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Der Dortmunder Ivan Perisic versucht sich beim Freistoß gegen die  VfB-Mauer.
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Der Dortmunder Ivan Perisic versucht sich beim Freistoß gegen die VfB-Mauer.

VfB Stuttgart

Breiter Brustring

Dass sich der VfB Stuttgart stabilisiert hat, ist schon länger klar, dass aber die Stuttgarter dem deutschen Meister aus Dortmund mit offenem Visier Paroli bieten, ist dennoch überraschend.

Von Christoph Ruf

Neven Subotic blieb nichts erspart. Nicht nur, dass der starke Innenverteidiger kurz vor Schluss den Dortmunder Führungstreffer auf dem Kopf hatte und vergab. Nun musste er auch noch Auskunft geben über den Stand seiner Beziehungen zu Menschen in all den Dörfern rund um Pforzheim, in denen er als junger Bürgerkriegsflüchtling einst gekickt hatte.

„Wissen Sie was?“, sagte er schließlich, „wir spielen zurzeit gefühlt achtmal die Woche, da habe ich für gar nichts Privates Zeit.“ Beachtlich, dass ein Team, das noch in drei Wettbewerben vertreten ist, so spritzig und kraftvoll auftritt wie der BVB in Stuttgart. Und vielleicht noch beachtlicher, dass all das trotzdem nicht zum Sieg reicht, weil der Gegner genauso gut spielt.

Mancher Korrespondent hat so seine Mühe zu erklären, warum Jubelgesänge auf den VfB Stuttgart trotz des guten Saisonstarts verfrüht sein könnten. Auch Manager Fredi Bobic und Trainer Bruno Labbadia hatten immer wieder betont, das Team sei zwar stabiler als in der vergangenen Saison, ihm mangele es aber noch an Automatismen.

Und tatsächlich: Wer den VfB in dieser Spielzeit häufiger über 90 Minuten anschaute, sah ein Team, das vor allem im Defensivverhalten deutlich zugelegt hat, aber gegen bessere Mannschaften nur phasenweise spielerische Dominanz aufbauen konnte. Einen Platz im oberen Drittel des Endklassements traute man dieser Elf allemal zu. Mehr nicht unbedingt.

Höllisches Tempo

Gegen die Borussia nährte der VfB daran allerdings ernste Zweifel. Im ersten Durchgang schlugen die Schwaben ein höllisches Tempo an und brachten den Meister mit gezieltem Pressing, sicherem Passspiel und gehörigem Zug zum Tor immer wieder in die Bredouille. Nach einem Dortmunder Blitzstart mit guten Chancen durch Robert Lewandowski und Mario Götze (jeweils 3.) dominierte der VfB und kam in der 21. Minute durch Serdar Tasci zur Führung, die man daraufhin konsequent auszubauen versuchte.

Martin Harnik und Cacau, die sich zuletzt einige Male auf dem Platz angeschnauzt hatten, harmonierten gut. Irgendwer scheint Cacau eingebläut zu haben, dass Fußball eine Mannschaftssportart ist, bei der der Ball auch zum besser postierten Spieler abgegeben werden darf. „Das war ein super Spiel von beiden Seiten“, sagte Zdravko Kuzmanovic nach dem Schlusspfiff. Zumal die eigene Taktik aufgegangen sei. „Wenn man die Dortmunder unter Druck setzt, bekommen auch die Probleme.“

Dass der BVB in der Nachspielzeit der ersten Hälfte durch Lukas Piszczek ausglich, war dennoch in Ordnung. Der ansonsten gute Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte Dortmunds Mario Götze nach Foul von Cristian Molinaro einen Elfmeter versagt (37.), bei dem eigentlich alle Augenzeugen die Wahrnehmung des BVB-Coachs Jürgen Klopp teilten: „Ich war schon im Spiel sicher, dass es ein Elfmeter war und bin es nach den Fernsehbildern immer noch.“

Applaus aus beiden Fanlagern

Im zweiten Durchgang verdiente sich der BVB dann das Remis endgültig auf dem Platz. Shinji Kagawa (60.), Subotic (88.) und Piszczek (89.) hatten in den Schlussminuten die besten von zahlreichen Dortmunder Chancen, vergaben sie aber ebenso wie auf der Gegenseite Zdravko Kuzmanovic (56.) oder Ibrahima Traoré (81.). Eine Partie, die mit Pfiffen begonnen hatte – der BVB-Tross war verspätet angekommen, weshalb mit 15 Minuten Verspätung angepfiffen worden war – endete mit Applaus aus beiden Fanlagern.

60?000 Zuschauer hatten eine Begegnung gesehen, die nicht nur Subotic als „geilste in der bisherigen Saison“ und VfB-Trainer Bruno Labbadia als „für die Zuschauer unglaublich schön“ erlebt hatte. Labbadias Kollege Klopp schien ebenfalls beseelt ob der Klasse des Spiels und wollte sich gar nicht lange mit der Chancenverwertung seiner Mannen aufhalten. „Ich fand den VfB heute brutal stark“, ließ er noch wissen und setzte ein schelmisches Lächeln auf: „Überhaupt freue ich mich total, dass gegen uns immer so gut gespielt wird.“

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