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Stefan Kuntz (Mitte) ist mit einem Rumpfteam bei Olympia dabei.
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Stefan Kuntz (Mitte) ist mit einem Rumpfteam bei Olympia dabei.

Kommentar

Fußball-Blamage für Deutschland: Rumpf-Kader des DFB offenbart ganze Respektlosigkeit

  • Frank Hellmann
    VonFrank Hellmann
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Dem DFB gelingt es nicht, 22 Spieler für den Olympia-Kader nach Japan zu senden: eine Blamage für den heimischen Fußball. Ein Kommentar.

Frankfurt am Main - Eigentlich reicht ein Name, um dem deutschen Fußball noch einmal die Werthaltigkeit der Olympischen Spiele vor Augen zu führen: Serge Gnabry. Beim FC Arsenal durfte der Tempodribbler bis 2016 im Profiteam nie richtig beschleunigen, bis ihn der Menschenfänger Horst Hrubesch in sein Olympiaaufgebot aufnahm. Und siehe da: Plötzlich war Gnabry in aller Munde. Im Zeichen der Olympischen Ringe verblüfften Ballfertigkeit und Geschwindigkeit, und bald jagte die halbe Bundesliga den gebürtigen Schwaben, der über Umwege schließlich beim FC Bayern landete. Doch irgendwie will sich kaum einer an die schöne Geschichte vom schnellen Serge erinnern.

U-21-Coach Stefan Kuntz und seine Helfer hatten fünf Jahre danach allergrößten Mühe, genügend Spieler für das Olympiateam zusammenbekommen. Letztlich passiert das, was der Erfolgstrainer aus dem deutschen Nachwuchs eigentlich als Horrorszenario an die Wand gemalt hatte: Deutschland sollte sich nicht die Blamage geben, dass nach der EM-Teilnahme der deutschen Nationalmannschaft nicht genug Leute da sind, um 22 Mann nach Tokio zu schicken. Genau das ist aber nun passiert.

Zu wenige Spieler für Olympia: Deutscher Fußball hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt

Dass das Aufgebot mit 18 Spielern, darunter drei Torhütern, für diese enge Taktung und bei den erwarteten klimatischen Bedingungen deutlich zu klein ist, steht außer Frage. Kuntz kann einerseits die Bedenken verstehen, aber andererseits ist es ein Armutszeugnis für den um Anschluss ringenden deutschen Fußball, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat: Internationale Erfahrung auf dieser Ebene ist durch nichts zu ersetzen.

Wie es auch gehen könnte, zeigen die Spanier: Im 22er-Olympiakader stehen gleich sechs Spieler, die bereits die EM für die Spanische Nationalmannschaft in den Knochen haben: Darunter der gerade zum besten jungen Spieler gewählte Pedri. Der FC Barcelona wollte seinen hoch talentierten Vielspieler nicht freigeben, aber das spanische Sportgesetz sieht vor, dass Spieler auch für die Olympischen Spiele abgestellt werden müssen – egal, was die Fifa verfügt. Olympia genießt also höchste nationale Wichtigkeit bei den Iberern. Dasselbe gilt für afrikanische, amerikanische oder asiatische Nationen, wo sich teils die besten Fußballer des Landes darum balgen, einen der drei Plätze für ältere Akteure zu bekommen. Deutschland kommt mit seinem engstirnigen Blick bestimmt nicht aus seiner Talsohle heraus.

Respektlos vor Olympia: Mini-Besetzung der Fußballer unter Kuntz

Es wirkt geradezu grotesk, dass die deutschen Frauen seit dem verpassten WM-Halbfinale 2019 beklagen, dass die Erfahrungswerte jetzt vom Olympischen Turnier fehlen, die Männer aber achselzuckend erklären, dass sie gerade mal ein Häuflein Aufrechter finden, die den Deutschen Fußball-Bund in schwierigen Zeiten in Japan repräsentieren. Das ist gegenüber dem Ereignis fast schon respektlos. (Frank Hellmann)

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