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Über den Mitspielern zu stehen war nie sein Wunsch: Frank Baumann beendete nach dem gewonnenen Pokal-Finale seine aktive Laufbahn bei Werder Bremen.
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Über den Mitspielern zu stehen war nie sein Wunsch: Frank Baumann beendete nach dem gewonnenen Pokal-Finale seine aktive Laufbahn bei Werder Bremen.

Frank Baumann

Bremens unsichtbare Stütze

Am Ende gab es für eine Profilaufbahn ohne Tätowierungen und Eskapaden sogar Beifall von den Kontrahenten: Frank Baumann wechselt vom Feld ins Werder- Management. Von Jan Christian Müller

Von Jan Christian Müller

Für Frank Baumann gab es am Ende einer Profilaufbahn ohne Tätowierungen sogar von den Leverkusener Kontrahenten Beifall. Der 33-Jährige hat das mit der ihm eigenen Gelassenheit realisiert. Als die Mitspieler ihn bei der Jubelrunde im Olympiastadion auf Schultern trugen, hat er zugesehen, bloß schnell wieder hinunter zu kommen.

Baumann taugt nicht zur herausgehobenen Stellung. Neun Jahre lang war Frank Baumann Kapitän bei Werder Bremen, und zum Schluss wurde er so viel gelobt, dass er irgendwann den Eindruck gewann, er stünde am eigenen Grab, "denn normalerweise ist es ja nur bei einer Beerdigung so, dass nur die guten Dinge herausgestellt werden."

Ab Januar wird der leise Franke mit dem feinsinnigen Humor Klaus Allofs assistieren, nach einem halben Jahr Pause also erst, "ein halbes Jahr, das ich brauche, auch um Abstand von den Mitspielern zu gewinnen."

Zehn Jahre lang hat Baumann Defensivarbeit bei Werder Bremen geleistet. Es ist genau diese eine Jahrzehnt und nur ein paar Tage mehr her, seit er seinen Wechsel vom 1. FC Nürnberg nach Bremen mit einem Fehlschuss perfekt machte. Kurz vor Schluss der Partie am 29. Mai 1999 gegen den SC Freiburg lag Gäste-Torwart Richard Golz nach einem Abpraller vom Pfosten schon hilflos im Gras, Baumann brauchte nur noch ins leere Tor abzustauben, der 1. FC Nürnberg wäre gerettet gewesen, und Baumann hätte bleiben müssen.

Unvergesslicher Blackout

Stattdessen schoss er Golz den Ball in die Arme. Es wird für immer einer der unvergesslichsten Blackouts der Bundesligageschichte bleiben. Denn fast gleichzeitig traf Fjörtoft für Frankfurt gegen Kaiserslautern. Der Club stieg ab, Baumann stieg auf. Bei vielen anderen hätte man glauben können, die vergebene Großchance sei Resultat von kühlem Kalkül gewesen. Baumann wurde das niemals unterstellt.

Ein paar Mal hat er später in der Nationalmannschaft gespielt. Es hätte noch ein Länderspiel mehr sein können, doch bei der Weltmeisterschaft 2002, als Rudi Völler in der Schlussphase gegen Irland dicht machen wollte, war Baumann irgendwie nicht aufzutreiben gewesen. Die Ersatzspieler hatten sich im Spielertunnel aufwärmen müssen, wo Baumann der Legende zufolge unsichtbar blieb, als die Betreuer ihn suchten.

Vielleicht ist das typisch für diesen Mann, der seine Arbeit immer irgendwie heimlich verrichtet hat. Deutschland kassierte seinerzeit in der Schlussphase noch den Ausgleich. Wahrscheinlich hätte Baumann das verhindert, ohne dass es jemand gemerkt hätte.

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