1. Startseite
  2. Sport
  3. Sport A-Z

Bochum feuert Heiko Herrlich

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Heiko Herrlich.
Heiko Herrlich. © ddp

Der VfL Bochum gibt zwei Tage vor dem Spiel gegen den FC Bayern die Entlassung von Trainer Heiko Herrlich bekannt. Vorerst wird der abstiegsbedrohte Bundesligist von einem Ex-Nationalspieler betreut.

Die Not ist groß, der Zeitpunkt außergewöhnlich. Mit der überraschenden Trennung von Trainer Heiko Herrlich will der VfL Bochum letzte Kräfte im Abstiegskampf mobilisieren. "Es geht darum, den Hebel umzulegen und nach dem letzten Strohhalm zu greifen. Wir wollen der Mannschaft ein anderes Gesicht geben", sagte Sportvorstand Thomas Ernst, der auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz auch davon sprach, "kurzfristig alles auf eine Karte zu setzen".

Was indes am Samstag ein schwieriges Unterfangen werden dürfte: Dann tritt der VfL beim FC Bayern an - da wären die Bochumer vermutlich auch chancenlos, wenn Louis van Gaal plötzlich die Trainerbänke tauschen würde. Doch in Bochum ist mehr im Argen: Das Verhältnis zwischen Herrlich und weiten Teilen der Mannschaft soll zerrüttet sein. So hatte sich Offensivkraft Joel Epallé zuletzt öffentlich über die Menschenführung Herrlichs beklagt.

Ihm hatte der 38-Jährige beispielsweise vorgehalten, ohne Schienbeinschoner zum Training gekommen zu sein, weshalb der Publikumsliebling aus Kamerun vorübergehend suspendiert wurde. Auch mit Kapitän Marcel Maltritz, Anthar Yahia, Diego Klimowicz oder Mimoun Azaouagh war der Chefcoach zuvor schon aneindergeraten.

Wosz soll den Retter spielen

Zu solchen Details wollte niemand der Bochumer Verantwortlichen am Donnerstag Stellung nehmen. Statt Herrlich wird der ehemalige Profi Dariusz Wosz nun das Team trainieren - der Fokus wird sich mutmaßlich ganz auf das letzte Saisonspiel gegen Hannover 96 richten.

Einige Spieler erfuhren erst am Nachmittag beim Training von der Trennung. In einer einstündigen Sitzung am Morgen mit Ernst, Vereinschef Werner Altegoer und Finanzvorstand Ansgar Schwenken war Herrlich informiert worden. Damit geht sein erstes Engagement als Chefcoach im Profifußball nach nur sechs Monaten abrupt zu Ende. Zwar blieb das Team unter der Regie des früheren DFB-Trainers zwischen dem 17. und 24. Spieltag ohne Niederlage, verspielte aber hernach den komfortablen Vorsprung.

Der VfL ist nunmehr seit zehn Spieltagen sieglos. "Heiko Herrlich hat viele positive Dinge angeschoben. Aber am Ende zählt der Erfolg", sagte Ernst sehr ernst. Herrlichs Nachfolger Wosz war in dieser Saison schon einmal als Nothelfer eingesprungen. Nach der Trennung von Marcel Koller versuchte er sich für einen Monat an der Seite von Interimscoach Frank Heinemann.

"Es war sehr überraschend, dass es jetzt so schnell ging, aber natürlich bin ich bereit", sagte der 40-Jährige nun selbstbewusst. Für das Bayern-Spiel gibt Wosz eine ganz einfache Marschroute aus: "Wir werden in München mit zwei Spitzen auflaufen. Wir wollen nach vorne spielen, etwas erreichen. Wir werden versuchen, die Münchner vor Probleme zu stellen. Wir dürfen keinen Köttel in der Hose haben." (dpa/sid/hell)

Auch interessant

Kommentare