Center unter anderen Johannes Voigtmann, Johannes Thiemann, Maik Zirbes sowie die NBA-Profis Isaiah Hartenstein und Moritz Wagner in Frage.

Bryant wurde 2012 und 2013 für ratiopharm Ulm als wertvollster Spieler der Bundesliga ausgezeichnet. Vor seinem Engagement bei den Gießenern, die ihn vergangenes Jahr verpflichteten, war er zeitweise sogar vereinslos, hielt sich bei einem Münchner Regionalligisten fit, knüpft aber inzwischen wieder an seine früheren Leistungen an. Mit 20,3 Punkten und 11,1 Rebounds pro Partie führt er die Liga an.

Selbst wenn es nicht mehr für das Nationalteam reicht, hat sich das Büffeln für den Sprachtest gelohnt. „Ich habe es größtenteils für meine Familie gemacht“, sagte Bryant bei Telekomsport. „Damit haben wir die beste Ausgangslage für ein Leben nach dem Basketball.“

(Von Florian Lütticke, dpa)

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