+
Etappensieger und Gesamtführender der Deutschland-Tour: Maximilian Schachmann.

Deutschland-Tour

Blumen für die Freundin

Maximilian Schachmann setzt sich in Trier überzeugend an die Spitze der Deutschland-Tour.

Die Folgen seines knappen Erfolges bekommt Maximilian Schachmann in Trier kurz nach dem Rennen zu spüren, und die Zuschauer gleich mit. Es sind erfreuliche Minuten für den jungen Radprofi, womöglich sogar die intensivsten seiner bisherigen Karriere. Denn Maximilian Schachmann, 24 Jahre alt, Berliner, Abiturient, vor allem aber bereits erfolgreicher Radprofi, durfte gleich vier Mal auf das Siegerpodium neben der Trierer Sportarena steigen. Einmal, um als Tagessieger der zweiten Etappe der Deutschland-Tour nach 196 Kilometern von Bonn nach Trier geehrt zu werden. Und dann, um drei der vier Wertungstrikots entgegenzunehmen: orange für Rang eins der Gesamtwertung, grün, weil er auch das Punkteklassement anführt, genauso wie die Liste der besten Nachwuchsfahrer – der Lohn ist ein weißer Dress. Nur das schwarze Jersey des besten Bergfahrers ließ Schachmann einem anderen – dem Luxemburger Gaetan Pons.

Neben den vielen Trikots erhielt Schachmann auch noch vier Blumensträuße, einen warf er seiner Freundin Josephine zu, die vor der Jubelbühne auf ihn wartete. Am Samstag, bei der dritten Etappe zwischen Trier und Merzig wird Schachmann in Orange zu sehen sein, Radfahrer streben nach dem wertvollsten Trikot eines Rennens, und so fordern es auch die Statuten des Radsport-Weltverbandes. 

Der Erfolg vom Freitag war einer mit Ankündigung für Schachmann, der schon in den Tagen vor Beginn der Deutschland-Tour auf seine starke Form hingewiesen hat und auch darauf, dass er seine Chance durchaus suchen werde. Es gelang dem starken Zeitfahrer, zuletzt EM-Dritter im Kampf gegen die Uhr, nach einem spannenden, schweren und sehr abwechslungsreichen Rennen durch die Eifel über mehr als 3000 Höhenmeter nach einer starken Vorstellung auf den letzten 20 Kilometern. Schachmann musste mit seinen Helfern aus dem derzeit weltbesten Team, der belgischen Equipe Quick-Step, für das er im zweiten Jahr in der World Tour fährt, ein paar Ausreißer um den deutschen Meister Pascal Ackermann stellen. 

Nach dem letzten Anstieg, gut sechs Kilometer vor dem Ziel, griff er dann mit dem Niederländer Tom Dumoulin an. Später stießen noch der Slowene Matej Mohoric und auch noch der Kölner Nils Politt dazu. Schachmann setzte sich schließlich im Sprint vor Mohoric, Dumoulin und Politt durch – und löste seinen Teamkollegen Alvaro Hodeg an der Spitze der Gesamtwertung ab. „Dieser Erfolg ist etwas Besonderes für mich – als deutscher Fahrer in Deutschland“, freute sich Schachmann. Nun will er auch die ganze Rundfahrt gewinnen, die am Sonntag in Stuttgart endet.

Dritter Saisonsieg

Es war Schachmanns dritter Sieg in diesem Jahr, nach jeweils einem Erfolg bei der Katalonien-Rundfahrt und beim Giro d’Italia, wo er sogar eine Bergetappe für sich entschied. Beim Giro trug Schachmann zudem fünf Tage das Trikot des besten Jungprofis. Er fiel erst nach einer Erkrankung in der Gesamtwertung zurück. Spätestens in Italien zeigte sich auch Schachmanns Format als Rundfahrer, eine Spezies, die rar ist in Deutschland, der Sammelstation für herausragende Sprinter. Druck erzeuge diese Situation nicht bei Schachmann, sagt er überlegt. Ja, es wäre schön, wenn er die deutsche Rundfahrer-Lücke schließen könnte: „Das werde ich versuchen. Wenn es aber nicht klappt, ist das auch nicht so schlimm für mich.“ 

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion