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Bradl verpasst Heimsieg knapp

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Schnell, aber nicht schnell genug: Stefan Bradl.
Schnell, aber nicht schnell genug: Stefan Bradl. © dapd

Stefan Bradl ließ seine Maschine mitten auf der Strecke stehen, rannte durch den Kies bis zu den Tribünen und feierte mit dem Publikum. Vor mehr als 100?000 Zuschauern ist dem WM-Spitzenreiter auf dem Sachsenring der Heimsieg zwar nicht geglückt, mit dem zweiten Platz beim Großen Preis von Deutschland konnte der 21-Jährige aber sehr gut leben.

„Es war ein großartiges Rennen mit Gänsehaut-Feeling“, sagte Bradl nach seinem erneuten Sprung auf das Podium, wo er kurz zuvor eine ausgiebige Champagnerdusche genossen hatte. Wieder musste Bradl seinem ärgsten WM-Konkurrenten Marc Marquez den Vortritt lassen, im Gesamtklassement der Moto2 hat der Titelfavorit zur Saisonhälfte allerdings noch immer ein beruhigendes Polster von 47 Punkten Vorsprung auf den Spanier.

„Ich habe versucht, ihn in Schach zu halten, aber es ging einfach nicht. Dennoch bin ich sehr zufrieden“, sagte Bradl. Ärger über den verpassten Sieg verspürte der WM-Spitzenreiter kaum: „Sicher hätte ich gerne gewonnen, aber wir sind hier in der Weltmeisterschaft und nicht auf einem Kindergeburtstag. Da werden die Messer ausgepackt.“

40 Jahre nach dem Erfolg von Dieter Braun ließ der Schwabe die Gelegenheit aus, als erster Deutscher wieder einen WM-Lauf auf dem Sachsenring zu gewinnen. Doch auch ohne deutschen Triumph konnten die Veranstalter zufrieden sein. Insgesamt 230?133 Eintrittskarten wurden für das dreitägige Rennwochenende verkauft – ein Rekord.

Mit einer Enttäuschung endete das Rennen für MZ-Pilot Max Neukirchner (Stollberg). Der 28-Jährige, der keine 15 Kilometer von dem Traditionskurs bei Hohenstein-Ernstthal entfernt wohnt, landete nach einer Kollision im Kiesbett und schied aus. „Das ist richtig bitter. Ich konnte das Tempo mitgehen“, sagte Neukirchner. Zu allem Überfluss erlitt der Sachse bei dem Sturz Prellungen am Ellbogen.

In der Achtelliterklasse lieferten sich Jonas Folger (Schwindegg) und sein Aprilia-Markenkollege Sandro Cortese (Berkheim) ein heißes Duell. Am Ende hatte Folger die Nase vorn und wurde nach einem Überholmanöver kurz vor Schluss Siebter, Cortese landete auf dem achten Rang. „In der letzten Runde wollte ich Sandro keine Chance mehr lassen, das ist mir gelungen“, sagte Folger. Echte Freude kam aber nicht auf: „Richtig zufrieden kann ich nicht sein.“ Ganz ähnlich fühlte sich der Geschlagene. „Es ist nicht das tollste Ergebnis“, bilanzierte Cortese: „Es war ein sehr, sehr hartes Rennen. Der Kampf mit Jonas hat viel Zeit gekostet.“ Der dritte deutsche Fixstarter Marcel Schrötter (Vilgertshofen?/?Mahindra) kam nicht über den 16. Platz hinaus und lag damit noch hinter dem besten Wildcard-Starter Toni Finsterbusch (Krostitz?/?KTM), der Zwölfter wurde.

Der Sieg bei den 125ern ging an den Spanier Hector Faubel (Aprilia), der zeitgleich mit dem Franzosen Johann Zarco (Derbi) über die Ziellinie fuhr, aber wegen der schnelleren Rennrunde die 25 Punkte erhielt. WM-Spitzenreiter Terol führt jetzt mit 166 Zählern vor Zarco (134), Vinales (122), Folger (110) und Cortese (106).

In der Königsklasse feierte der Spanier Dani Pedrosa seinen fünften Saisonsieg. Der dreimalige Weltmeister setzte sich vor dem amtierenden MotoGP-Champion Jorge Lorenzo (Spanien?/?Yamaha) und seinem Honda-Teamkollegen Casey Stoner durch. Der WM-Spitzenreiter aus Australien hält damit weiter Kurs auf seinen zweiten WM-Titel. ( sid)

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