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Bielefelder Märchen endet mit Ovationen

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Stolz trotz Niederlage: Bielefelder Fans.
Stolz trotz Niederlage: Bielefelder Fans. © REUTERS

Arminia Bielefeld war im Halbfinale des DFB-Pokals gegen den VfL Wolfsburg letztlich chancenlos. Nach dem 0:4 überwog dennoch der Stolz auf eine große Saisonleistung. In der 3. Fußball-Liga soll die Spielzeit nun gekrönt werden.

Geträumt, gekämpft, gescheitert - und dennoch gefeiert: Dem Ende der Siegesserie im DFB-Pokal zum Trotz erlebte Fußball-Drittligist Arminia Bielefeld beim 0:4 (0:2) gegen Champions-League-Anwärter VfL Wolfsburg einen Abend der großen Emotionen.

"Die Fans haben eine Begeisterung entfacht, als hätten wir 4:0 geführt und nicht 0:2, 0:3, 0:4 zurückgelegen", sagte Erfolgstrainer Norbert Meier. Auch Kapitän Fabian Klos war von der nicht abebbenden Unterstützung der 26.137 Zuschauer tief bewegt: "Für unsere Fans habe ich keine Worte. Fantreue kann man sich nicht kaufen. Das war einer der schönsten Abende, seit ich bei Arminia bin."

Die Anhänger honorierten eine große Pokalsaison, obwohl der Traum, als vierter Drittligist ins Endspiel einzuziehen, durch die hochkarätig besetzte VfL-Offensive früh zunichte gemacht wurde. Angeführt vom dreimaligen Vorbereiter Daniel Caligiuri sorgten Maximilian Arnold (8., 55.), Luiz Gustavo (31.) und Ivan Perisic (51.) früh für klare Verhältnisse.

Arminia warf jedoch bis zum Schlusspfiff alles in die Waagschale und schnupperte beim Lattentreffer von Florian Dick (47.) sogar noch einmal am Anschluss. "Wir haben heute klar die Grenzen aufgezeigt bekommen" attestierte Mittelfeldspieler Christoph Hemlein: "Aber das ist kein Problem, wir waren der Drittligist, und das war eine Weltklasse-Mannschaft."

Als "Trostpflaster" bleiben den finanziell angeschlagenen Ostwestfalen 5,4 Millionen Euro aus Prämien, TV- und Zuschauereinahmen sowie ein deutlicher Imagegewinn, nachdem auf dem Weg in die Vorschlussrunde Hertha BSC, Werder Bremen und Borussia Mönchengladbach ausgeschaltet wurden.

Reichlich Anerkennung erhielt die Arminia auch vom Gegner. "Bielefeld hat gezeigt, warum sie so weit gekommen sind", sagte Wölfe-Star Kevin De Bruyne. Wolfsburgs Manager Klaus Allofs glaubt, dass der Weg der Bielefelder nur nach oben führen wird: "Sie werden in die 2. Liga aufsteigen und dann geht es weiter. Man kommt hier nicht zu einem Drittligisten, das ist gefühlt Bundesliga."

Am nächsten Schritt, der Rückkehr in die Zweitklassigkeit, arbeiteten die Ostwestfalen bereits ab Donnerstag wieder auf Hochtouren. Trainer Meier gab seinen Spielern nur eine Nacht, um die Enttäuschung zu verarbeiten. "Wenn sie ins Bett gehen, müssen sie das schon aus Kopf raushaben. Samstag ist unser Tagesgeschäft, da liegt unser Fokus drauf", so der 56-Jährige.

Bereits am Wochenende könnte in Bielefeld der Aufstieg gefeiert werden. Mit einem Sieg am viertletzten Spieltag gegen den direkten Verfolger Holstein Kiel vor erneut ausverkauftem Haus und einem Remis des Drittplatzierten MSV Duisburg wäre bereits alles klar. Die Arminia-Fans sind vermutlich schon bereit für die nächste Partie. (sid)

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