Borussia Dortmund

Beflügelt ins Ruhrpottderby

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Der BVB zeigt sich optimistisch nach 4:0-Sieg in Freiburg.

Weiße Blütenblätter einer Kirsche wehen in diesen frühlingshaften Tagen durch die Dortmunder Straßen, rote Tulpen neigen sich dazu sanft in den Rabatten, gelbe Knospen knistern in den Bäumen. Weiß wie die Wiese, der erste Sportplatz des Ballspielvereins. Rot wie die Erde, die spätere Spielstätte, direkt neben dem heutigen Stadion. Und gelb wie die Wand, die 25 000 Anhänger beben lassen werden am Samstag. Es scheint, als sei selbst die Natur in Derbystimmung. Und die Sonne strahlt dazu wie die BVB-Spieler nach dem 4:0-Sieg in Freiburg, der alles offen hält im Titelrennen. Und doch in den Hintergrund rückt. Am nächsten Spieltag geht es gegen Schalke.

„Bei so einem Wetter und so: Es wird geil zu Hause“, sagt Thomas Delaney, der im Hinspiel das schnellste Derbytor seit 1999 erzielt hatte. „Letztes Mal war es schon gut für mich und die Mannschaft“, sagt er, einen 2:1-Auswärtssieg gab es damals. Und was Teil zwei anbelangt, am Samstag um 15:30 Uhr: „Wir haben da ein super Gefühl“, sagt der Däne Delaney.

Nach dem Sieg beim Sport-Club in Freiburg hat der BVB eine breite Brust und nur einen Punkt Rückstand auf die Bayern. „Wir gucken nicht auf die Bayern, wir müssen in unserem Spiel drei Punkte holen – und da gibt es Samstag die nächsten. Wir tun gut daran, Gas zu geben bis zum Ende. Was die Bayern machen, können wir nicht beeinflussen“, gibt Torschütze Mario Götze die Richtung vor. Er weiß aber auch: „Erstmal stehen die drei Punkte, die wir geholt haben, im Fokus. Aber dann geht es auch schon los mit der Vorbereitung auf Samstag. Und das wird spannend, alleine schon aufgrund der Tabellensituation, die wir haben.“

Die Tabellensituation ist es, die dem Derby gegen den FC Schalke 04 aber auch ein wenig die Spannung nimmt – könnte man meinen. Roman Bürki, gegen Mainz der Matchwinner und am Samstag in alter Freiburger Wirkungsstätte mit weißer Weste, stellt klar, was die Partie Dortmund gegen Schalke bedeutet. „Für uns ist es sehr interessant. Wir wollen dieses Spiel gewinnen. Es ist das spannendste Spiel der Saison – egal, wo die stehen“, sagt er. Eine Kampfansage des schwarzgelben Schlussmanns. Ein Fehltritt im Titelrennen gegen den königsblauen Rivalen wäre allerdings auch denkbar unangenehm für die Dortmunder Fans. „In unserer Situation ist der Sieg das wichtigste“, so Bürki. Für die Schalker wäre ein Derbysieg hingegen die Chance, die verkorkste Saison zu retten. Der würde nämlich drei wichtige Punkte im Abstiegskampf bedeuten und – höchstwahrscheinlich – dem Revierrivalen endgültig aller Meisterhoffnungen berauben.

Wolf am Knöchel verletzt

Dortmund darf dafür nicht aus dem Tritt geraten. „Wichtig war, dass wir das erste Tor gemacht haben, das hat uns eine gewisse Sicherheit gegeben. Wichtig war dann auch, dass wir nach dem Seitenwechsel konsequent auf die nächsten Treffer gegangen sind“, sagte Götze nach dem Sieg in Freiburg, der auch ein Erfolg der Effizienz war. Während sich der BVB eiskalt zeigte, haderten die Freiburger – mal wieder – mit ihrer Chancenverwertung. „Das Ergebnis ist hart für Freiburg“, wusste Mahner Favre: „Wir haben gut gespielt, gut verteidigt, aber Freiburg hat gedrückt und Möglichkeiten gehabt. Das dürfen wir nicht vergessen. Wenn sie das 1:1 machen, kann alles anders ausgehen.“

Zumal die Dortmunder mit weiteren Verletzungssorgen heimfuhren. Der Ex-Frankfurter Marius Wolf, als Rechtsverteidiger schon Ersatz für Achraf Hakimi und Lukasz Piszczek, knickte mit dem linken Fuß böse um, erlitt eine zunächst nicht näher spezifizierte Außenbandverletzung im Sprunggelenk und droht länger auszufallen.

Ihren Optimismus und Kampfgeist wollen sich die Dortmunder aber von derartigen Nachrichten nicht eintrüben lassen. Schon gar nicht beim Derby. Bürki: „Ich gebe alles dafür, dass wir auch am Samstag zu Null spielen.“ Damit die schwarzgelben Anhänger weiter Frühling und Tabelle genießen gönnen.

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